Wolf ist nicht gefährlich für Menschen

Der Wolf ist längst in bei uns angekommen. Vor einigen Tagen ist wieder ein neues Video aus Burgwedel aufgetaucht, in dem ein Wolf beim Fressen eines Rehs gefilmt wurde. „Kann man denn noch im Wald joggen“, fragt eine Leserin bei Facebook. Dies Jusos Burgwedel/Isernhagen luden zur Podiumsdiskussion zum Thema Wolf in den Amtshof ein, um solche und weitere Fragen mit Fachleuten zu diskutieren.

Caren Marks eröffnet mit Rotkäppchen

Caren Marks eröffnet mit einem Grußwort

Neben den Podiumsgästen sind  der Einladung ca. 80 Besucher gefolgt, darunter auch Caren Marks. Die Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin ließ es sich nicht nehmen, in ihrem Grußwort auf das Märchen von Rotkäppchen zu verweisen. Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema sei nötig, deshalb müsse man sich von Kindheitsmärchen frei machen, so Marks.

Mit einer sachlichen und informativen Einführung über den Wolf begann denn auch Peter Griemberg, Wolf- und NABU-Berater aus der Wedemark, die Podiumsrunde. „Auf keinen Fall füttern“, lautete eine der Verhaltensregeln, die Griemberg  dem Publikum für den Fall einer Wolfsbegegnung mitgab. Neben anderen Verhaltensregeln, wie zum Beispiel „ruhig bleiben“ und „langsam zurückziehen“, schien dies die wichtigste Regel zu sein. Denn erst das Anfüttern, wie es zum Beispiel bei Wildschweinen in Berlin geschah, könnte Wölfe für Menschen gefährlich machen.

Normalerweise zieht sich der Wolf zurück, wenn er einen Menschen wittert. Seit 1950 sind in ganz Europa nur knapp 60 Übergriffe von Wölfen auf Menschen bekannt geworden. Davon endeten zehn Übergriffe tödlich für die Menschen. Bei fünf der entsprechenden Wölfe wurde Tollwut nachgewiesen, bei den anderen wurde bestätigt, dass die Tiere zuvor angefüttert oder provoziert wurden oder es sich um Wolf-Hund-Mischlinge handelte. Derzeit gibt es in Deutschland keine dokumentierten Fälle von aggressiven Verhallten der vor 15 Jahre zurückgekehrten Raubtiere gegenüber Menschen.  Damit das so bleibt, ist es wichtig, sich an das Fütterungsverbot zu halten.

Gerüchte über Wolfsfütterungen

Im Podium v.l.: Peter Giremberg, Konstantin Knorr, Thomas Behling, Axel Düker, Friedhelm Stein

Im Podium v.l.: Peter Giremberg, Konstantin Knorr, Thomas Behling, Axel Düker, Friedhelm Stein, Philipp Neessen

Burgwedels Bürgermeister Axel Düker, ebenfalls unter den Podiumsgästen, zeigte sich besorgt über Berichte, die ihm von unterschiedlichen Quellen über Bundeswehrsoldaten aus Munster zu Ohren gekommen seien. So wurde Düker berichtet, dass Wölfe vom Panzer aus angefüttert wurden und diese Wölfe deshalb auffälliges Verhalten gezeigt hätten.

Konstantin Knorr, Artenschutzreferent des Nds. Umweltminsteriums, bestätigte das teils auffällige Verhalten der von dort abstammenden Wölfe. Doch die Bundeswehrverantwortlichen hätten laut Knorr entsprechende Berichte über Wolfsfütterungen dementiert. Alle Soldaten erhalten genaue Anweisungen für den Fall der Wolfsbegegnung und halten sich daran, wurde dem Ministerium mitgeteilt.

Hierzulande ist es Jägern verboten, Wölfe zu schießen. Es kann Ausnahmeregelungen zur sogenannten Entnahme geben, bei der der Wolf im Notfall auch geschossen werden darf. Bei den Munsteraner-Problem-Wölfen will man jedoch zunächst prüfen, ob es andere Möglichkeiten gibt, falls sie weiterhin auffällig sind. Zum Beispiel könnten die Wölfe mit Gummigeschossen vergrämt werden, damit sie negative Assoziationen mit Menschen verknüpfen und sich künftig von ihnen fernhalten.

Früher wurde im Dorf gefeiert, wenn ein Wolf erlegt wurde.

Friedhelm Stein Sorgt sich um seine Heidschnucken

Friedhelm Stein sorgt sich um seine Heidschnucken

Friedhelm Stein, Ortsbürgermeister in Engensen und selbst Heidschnuckenzüchter, äußerte in seiner Rede klare Ablehnung gegenüber dem Wolf. Um den heißen Brei herum reden ist seine Sache nicht, deshalb machte Stein keinen Hehl daraus, dass er den Wolf hier für fehl am Platz hält und er sich eine ähnliche Vertreibung des Gevatter Isegrim wünscht, wie sie schon früher stattgefunden hat. Mit selbst recherchierten Zahlen führte er den Gästen vor Augen, wie sich die Population in Nachbarländern entwickelt und wie dort größtenteils mit dem Wolf umgegangen wird. In den meisten Ländern darf der Wolf geschossen werden. Stein macht sich natürlich auch Sorgen um seine Heidschnuckenherde und ist nicht einverstanden mit dem derzeitigen Schutz des Wolfes. „Es lässt sich leicht sagen, was man alles zum Schutz der eigenen Tiere tun soll, wenn man nicht selbst betroffen ist“, so Stein. „Früher wurde im Dorf gefeiert, wenn ein Wolf erlegt wurde. Zu Recht!“, meint Stein.

Thomas Behling, Forstbeamter & Wolfsberater der Region Hannover, gab zu Bedenken, dass 2013 nur 49 Schafe durch Wölfe getötet wurden, dagegen 29.000 Schafe in Tierkörperbeseitungsanlagen endeten.

