TenneT: Alles noch offen!

Kommt nun doch ein ganz anderer Trassenverlauf? Glaubt man den Aussagen der TenneT-Mitarbeiter, werden in nächster Zeit einige Umstände geprüft, die vorher nicht bekannt waren.

Die Südlink-Trasse soll den Windkraft-Strom von Norden nach Süden, genaugenommen von Wilster (Schleswig Holstein) nach Grafenrheinfeld (Bayern) befördern. Für diese Trasse müssen neue Stromleitungen gebaut werden, die den Ökostrom in Gleichstromleitungen auf  gewaltigen, bis zu 70 Meter hohen und alle 300-500 Meter errichteten Masten transportieren  sollen.

Die Leitungen sind Teil eines Gesetzes, das vom Bundestag und vom Bundesrat erst Mitte 2013 beschlossen wurde und im Januar in Kraft getreten ist. Die Trassen gehören zu insgesamt 36 Leitungen, die damals beschlossen wurden: 2800 Kilometer neue, 2900 Kilometer aufgerüstete Höchstspannungsleitungen, die bis zum Jahr 2022 fertiggestellt werden sollen.

Weil bei diesem gewaltigen Netzausbau mit erheblichem Widerstand zu rechnen ist, bemühen sich die Betreiber von vorneherein um Transparenz und Dialog mit der Bevölkerung. In Burgwedel fand aus diesem Grund eine Dialogveranstaltung statt, bei der Interessierte sich sowohl beim Betreiber TenneT, als auch bei der Bundenetzagentur, der Stadt Burgwedel und der Gemeinde Isernhagen über den Planungsstand informieren konnten und eigene Anregungen und Wünsche äußern sollten.

Mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger nutzen die Gelegenheit, sich über technische Details, Hintergründe und den Trassenverlauf zu informieren. Etwa 20 Mitarbeiter von TenneT standen Rede und Antwort.

Insbesondere die Frage des Trassenverlaufs sei alles andere als beschlossen, versicherten die Mitarbeiter von TenneT. So würden zurzeit noch etliche Hinweise aus der Bevölkerung eingehen, die vorher nicht bekannt gewesen seien. Vor allem die Frage, ob die Trasse wirklich quer durch Burgwedel verlaufen muss, scheint noch einmal auf den Prüfstand zu kommen.

Viele Bürger fragten, warum die Stromleitung nicht von Schwarmstedt in Richtung Kirchhorst entlang der Autobahn 7 geführt wird, sondern einen Schwenk nach Osten macht und durch Burgwedel verläuft.

An der A7 gebe es mehr Konflikte mit Besiedlungs- und Naturschutzgebieten, erklärte Tom Wagner von TenneT. Allerdings scheint es auch einen Planungsfehler gegeben zu haben. So wurde offenbar ein Gebiet in der Nähe von Schwarmstedt nach Sichtung des Kartenmaterials für einen Truppenübungsplatz gehalten, das jedoch ein Testgelände der Firma Continental ist. Möglicherweise ergibt sich deshalb nun doch die Möglichkeit, dass die Trasse direkt an der A7 entlang verlaufen könnte. Auch Bürgermeister Axel Düker hat auf diesen Umstand hingewiesen, erklärte aber auch einige andere Probleme, die sich dann ergeben würden. So gibt es aufgrund baurechtlicher Bedingungen eine Mindestabstandshaltung zu gebauten Gebieten. Diese könnten in Höhe der A7 Anschlussstelle Großburgwedel und weiter südlich in Isernhagen nicht eingehalten werden. Für diese Probleme müsste man also nach Lösungen suchen.

Die Trasse könnte zum Beispiel einen kleinen Schwenk westlich an Rossmann vorbei machen. Allerdings würde das bedeuten, dass die Stadt sich damit den weiteren Ausbau des Gewerbegebietes verbaut. Hier ist abzuwägen, ob Bevölkerung und Umwelt andererseits so stark entlastet würden, dass dies in Kauf genommen werden kann. Für weitere Engpässe müssten natürlich ebenso Lösungen gefunden werden, zum Beispiel eine unterirdische Verlegung. Dies würde zwar 5-7-fache Mehrkosten pro Meter bedeuten, doch auch hier ist eine Abwägung vorzunehmen.

TenneT hat außerdem weitere Hinweise aus der Bevölkerung aufgenommen. So war zum Beispiel nicht klar, dass die Trasse nach derzeitiger Planung über den Oldhorster Friedhof verläuft. TenneT hat hierfür um Verständnis gebeten: Man kann diese Strecke nicht komplett abfahren und jede Stelle genau überprüfen, deshalb müsse man sich auf das Kartenmaterial verlassen, welches zur Verfügung gestellt werde. Auch bei Google Earth seien nicht immer alle Details zu erkennen. Umso wichtiger sei es, dass Hinweise aus der Bevölkerung eingehen. Diese Hinweise seien besonders wertvoll, wenn sie Informationen zu Besonderheiten des jeweiligen Gebietes beinhalten. Man könne zwar auch einfach eine Protestmail senden und seinen Unmut ausdrücken, auch dies werde zur Kenntnis genommen. Hilfreicher seien aber konkrete örtliche Begebenheiten und Alternativvorschläge.

Wer diesbezüglich etwas mitteilen möchte, kann dies unter folgender Adresse machen:

http://suedlink.tennet.eu/suedlink-im-dialog.html

Der Ansprechpartner bei Tennet ist Thomas Wagner
T 0921 – 50740 – 5000
F 0921 – 50740 – 4059
E suedlink(at)tennet.eu

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