Stromtrasse SüdLink – Externe Berater sollen Burgwedel helfen

Auf der heutigen Ratssitzung (v. 28.07.14) herrschte weitgehend Einigkeit, auch beim Thema SüdLink. Burgwedels Volksvertreter können sich mit dem von TenNet vorgeschlagenen Trassenverlauf mitten durch die Burgwedeler Ortschaften nicht anfreunden und beauftragen die Stadtverwaltung, sich  fachkundige Beratung von „Kanzlei Prof. Versteyl Rechtsanwälte“ zu holen, um mögliche Verfahrensfehler bei der Vorgehensweise von TenNet festzustellen und Gründe für die Priorisierung des derzeitigen Trassenverlaufs zu erfahren.

Während sich die Nachbarkommunen Isernhagen und Burgdorf mit Änderungen des Trassenverlaufes eher schwer tun, weil sie zum Teil selbst etwas stärker als bisher betroffen wären, geht von Burgwedel nunmehr ein ganz klares Signal aus: Der geplante Trassenverlauf soll nach Möglichkeit verhindert werden!

Und das aus gutem Grund: Burgwedel ist so stark betroffen wie vermutlich kaum eine andere Stadt in Niedersachsen (siehe unten).

Viele Bundestagsabgeordnete aus den betroffenen Regionen und die Region Hannover fordern von Betreiber TenNet mehr Transparenz bezüglich der Festlegung auf die derzeit diskutierte Route. Es gäbe zum Beispiel eine Alternative, die zunächst zwischen Wolfsburg und Braunschweig hindurch nach Osten und dann weiter durch die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen führt.
Doch zurzeit sieht es nicht danach aus, dass TenNet eine alternative Route zu SüdLink vorschlagen wird.

Es soll aber, wenn es nach Burgwedel geht, auch bei der derzeit favorisierten Route die Beeinträchtigung Burgwedels reduziert werden, indem der Anteil betroffener Anwohner verringert und die Natur weniger belastet wird.

Doch das ginge immer zulasten anderer Kommunen und alle Versuche, sich mit den Nachbarkommunen gemeinschaftlich auf einen alternativen Vorschlag zu einigen, sind bisher gescheitert. Weder Isernhagen noch Burgdorf sind bereit, Verschlechterungen gegenüber dem derzeitigen Trassenverlauf in Kauf zu nehmen. Eine von allen betroffenen Nachbarkommunen gemeinsame Positionierung soll zwar noch geprüft werden, gilt aber als unwahrscheinlich.

Die Stadt Burgwedel will nun auf externe Fachkräfte zurückgreifen, um keine Zeit zu verlieren. Der Einarbeitungsaufwand für die Verwaltung wäre „allein schon aufgrund der vermutlich sehr umfangreichen Unterlagen kaum neben dem üblichen Tagesgeschäft zu bewerkstelligen“.

Im April 2014 fand der sogenannte Infomarkt in Burgwedel statt, bei dem die TenNet als Veranstalter nicht nur informierte, sondern auch viele Anregungen der Bürger aufgenommen hat. Eigentlich sollte es noch eine zweite Infoveranstaltung von TenNet geben. Diese hat aber noch nicht stattgefunden und vermutlich wird sie auch nicht mehr stattfinden. Denn in einem Arbeitsgespräch des Bundestagsabgeordneten Dr. Hoppenstedt am 17.07.2014 haben sich ernstzunehmende Hinweise ergeben, dass der Antrag auf Bundesfachplanung bereits in der zweiten Septemberhälfte 2014 erfolgen könnte. Die Zeit drängt also, wenn man noch vor der nächsten Phase (Bundesfachplanung) Einfluss nehmen will.

Der Rat der Stadt hat deshalb entschieden, dass

a)                 die Verwaltung beauftragt wird, sich im Rahmen der aktuellen Vorbereitungsphase zur Bundesfachplanung an TenneT und die Bundesnetzagentur zu wenden und weiterführenden Prüfung der alternativen Trassenverläufe entlang der BAB 7 und östlich der Ortschaft Engensen zu fordern.

b)                 sofern im Rahmen des Planungsprozesses externe Gutachter zur Unterstützung der Verwaltung benötigt werden, die Verwaltung entsprechend fachkundige Büros beauftragen soll. Der juristische Beistand soll durch die Kanzlei Versteyl erfolgen. Außerdem soll eine planerisch fachliche Unterstützung durch ein entsprechendes Büro zu erfolgen. Hierfür wurden insgesamt überplanmäßige Mittel in Höhe von 25.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Beeinträchtigungen Burgwedels nach bisherigem Planungsstand

Heidewinkel:

Bevor der Trassenkorridor zwischen den Ortschaften Wettmar und Kleinburgwedel in Richtung Nordosten umschwenkt, wird die Siedlung „Im Heidewinkel“ auf einer Entfernung von etwa 700 m entlang der östlichen Siedlungsgrenze tangiert. Für die Bewohner des Heidewinkels wären dies keine schönen Aussichten. 80 Meter hoch sollen die Strommasten werden und eine Grundfläche von 30×30 Meter einnehmen!

Kleinburgwedel und Wettmar:

Im weiteren Verlauf rückt der Trassenkorridor mit einer Breite von 1km im Maximalfall auf etwa 200 m an die Ortschaft Kleinburgwedel entlang ihres östlichen Ortsrandes im Bereich der Wohnbebauung des Immenweges bzw. in der Verlängerung des Brombeerkamps und um etwa 100 m an den südwestlichen Ortsrand der Ortschaft Wettmar im Bereich der Wohnbebauung entlang der Straße Am Rahden heran. Davon ausgehend, dass die Mindestabstände zu Siedlungsbereichen von 400 m zwingend eingehalten werden, würde die Höchstspannungstrasse demnach durch den „Rahden“ verlaufen.

Wettmar und Thönse

Zwischen den Ortschaften Wettmar, an ihrem südlichen Ortsrand, und Thönse, an ihrem nordöstlichen Ortsrand, befindet sich trotz des breit gefassten Trassenkorridors lediglich ein sehr schmaler Bereich, der aufgrund der Mindestabstände zu Siedlungsbereichen für die Realisierung einer möglichen Trasse zur Verfügung stehen würde. Die Mindesabstände würden also nur knapp eingehalten werden können.

Thönse und Engensen

Zwischen den Ortschaften Thönse am östlichen Ortsrand und Engensen am westlichen Ortsrand sind weniger die vorhandenen Wohnbebauungen denn die vorhandenen Sportstätten des SSV Thönse und des Engensener Golfclubs betroffen. Demnach beziehen sich die hier zu erwartenden Beeinträchtigungen mehr auf die Auswirkungen durch elektromagnetische Felder im Bereich der Freizeitgestaltung bzw. Naherholung.

Oldhorst

Bevor der Trassenkorridor das Gebiet der Stadt Burgwedel im Süden verlässt, wird die Wohnbebauung der Ortschaft Oldhorst östlich in einem Abstand von etwa 300 m tangiert. Der Friedhof Oldhorst liegt allerdings fast mittig im derzeitigen Trassenkorridor und sollte mit deutlichem Abstand umgangen werden.

 

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