Gut besuchter Amtshof

Gut besuchter Amtshof

Konstatin Knorr verwies darauf, wie man erfolgreich mit Strom, höheren Zäunen und anderen Maßnahmen die eigene Herde schützen kann. Entsprechende Investitionen werden vom Land sogar finanziell unterstützt. Wenn Schafe durch einen Wolfsangriff verenden, auch bei Tod durch Herzversagen und ähnliche indirekte Tötung, werden den Tierhaltern Ersatzzahlungen geleistet. Zurzeit dauere das Prüfungsprozedere nach einem Vorfall teilweise noch etwas lange, doch eine Änderung und Beschleunigung sei geplant.

„Es ist genug Wild für alle da“

Manfred Hoppe

Manfred Hoppe

Bei der anschließenden Diskussion mit den Zuschauern wurden unterschiedlichste Meinungen zum Ausdruck gebracht. Manfred Hoppe, Jäger und Mitglied des Tierschutzvereins Hannover, hat kein Problem mit dem Wolf und findet das Argument, der Wolf wäre „Nahrungskonkurrent“ der Jäger, lächerlich. Bei über 1 Mio. durch Menschen erlegte Tiere können ca. 250 in Deutschland lebende Wölfe kaum als Konkurrenz angesehen werden. „Es ist genug für alle da“, meint Hoppe.

Ein Einzelhändler aus Isernhagen appellierte an die Tierhalter, ihre Tiere vernünftig zu sichern. „Ich muss meine Ware auch sichern, damit sie nicht geklaut wird. 3% Schwund sind trotzdem leider normal, damit muss ich leben, das erstattet mir keiner.“

Jungsozialist Philipp Neessen, Moderator des Abends, beendete die Veranstaltung nach ca. 2 Stunden. Der Vorsitzende der Jusos Burgwedel/Isernhagen zog ein positives Fazit. Die angeregte Diskussion und der große Zulauf zeigen, dass in der Bevölkerung noch Informationsbedarf besteht.

Für Bürgermeister Axel Düker ist es deshalb auch wichtig, schon in Kindergärten und Schulen diese Informationen zu liefern. „Seit der Rückkehr des Wolfes ist kein signifikantes Verschwinden von Großmüttern bekannt“.

Kommentar von Stephan Nikolaus 

 

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass allein mit Zahlen und Fakten viel Verunsicherung und Angst genommen werden kann. Der Wolf stellt normalerweise keine Gefahr für Menschen dar. Auch wenn wir in Burgwedel mittlerweile die Gewissheit haben, beim Joggen und Spazieren im Wald unseren Lebensraum mit Wölfen zu teilen, ist dies kein Grund zur Besorgnis. Wer mit dem Auto oder Fahrrad in den Wald bzw. zum Parkplatz fährt, begibt sich dadurch in größere Gefahr, weil er in einen Unfall verwickelt werden könnte. Mit der täglichen Gefahr durch Verkehrsunfälle haben wir uns abgefunden. Dann muss es doch auch möglich sein, sich mit dem Wolf abzufinden, der weder Großmütter noch Kinder frisst. Ja, für Tierhalter wird es aufwändiger, die Tiere zu schützen und eine 100 prozentige Sicherheit wird es nicht geben. Doch auch für die Tiere ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, zum Beispiel wegen Krankheit in einer Tierkörperbeseitungsanlage zu enden, als vom Wolf gefressen zu werden. Daran wird auch die steigende Population der Wölfe nichts ändern.

Fotos: Stephan Nikolaus

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36 Kommentare

  • Betr.: „Wölfe keine Gefahr….)

    Sie sollten sich der Verantwortung bewußt sein, was Sie veröffentlichen. Solche Berichte führen die Menschen/Kinder dazu, sich gerade der Gefahr auszusetzen.

    Es wurden bereits mehrere Fälle bekannt, bei denen Menschen in Gefahr waren….
    Aber klar, es muß ja tatsächlich ein Kind wahrscheinlich, oder Erwachsener vom
    Wolf attackiert werden, bevor die aufwachen! Im Moment ist es angesagt, im Kuschel-Wolfsgehege Berichte zu veröffentlichen, WIE der Mensch mit Wölfen zusammenleben soll, oder mit kleinen ausgestopften Exemplaren wird nett dahergeredet. Die Frage ist falsch gestellt, nicht WIE, sondern Will das der Mensch überhaupt, NEIN, er will es nicht, da waren unsere Vorfahren etwas intelligenter. 100e Tierleichen -Schafe, Damwild, Kälber, Hunde, Kühe!!….verletzte Pferde…..lange werden solche unrealistischen Vorträge den Fragen nicht mehr standhalten!

