Leinenzwang tritt ab 1. April in Kraft

Die Stadt Burgwedel weist auf die bevorstehende Leinenpflicht hin. Sie gilt vom1. April bis zum 15. Juli (allgemeine Brut-, Setz- und Aufzuchtszeit).  Eine so lange Zeit auf den Freilauf für ihre Vierbeiner zu verzichten, fällt vielen Hundebesitzern schwer. Betroffen von der Brut- und Setzzeit sind sogenannte freie Landschaften (Flächen des Waldes und der übrigen freien Landschaft), eine genauere Definition bleibt leider aus. So kursieren die verschiedensten Gerüchte, welche Gebiete eigentlich zur „übrigen freien Landschaft gehören“. Oft hört man von verschiedenen Abstandseinhaltungen zu Geschlossenen Ortschaften, zum Beispiel 300 Meter oder 500 Meter außerhalb Geschlossener Ortschaften.

Aus Verunsicherung leinen viele Hundehalter ihren Hund vorsichthalber komplett an und nutzen  die Freilaufflächen ohne Leinenzwang in Langenhagen oder Hannover, die während der Brut- und Setzzeit häufig überfüllt sind. In Isernhagen und Burgwedel gibt es leider trotz oft geäußerter Wünsche keine Freilaufflächen.

Kritiker des Leinenzwangs fühlen sich dabei nicht selten ungerecht behandelt. Sie bemängeln, dass Stadt und Land nicht genügend Freilaufflächen zur Verfügung stellen und nicht in gleichem Maße gegen andere Gefahren für die zu schützenden Tiere vorgehe. So dürfen weiterhin Felder gemäht, Bäume geschnitten und andere Tiere wie Katzen frei laufen gelassen werden. Zudem gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung zur Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit. Bundesländer wie Bayern sehen gar keine Leinenpflicht vor, in Berlin gilt ganzjähriger Leinenzwang. In Bremen müssen Hundehalter ihre Tiere ebenfalls an die Leine nehmen. Dort sogar schon ab dem 15. März.

Eine generelle Befreiung von der Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit gibt es nicht.  Selbst der Nachweis spezieller Zusatzprüfungen kann nicht grundsätzlich von der Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit entbinden. Sogar auf der Homepage der Stadt Burgwedel findet sich eine missverständliche Formulierung: „Dieses Gebot gilt nicht für Hunde, die zur rechtmäßigen Jagdausübung, als Rettungshunde von der Polizei, dem Bundesgrenzschutz oder dem Zoll eingesetzt werden oder ausgebildete Blindenführhunde sind.“ Richtig ist vielmehr, dass Hunde nur befreit sind, während sie in einem entsprechenden Einsatz geführt werden.

Wir möchten an dieser Stelle noch aufklären, was mit der  „freien Landschaft“ (in § 33 Abs. 1, 1b des Nds. Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung [NWaldLG])  gemeint ist:

[stextbox id=“info“ caption=“Wo muss der Hund eigentlich angeleint werden?“]

Die Anleinpflicht gilt im Wald und übrige freien Landschaften, unabhängig von der Entfernung zu geschlossenen Ortschaften. Freie Landschaft sind auch die Flächen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile. Bestandteile dieser Flächen sind auch die zugehörigen Wege und Gewässer.

Verständlicher wird es, wenn man definiert, was nicht zur freien Landschaft gehört.
Nicht zur freien Landschaft gehören:

  • Straßen und Wege, soweit sie aufgrund straßengesetzlicher Regelung für den öffentlichen Verkehr bestimmt sind,
  • Gebäude, Hofflächen und Gärten,
  • Gartenbauflächen einschließlich Erwerbsbaumschulen und Erwerbsobstflächen sowie
  • Parkanlagen, die im räumlichen Zusammenhang zu baulichen Anlagen stehen, die zum dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind.

 

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Foto: Depositphotos.com

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