  • Sehr geehrter Herr Nikolaus, mit Statistik kann man nicht alles beweisen bzw. rechtfertigen.
    Auch wenn aktuell die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass die Nachzucht eines Pferdezüchters eher an einer Krankheit als an einer Wolfsattacke stirbt, kann der Schaden dennoch eklatant sein. Zu dem finanziellen Schaden, der schnell bei 5.000 Euro und mehr je Tier bei einer Pferdezucht liegen kann, kommt der emotionale Schaden den Mutterstute, Herde und zu guter Letzt Züchter tragen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass bei der Pferdezucht bzw. auch Rinderzucht weniger Tiere je Betrieb geboren werden als bei einer Schafzucht, so dass die finanzielle Kompensation mit weiteren gesunden Jungtieren geringer ist bzw. völlig fehlt. Ihre Statistische Streuung wird wohl auch nicht den einzelnen Tierzüchter trösten.
    Zudem halte ich den langfristigen Erfolg ihrer Herdenschutzmaßnahmen für sehr fragwürdig. Solange es für den Wolf einfacher ist eine Neugeburt zu reißen anstatt ausgewachsenes Wild zu jagen wird er dieses bevorzugen, da werden auch keine Zäune helfen, da der Wolf sehr gut graben und auch hoch springen kann. Die Frage ist dann nur, welche Zäune lassen sich am leichtesten überwinden. Die Überwindung eines „ordentlichen“ Zaunes ist für den Wolf einfacher als das Jagen von ausgewachsenem Wild. Zudem ist er in der Lage mit seiner Sinneswahrnehmung anstehende Tiergeburten und frische Tiergeburten aus weiter Ferne zu wittern.
    Seine Neugier und Lernfähigkeit wird mittel- bis langfristig seiner Scheu überlegen sein.
    Zudem vergessen Sie bei ihren statistischen Formulierungen, dass der Wolf bei uns gerade erst jetzt verstärkt Einzug hält; und das mit enormer Geschwindigkeit. Soweit ihm nichts entgegengesetzt wird, wird sich auch die Distanz zum Menschen weiter reduzieren, egal ob ich ihn füttere oder nicht. Nach meinen Beobachtungen können sie ihre aufgestellten Verhältnismäßigkeiten in den nächsten 24 Monaten über den Haufen werfen, da die Entwicklung der Wolfsrisse in den letzten Monaten exponentiell zugenommen hat und wahrscheinlich in den kommenden Monaten weiter zunimmt. Diese Entwicklung kann man nicht mit den von Ihnen aufgenommenen Vergleichen der letzten Jahre ins Verhältnis setzen.
    Verstehen sich mich nicht falsch, ich finde der Wolf ist ein edles Tier, ihn losgelöst von den Gefahren zu beobachten, breitet auch mir eine Freude. Jedoch passt er nicht in unser direktes Lebensumfeld. Dieses hat man bereits vor Generationen festgestellt. Ich finde es etwas schon fast anmaßend, wenn man diese Erfahrungen der letzten Generationen mit der aktuellen frenetischen „Wolfsfreude“ überrennt.
    Mich würden eher Konzepte überzeugen, mit denen man dem Wolf Grenzen setzt, so dass die Scheu zum Lebensumfeld des Menschen (mit seinen Tieren) aufgebaut wird und der Mensch als auch seine Früchte (u.a. gezüchtete Tiere) zukünftig geschützt werden. Hiervon sind wir jedoch mit der aktuellen Diskussion weit entfernt. Diese Konzepte gibt es übrigens auch für andere Wildarten wie z.B. Wildschweinen, Rehwild, Rotwild, Fuchs etc., die bejagt werden um Wälder- und Pflanzenkulturen zu schützen. Warum wird der Wolf über diese Wildarten gestellt?
    Viele Grüße aus dem Heidekreis

  • Brigitta Blume

    Was ist denn das für ein Titel? Wolf ist nicht gefährlich für Menschen – Hallo? Das wäre ja wohl auch noch schöner!

    Reicht es nicht, daß der Wolf in zu dicht besiedelten Gegenden (wie es in Westdeutschland überwiegend der Fall ist) gefährlich für unsere Tiere ist? Ach nein, die sterben ja auch an Krankheiten, da macht es dann nichts, wenn auch noch ein paar angefressen werden. Wie gut, daß Menschen nicht erkranken, sonst wären da ein paar weniger wohl auch kein Problem?

    Was für eine menschen- und tierverachtende Einstellung muß man eigentlich haben, wenn man sich so einseitig auf den Wolf als Bambi-Symbol konzentriert? Wie wäre es, wenn man die nichtsnutzigen Zäune gleich um die Siedlungen baut? Und bitte: diese Arbeit (und die vollen Kosten für die Zäune) steht den Wolfs“beratern“ und -managern zu, und nicht den Tierhaltern!

    • Dort wo wir wohnen rauben Fuchs, Marder und Habicht gelegentlich unsere Hühner. Reiher
      und Fischadler holen sich ihren Anteil aus unseren Fischteichen. Kolkraben haben schon
      Lämmer getötet und der Wolf zeigt uns im Revier immer wieder seine „Jagderfolge“. Natürlich machen diese Bilder traurig. Dennoch möchten wir auf keines dieser Tiere, die ihren Lebensraum frei gewählt haben verzichten. Einen lückenlosen „Vollkaskoschutz“ gegen die Natur haben wir uns noch nie gewünscht.

      • Brigitta Blume

        Nur mal zum Vergleich: In BB benötigt ein einziger Betrieb (Mutterkuh und Wildhaltung, 16 tote Damhirsche bei einem einzigen Wolfszugriff) ca 100.000 Euro, um seine weitläufigen Gelände wolfssicher zu machen. An ALLE Geschädigten in BB wurden aber nur 60.000€ ausgezahlt. Herdenschutzhunde sind zudem beim Hochwasserschutz / am Deich und in vielen Naturschutzgebieten der Touristen wegen verboten, und an vielen anderen Stellen sind auch Festzäune untersagt. (Darüberhinaus: ein wolfssicherer Zaun sperrt auch alles andere Wild aus, das sonst die Weiden mitnutzt)
        Ich hab ja nichts gegen den Wolf an sich, aber selbst die Lausitzer beschreiben ihn nun mal als „sehr anpassungsfähig“ und als ein Tier, das „die am leichtesten zu erreichende Beute“ greift. Unter diesen Bedingungen auch noch Wölfe komplett unter Schutz zu stellen ist meiner Ansicht nach vollkommen an der Realität vorbei gedacht, und da sind Vergleiche mit anderen Ländern, die gerade mal 20-30 Einwohner je km² haben UND den Wolf im Jagdrecht vollkommen daneben.

        Wer soll sich denn zu solchen Bedingungen noch mit seinem Vieh an die Elbe stellen?
        Oder gehen die Wolfsberater da demnächst selber grasen?

  • Matthias Rüster

    ??!!

  • Liebe Leser der Burgwedel Aktuell Online.de, liebe Besucher des gestrigen Events zur Einführung des Wolfes in Ihrer Gegend.
    Wir wohnen nördlich von Burgwedel, Richtung Walsrode und damit näher am Truppenübungsplatz. Von dort kommen die Wölfe überwiegend, die hier durch die Gegend streifen. So auch im Februar 2014. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich davon ausgegangen, dass der Wolf weder uns noch unsere Zuchtstuten und deren Fohlen tangiert.
    Doch weit gefehlt: An einem Nachmittag wurden die Pferde panisch unruhig, der Wallach sprang aus dem Paddock über eine 1m40 hohe Absperrung und stand – nachdem meine Frau ihn ganz vorsichtig eingefangen hatte – den Rest des Nachmittags in seiner Box, an die Wand gepresst, zitternd. Kurz zusammen gefasst: Wir hatten Tierarztkosten von ca 1000€ und müssen uns heute dafür rechtfertigen, wenn wir sagen, dass so eine Panik von uns bei unseren Tieren noch nie beobachtet worden war und nur von einem Wolf ausgelöst worden sein kann. Ergänzend ist zu sagen, dass in unserer Gegend in diesen Tagen ein Wolf gesichtet wurde, von mehreren Leuten, zu unterschiedlichen Zeiten. Auch NDR2 berichtete damals im Verkehrsfunk über einen „großen Hund“ auf der Autobahnauffahrt Schwarmstedt. Gegenüber ist eine bekannte Fastfood Kette vertreten.
    Was ich den Züchtern mitteilen will ist kurz gesagt: Achten Sie besonders auf ihre Zuchttiere.
    Es gibt unter den Pferden eine gewisse Abneigung gegen den Wolf. Das äußert sich in Fluchtverhalten, wenn der Wolf auftaucht. Dabei achten die Pferde weder auf Zäune noch sonstige Begrenzungen. Wenn dann Verletzungen – also keine Bisse – auftreten, werden Sie als Eigentümer nicht nachweisen können, woher diese stammen. Und damit ist klar, dass Sie leer ausgehen werden. Sie können nämlich den vom Land verlangten Nachweis, dass es ein Wolf war, nicht führen! Sie müssen nämlich als Züchter nachweisen, dass es ein Wolf war. Können Sie das nicht, beleiben Sie – im Gegensatz zu dem gestern Angekündigten – auf Ihren Kosten sitzen!
    Nachdem ich das hier Beschriebene erlebt habe, bin ich jetzt auch nicht mehr der Meinung, dass der Wolf mich nicht tangiere. Die Entwicklung des ungejagten Wolfes geht uns alle an.
    Obendrein sind die Jungen aus den Würfen von 2015 noch nicht mal am Jagen: Die Zahlen aus 2014 sind jetzt – ohne die neuen Würfe – bereits nur noch Randnotizen der Geschichte.

    Auch von mir viele Grüße aus dem Heidekreis.

    • Herr Meyer, was macht Sie so sicher, dass nur ein Wolf die Panik bei Ihrem Pferd ausgelöst haben kann ? Glauben sie wirklich, das ein großer Hund nicht eine ähnliche Wirkung hätte auslösen können ? Was hat das Ereignis aus Februar 2014 mit einer Wolfssichtung in 2015 zu tun ? Warum hat der NDR damals wohl von einem großen Hund gesprochen? Wäre das so undenkbar ?

      Es war nun wirklich bekannt dass Truppenübungsplätze dem Wolf bevorzugte Lebensräume bieten. Alle Menschen die Außentierhaltung in Niedersachsen betreiben sollten sich spätestens seit 2007 vom Wolf tangiert fühlen und für entsprechende Schutzmaßnahmen sorgen.

      Es ist richtig, das Entschädigungen erst nach vollständiger Klärung gezahlt werden. Andernfalls
      wäre der Topf sehr schnell leer, wobei der Wolf als Verursacher wohl für den geringsten Anteil verantwortlich wäre. Erfahrungsgemäß regen solche Töpfe bei einigen Menschen ungemein die
      Phantasie an, wie wir inzwischen fast wöchentlich den Medien entnehmen können (Angiff auf Tierheim, Jäger, Reiter, Spaziergängerin mit Hund….)

  • Stephan Nikolaus

    Frau Blume, Frau Zwingmann und Frau Blank:
    Eine empfehlenswerten Artikel zu Thema finden Sie hier:
    http://www.atn-ag.de/magazin/redaktionelles/woelfe-in-deutschland-werden-sie-zum-problem

    Ich bin der Meinung, dass ein bisschen mehr Sachlichkeit und Fakten der Diskussion guttun. Die Diskussion ist wichtig und richtig, aber man sollte schon bei den Tatsachen bleiben. Es ist hier noch kein Mensch von einem Wolf angefallen worden. Deshalb bleibe ich dabei: Der Wolf ist für Menschen nicht gefährlich. Das kann sich theoretisch ändern, wenn er z. B. angefüttert wird oder Menschen sich falsch verhalten usw. – das wurde im Artikel aber auch nicht verschwiegen.

    Was die Tiere angeht, sieht das natürlich anders aus. Wenn man eine Bindung zu seinen Tieren hat, ist die Vorstellung, sie nicht vor Wölfen schützen zu können, sicher beängstigend. Das ist m.E. aber noch kein Grund, Wölfe abzuschiessen.
    Es geht nicht darum, eine Art über eine andere zu stellen, sondern dort wo es möglich ist, sich zur Abwechslung mal etwas aus der Natur herauszuhalten. Der Wolf wurde hier nicht eingesiedelt, er hat sich seinen Lebensraum zurückerobert.

    • Brigitta Blume

      Und wenn sich Wisente und Bären „ihren Lebensraum zurückerobern“, dann ist das auch ok? Warum lassen wir nicht schon mal die Wildpferde frei? Wer zahlt den Wildschaden? Siehe oben: Die Arbeit und der Großteil der Kosten, die der Wolf verursacht, werden einer Minderheit von Tierhaltern aufgedrückt, und zwar überwiegend auch noch denen, die Naturschutz und Hochwasserschutz zugunsten der Allgemeinheit betreiben, während der Großteil der Wolfsbefürworter in den Städten sitzt.

      Und nur mal so angemerkt: Wer die Kompetenz des NABU in Sachen Natur und Tierhaltung recherchieren will, dem werden als erstes die verhungerten, erfrorenen, verwurmten und ertrunkenen NABU-eigenen Projektopfer einfallen. Auf diese Art der „Beratung“ möchte ich meinen Tieren zuliebe denn doch verzichten.

      • Frau Blume, das ist einfach nicht richtig was Sie schreiben. Wer seine Hühner vor dem Habicht schützt, seine Fische vor dem Fischreiher oder sein Garten in Ortsrandlage vor den Wildschweinen kann sich nicht an Töpfen aus Steuermitteln bedienen.

        Ihre Aussagen über den NABU sind einfach unfair weil Sie damit alle Mitglieder/Anhänger unter Generalverdacht stellen. Sicher wäre es beim Thema Wolf besser gewesen die Jägerschaft zu laden, die das Monitoring betreibt und damit die Kenntnisse in der Fläche besitzt. Warum aber ein NABU-Mitglied für Aussagen zum Wolf ungeeignet sein soll erschließt sich nicht

        • Brigitta Blume

          http://www.animal-health-online.de/gross/2009/04/09/verhungert-ins-eis-eingebrochen-erneut-rinder-bei-nabu-projekt-verendet/10736/

          Und es geht nicht um ein paar Hobbyhühner, sondern um die Existenz zB der Deichschäfereien. Ein „wolfssicheres“ Hütenetz kostet das vierfache (~200€) eines normalen Netzes (49.-€), und man kann locker 20 Netze rechnen, da ist dann aber die zusätzliche Arbeit und das erheblich erschwerte Aufbauen noch nicht gerechnet, für das man noch extra jemand beschäftigen kann. Und für diese Vorleistungen bekommt man bestenfalls einen einmaligen Zuschuß, das reicht einfach nicht aus.

          Wer der Ansicht ist, daß der vollkommene Schutz des Wolfes den Verlust solcher Betriebe „wert“ ist, der soll das auch genau so sagen, ok, hören wir auf mit Schafen, seht zu, wie ihr eure Flächen selber pflegt, und nicht mit einer Handvoll Hühner um den Brei herumreden.

          Anderswo wo man „mit dem Wolf lebt“ werden regelmässig Treibjagden veranstaltet, dann funktioniert so ein Zusammenleben auch. Aber wenn wie hier immer nur Reklame gemacht wird und betont, wie lieb und nett die Tiere sind, ist ein Fütterungsverbot als einzige Maßnahme doch lächerlich! In der Heide fahren inzwischen wahre Heerscharen von Touris zu den Stellen, an denen Wölfe gesichtet worden sind, die füttern auch nicht, die wollen „nur“ fotografieren und filmen. Wer angesichts solcher Massen von Bambi-Syndromern noch glaubt, der Wolf würde nicht über kurz oder lang in die Gärten ziehen, der hat in Biologie einfach nicht aufgepaßt.

          • Brigitta Blume

            Und ja, ich stelle alle NABU-Mitglieder unter Generalverdacht, beim Nabu machen die Mitglieder halt das meiste Geld und bekommen es auch als Werbung zurück. Für eigentlichen Naturschutz wird nicht mal 1/3 der Einnahmen ausgegeben. (https://plus.google.com/u/0/112991514432527064098/posts/cHYeJ7Kj484)

            Zum Thema sichere Zäune auch gerne hier:
            http://www.bild.de/regional/hamburg/hamburg-aktuell/todes-koppel-gehhoert-dem-nabu-38672034.bild.html

          • Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Das gilt für jeden Betrieb. Eine Garantie für beständige Rahmenbedingungen gibt es in keiner Branche. Betroffenen Betrieben wird mit Steuermitteln geholfen und das ist gut so. Der Wunsch nach „mehr“ ist so alt wie die Menschheit. In mehr als 15 Jahren Wolfszuwanderung ist noch kein Betrieb wegen ihm pleite gegangen. Warum versuchen Sie so ein Quatsch zu konstruieren.

            Der Wolf ist nicht nur in ganz Europa geschützt. Die selektive Jagd auf wenige Tiere ist absolute Ausnahme und unterliegt einer genausten staatlichen Kontrolle (siehe Schweden).

            Der Wolf wurde weder eingebürgert noch angesiedelt. Dank Telemetrie wissen wir wie die Besiedelung erfolgt. Beschäftigen Sie sich doch einfach mal mit ihm statt hier Märchen über regelmäßige Treibjagden, Wolfsfütterungen oder Massentourismus zu verbreiten.

            Zum NABU bin ich ein Stück bei Ihnen. Ihre Schlussfolgerungen bleiben dennoch
            unfair und verwerflich. Vermutlich sind Sie generell gegen Natur und Menschen die sich dafür engagieren eingestellt. Damit bilden Sie aber keine Mehrheit und werden dafür auch keinen Minderheitenschutz beanspruchen können.

          • Brigitta Blume

            Tja, dann viel Spaß mit dem Hochwasserschutz ohne Schafe, mit noch weiter zunehmendem Höfesterben und mit noch mehr Importen. Vor 30 Jahren hatten wir noch Milchseen und Butterberge, heute kann sich Deutschland nicht mal mehr selber ernähren, und mit solchen Kommentaren ist ein Ende dieser Entwicklung wohl auch nicht abzusehen.
            Leben im Freilichtmuseum – ohne Sinn und Verstand.
            Und ohne Essen.

  • Wer sich den Wolf leisten kann wird sich auch Schafe inklusive deren Schutz leisten können.
    Schafshaltung im Wolfsgebiet findet nicht nur bei uns überall statt. Fragen Sie mal in Sachsen oder Brandenburg nach, dort finden Sie noch ganz andere Wolfsdichten

    Wenn Deutschland sich nicht mehr selbst ernähren kann hat das eventuell was mit 2,3 Mio. ha
    Energiepflanzenanbau p.a. + Blühstreifen-/Brachenprogramme etc. zu tun ??? 250 gr. Hackfleisch für unter 1,00 € (Rewe) deuten auch nicht gerade auf eine Unterversorgung hin.

    Konzentrationsprozesse gibt es nicht nur in der Landwirtschaft. Darunter leiden fast alle Branchen. Den Wolf werden Sie dafür nicht heranziehen können.

    • Brigitta Blume

      Na, nun ist aber langsam mal gut mit den Unterstellungen, hm?

      Hochwasserschutz dient allen, nicht nur der Landwirtschaft. Und das – sorry- Gefasel von Natur ist doch reine Augenwischerei und ziemlich genau das, was man in der Soziologie seit Jahren als Bambi-Syndrom bezeichnet.

      Es ist nun mal so, daß Tiere in menschlicher Obhut anderen Gesetzen unterliegen als denen der Natur. Dazu gibt es ein Tierschutzgesetz, dazu gibt es eine Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung, dazu hat man Verantwortung, muß Seuchenschutz betreiben und Gesundheitsvorsorge, und alles das hat mit der Natur absolut nichts zu tun, genauso wenig wie ein Wolf, der sich Fohlen, Schafe, Rinder oder neugeborene Kälber aus der Mutterkuhhaltung als Beute holt.

      Der Wolf greift sich diejenige Beute, die am leichtesten zu bekommen ist, und genau das unterscheidet ihn von der Katze, die trotz bereitgestelltem Futter Mäuse und Vögel fängt. Oder genauer: mit dem Luchs kann man leben, mit dem Wolf zu den jetzigen Bedingungen (unbejagt) eben nicht.

      In allen Ländern, in denen der Wolf heimisch geblieben ist, leben erheblich weniger Menschen als in den jetzt entstehenden „Problemlandkreisen“, und erst recht ist der Wolf nirgends so total widernatürlich geschützt wie hier. Wer ein Fütterungsverbot aussprechen will, der muß dann auch für 100% ganzjährige Stallhaltung sorgen, denn Tiere zu zähmen / domestizieren, womöglich an Hunde zu gewöhnen und dann draußen dem Wolf vor der Nase zum Fraß einzusperren, ohne Fluchtmöglichkeit, ohne jede (ethologische oder physikalische) Chance, ist weder Natur noch verantwortungsvolle Tierhaltung, das ist ganz einfch vollkommen entfremdet und unbiologisch.

      Und ja, natürlich gibt es Konzentrationsprozesse. Die sind aber von solchen vollkommen weltfremden Vorstellungen vom Zusammenspiel von Kulturlandschaft und Wildtieren vollkommen unabhängig. Das die Kleinen Betriebe und die Menschen, die sich zB für den Erhalt alter Rassen einsetzen, mit dem Wolf ohne Jagd nicht überleben können, ist eine rein politische Entscheidung (und natürlich ein gutes Geschäft für die NGO), wenn es eine wirtschaftliche wäre, wäre der Wolf ja auch egal.

      Und bevor jetzt noch weitere Unterstellungen und Ratespiele folgen: ich lebe inmitten eines Biosphärenreservates, habe eine entsprechende Ausbildung und mit meinem Naturverständnis ist alles in Ordnung. Gerade deswegen weigere ich mich, mit Haustieren Wölfe zu füttern.

  • Wenn es darum geht den Wolf mit allen Mitteln Distanz zum Menschen beizubringen bin ich bei Ihnen. Da wäre ich sicher auch nicht zimperlich bei der Wahl der Mittel. Ins Jagdrecht gehört er sowieso um unverträgliche Bestandshöhen später regulieren zu können, oder „Problemwölfe“ zu entnehmen.

    Das es bei dem Wolf wohl auch ums Geschäft geht sieht man an der Wolf Story des NABU-Thüringen. http://www.jaegermagazin.de/news/die-woelfin-von-ohrdruf/

    Wolfspatenschaften lassen sich derzeit vermutlich ebenfalls gut vermarkten.

    Ihre Radikalität mit der Sie andere an der Natur interessierte Menschen pauschal ausgrenzen und die Deutungshoheit zum Thema Wolf für sich beanspruchen finde ich trotzdem erschreckend.
    Politische Willensprozesse und Entscheidung müssen grundsätzlich Vorrang vor wirtschaftlichen
    Interessen haben, sonst würden Sie nicht mehr lange im Biosphärenreservat leben.

  • Hans Borgmann

    Die „natürliche Rückkehr“ der Wölfe, erscheint zumindest mir als äußerst unnatürlich. Denn ungewöhnlich zielsicher „kehrt“ der Wolf zurück, von Truppenübungsplatz zu Truppenübungsplatz, immer intensiv betreut durch ein Heer an „Wolfsexperten“. Selbst die dem Wolf eigentlich zugeschriebene Inzestsperre konnten sie ihm für seine „natürliche Ausbreitung“ schnell abgewöhnen.
    Die gleichen „Experten“, die behaupteten, mit ein paar Flatterbändchen am Zaun ließe sich Vieh auf der Weide wirksam schützen, weil der Wolf ja so ungemein scheu wäre. Jetzt unterrichten sie Kinder im Trillerpfeifen, falls der Wolf doch nicht ganz so scheu ist und bei vielen Wolfsschäden werden „defekte Zäune“ als Ursache festgestellt – weil die Flatterbändchen fehlten?
    Seit über 100 Jahren leben wir wolflos glücklich, dass sollte doch für ein Gewohnheitsrecht mehr als ausreichend sein. Wenn einige Problemmenschen heute meinen, dass unbedingt ändern zu müssen, dann sollten sie auch die volle Verantwortung für ihr Treiben übernehmen. Wenn nicht, dann könnten Gummigeschosse wirklich hilfreich sein. Eingesetzt gegen Problemmenschen, die das Wolfsproblem auf ein paar „Problemwölfe“ verniedlichen wollen.

    • „Seit über 100 Jahren leben wir wolflos glücklich..“

      Ist das Ausrutscher, Erkenntnisresistenz oder gar Bildungsferne ?

      Der Wolf lebt seit über 15 Jahren in Deutschland (seit 2007 in Niedersachsen)und das scheinbar recht unauffällig wenn man es noch nicht mitbekommen hat.

      Wer sich etwas in der Natur auskennt weiß auch warum Truppenübungsplätze begehrte Habitate sind.

      „Problemmenschen“ ändern hier nichts und müssen deshalb auch keine Verantwortung tragen.
      Der Wolf braucht keine Unterstützung auf der Suche nach neuen Lebensräumen.

      „Gummigeschosse auf Menschen… “ – kein Kommentar.

      Wer von der Natur lebt sollte Natur akzeptieren und nicht rumjammern wenn sich diese nicht nach wirtschaftlichen Interessen ausrichtet. Oder wollen wir demnächst unser Wappentier ausrotten weil die Teichbewirtschaftung Einbußen befürchtet ?

  • Hans Borgmann

    „Truppenübungsplätze begehrte Habitate sind“
    Ach, der Wolf kann lesen und hat in der fernen Lausitz eine Landkarte mit eingezeichneten Truppenübungsplätzen gefunden. Munster scheint ihm ganz besonders gut gefallen zu haben, dass er quer durchs halbe Land dort hin gewandert ist und auch noch die Elbe durchquert hat. Auf der anderen Seite: Diese Truppenübungsplätze, allesamt unter Kontrolle der Bundesforstverwaltung, bieten ideale Bedingungen zum illegalen Auswildern von Wölfen. Man kann dort den Wildbestand in aller Ruhe erhöhen, gegebenenfalls anfüttern oder auch noch ein paar blöde Gattertiere aussetzen. Damit der ausgewilderte Wolf sich bei dem satten Futterangebot gleich heimisch fühlt.
    Letzteres erscheint mir wahrscheinlicher und da müssten die Verantwortlichen für sämtliche angerichteten Schäden inkl. Zaunbauten voll haften.

    „Wer von der Natur lebt sollte Natur akzeptieren“
    Die Menschen leben nicht von- sondern gegen die Natur. Sie haben Land urbar gemacht, Deiche gebaut, Flüsse gebändigt.
    Nur Bambis, die selbst keinen Beitrag zur Versorgung leisten, leben im „Einklang mit der Natur“. Häufig vom Balkon aus oder im Stadtpark um die Ecke. Denen kann die Natur keine Ernte verregnen oder sonst wie schädigen, sie „ernten“ bei Aldi und da sind die Regale immer prall gefüllt. Und Lammkeule, die gibt’s ja auch viel günstiger aus Neuseeland, da sollen die Schäfer sich mal nicht so anstellen wegen der paar Schafe.

    • Brigitta Blume

      Wenn diejenigen Menschen, die behaupten, „von der Natur zu leben“ (oder wahlweise auch „artgerecht ist nur die Freiheit“ bevorzugen), mal SELBER so leben müßten, wie sie es angeben und anderen Menschen zum Gesetz machen wollen, wäre der Hype um die Bambi-Syndromer und Veganer schneller zuende als man gucken kann.

    • Nein der Wolf kann nicht lesen. Er muss das elterliche Revier verlassen (wie so oft im Tierreich)
      Auf der Suche nach einem neuen „Zuhause“ wird er sich bevorzugt dort einnisten wo aus seiner Perspektive die besten Bedingungen herrschen.

      Warum ignorieren Sie all diese bekannten Fakten. Im Zeitalter der Telemetrie und DNA-Analyse sind Wolfswanderungen wirklich keine Geheimnisse mehr. Wir wissen sogar wann der Wolf wo die Elbe durchquert hat.

      Ob dumme Menschen der natürlichen Zuwanderung vereinzelt nachhelfen oder dumme Menschen illegale Tötungen vornehmen spielt bei der Populationsentwicklung eine untergeordnete Rolle.

      Die Luchsprojekte im Harz und Bayerischem Wald zeigen allerdings auch, dass es selbst für Wiederansiedlungen von Raubtieren eine breite Akzeptanz geben kann.

  • Ich betreibe u.a. Land- und Forstwirtschaft und lebe somit von der Natur, wie natürlich im Prinzip alle Menschen. Bäume (auch wenn sie nicht aus Naturverjüngung stammen) wachsen bei mir durch Sonne und Regen. Nutztiere fressen Gras auf den Weiden, Schafe nicht nur auf angelegten Weiden sondern auch auf Heideflächen usw. Will sagen, das ich die Natur in besonderem Maße nutze weil ich unmittelbar in ihr wirtschafte (im Vergleich zu Bewohnern von Etagenwohnungen unserer Metropolen). Dazu zwingt mich keiner, das habe ich so gewollt.
    Das sich die Rahmenbedingungen ständig ändern akzeptiere ich sonst wäre ich Parkhauswächter geworden (wobei ich gerade merke, die gibt es ja kaum noch).

      • Ich wäre als Wolfsberater vermutlich auch schon zurückgetreten wenn ich die Politik so verfolge (siehe dazu auch diese Lachnummer)

        http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Das-muessen-wir-uns-mal-genauer-angucken,pressekonferenz288.html

        Ich lebe aber auch mit der Gewissheit, dass es im Zuge von Europa, Länderföderalismus (jeder kocht seine Suppe nach politischer Gesinnung oder Mainstream), teilweise konkurrierender Rechtsbereiche und den medialen und öffentlichen „Hinrichtungschancen“ nicht immer schnelle, einfache oder auch unpopuläre Antworten gibt.

        Mit Rahmenbedingungen habe ich in dem o.g. Kontext aber natürlich etwas anderes gemeint.

        • Brigitta Blume

          Nur mal als Beispiel meine Wolfs-Rahmenbedingungen. Ich lebe in Brandenburg, habe aber bisher eine Fläche in Niedersachsen (AUM,C3) zum Beweiden.
          Brandenburger Wölfe sind mit 90er Netzen zufrieden, ggf mit Flatterbändern. Niedersächsische Wölfe brauchen aber 110er bis 120er Netze, plus obenliegende Erde und Unterwühlschutz (ich hab einen Hütehund von 40cm, der springt 120 locker). Für die höheren Netze in NDS zahlt BB natürlich nix, ist klar. Also Ergebnis: die können ihre Sch… Naturschutzflächen selber abgrasen.

          Und wenn solche Leute , also die sowas festlegen, dann irgendwelche anderen Aussagen zum Thema Wolf tun, zB eben er sei obwohl 100 geschützt, gefilmt und gefüttert, „ungefährlich“, dann traue ich denen grad so weit wie ich mein Klavier schmeißen kann.

          • Hoffentlich kommen die „Niedersachsen“ dann nicht nach Brandenburg.

            Wenden Sie sich lieber an Profis (Ilka Reinhardt, Britta Habbe oder auch http://woelfeindeutschland.de/) als auf die Politik zu warten. Auch die können keine Garantien geben, besitzen aber einen erheblichen Sachverstand basierend auf Erfahrungen.

            Wenn wir uns den Wolf leisten, werden wir uns auch eine halbwegs sichere Weidewirtschaft leisten können, besonders dort, wo öffentliches Interesse besteht.

  • Hans Borgmann

    „Nein der Wolf kann nicht lesen. Er muss das elterliche Revier verlassen….“

    Gehen wir mal davon aus, der Lebenssinn des Wolfes besteht darin, sich die Erde Untertan zu machen. Es wird ein bestehender Lebensraum schrittweise vergrößert.
    Große Sprünge wären unsinnig, weil der Nachwuchs im (von Wölfen) unbewohnten Gebiet keine geeigneten Partner zur Vermehrung finden kann. Dafür wäre eine stete Verbindung und Austausch mit dem ursprünglichen Lebensraum erforderlich.
    Zu unserer „natürlichen Ausbreitung“ passt das nicht. Die macht aus Sicht des Wolfes überhaupt keinen Sinn. Es sieht mehr aus, als wenn Wolfsfreunde, die hier unbedingt Wölfe haben wollen, da kräftig „nachgeholfen“ haben.

    „Ich betreibe u.a. Land- und Forstwirtschaft und lebe somit von der Natur,….“

    Die Heide ist für mich keine Natur sondern eine von Menschen geschaffene Kulturlandschaft, alle Nutzwälder ebenso.
    Ohne menschliches Zutun für deren Erhalt würde die Natur sich diese Flächen nach und nach zurückholen, am Ende wären sie für Menschen unbewohnbar. Siehe Fordlândia in Brasilien.
    Von Menschen unberührte Natur wie etwa in der russischen Taiga noch zu finden, ist da etwas völlig anderes. Wollten Menschen sich dort ansiedeln, dann müssten sie dieser Natur erst einmal Land abringen. Ackerflächen urbar machen usw.
    Wir haben es da einfacher, diese Arbeiten haben unsere Vorfahren schon erledigt, wir brauchen es zur Sicherung unserer Existenz nur noch zu erhalten und wo möglich verbessern. Ausgewilderte Wölfe sind da für mich keine Verbesserung. Sie passen eher in das Konzept einer Dekadenz-Elite, die auch am liebsten alle Deiche wegreißen würde, weil die „Natur es so will“. Auch da bleibt nur für Menschen unbewohnbares Unland. Ist noch gar nicht so lange her, dass ganze Dörfer aufgegeben wurden, weil der Boden durch Biowirtschaft so ausgelaugt war, dass die Menschen davon nicht mehr leben konnten.

  • Hans Borgmann

    „Logisches Denken oder gar strategische Überlegungen sind noch nicht Sache des Wolfes.“

    Extremleistungen einzelner eigen sich nicht als Beleg für das Gesamtverhalten einer Population, weder bei Mensch noch Tier. Zur Vermeidung von Inzucht hätte die Hälfe unserer Wolfsnachkommen wieder Richtung alte Heimat- und von dort entsprechend viele Richtung uns wandern müssen. Ich denke, Wanderungen in diesem Ausmaß sind nirgendwo belegt. Und die ortsunkundigen Neuwölfe müssten die Truppenübungsplätze finden. Ohne massive menschliche Nachhilfe lässt sich diese „natürliche Rückkehr“ nicht erklären.

    „Für mich sind zum Beispiel Zecken keine Bereicherung“

    Die Zecken würde ich auch nicht vermissen, aber einige Bazillen wären sicher sehr traurig. Selbst wenn man sie ausrotten könnte, der erforderliche Aufwand würde den möglichen Nutzen weit übersteigen – es wäre unwirtschaftlich.
    Ebenso verhält es sich in dünn besiedelten Ländern mit den Wölfen. Dort, wo überhaupt keine Menschen leben oder vielleicht zur Forstnutzung alle 20 Jahre mal kurz vorbeikommen, wäre das Ausrotten der Wölfe zuerst mal unwirtschaftlich. Nur, diese Bedingungen haben wir in D nirgendwo.
    Das wird vorsätzlich ignoriert.
    Genau so hat man es beim Kormoran auch gemacht. Der große Kackvogel kam und schiss bewaldete Inseln systematisch zu Tode, alle Bäume und sonstige Vegetation starben ab. Andere Vögel, für die diese Inseln zuvor wegen dem guten Schutz vor Raubtieren das reinste Paradies waren, verloren ihren Lebensraum.
    Trotzdem waren einige „Umweltschützer“ sofort hellauf begeistert von dem schwarzen Kackvogel, der musste ganz dringend streng geschützt werden und so konnte sich die Plage ungebremst ausbreiten. Wenn ich Nabu höre, dann sehe ich diese tot geschissenen Inseln. Allerdings wurden beim Kormoran die politisch Verantwortlichen schon von der Realität eingeholt und das Kormoranproblem wird durch Abschüsse klein gehalten. Ich fürchte, dem Wolf müssen erst Menschen zum Opfer fallen, damit dessen Realität anerkannt wird.

    • Ihrer Fährte wird kaum noch jemand folgen. Zu viele haben sich in den letzten Jahren schon auf dieser versucht und bis auf die Knochen blamiert.

      http://www.maz-online.de/Brandenburg/Wolfsmaerchen-macht-die-Runde-Polnischer-Kleintransporter-soll-Woelfe-ueber-die-Grenze-gebracht-haben

      Gegen DNA-Analysen bilden Gehegewolf-Fantasien kein Gewicht, selbst wenn Ihnen irgendwann mal ein Nachweis für eine Aussetzaktion gelingen sollte.

      Über Inzucht einfach mal googeln:

      „Ob Inzucht zum Problem wird, hängt neben den Umweltbedingungen auch von den Genen der Gründertiere einer Population ab. Manchmal braucht es nur einen einzigen vitalen Neuankömmling, um einer dahinsiechenden Population neues Leben einzuhauchen. In Skandinavien stammen sämtliche Wölfe von nur drei Vorfahren ab, die dort einwanderten, nachdem die Raubtiere in Schweden und Norwegen bereits ausgerottet waren. Den Anfang machte ein Paar am Anfang der 1980er-Jahre, das ein einzelnes Rudel gründete. 1991 tauchte wie aus dem Nichts ein einzelner Wolfsrüde auf, der den fast 1000 Kilometer langen Weg von den finnisch-russischen Wolfsgebieten zurückgelegt hatte. Ohne besondere Schutzmaßnahmen seitens des Menschen gründeten die Nachkommen des Rüden von da an neue Rudel. So stammt jeder der heute lebenden Wölfe von dem einsamen Wanderer ab. Doch gibt es erste Anzeichen, dass die Wurfzahlen kleiner werden und leichte Anomalien wie Zahnfehlstellungen auftreten.“

  • Hans Borgmann

    Soweit ich weiß, legt man in Schweden sehr großen Wert auf diese Inzucht, sichert sie doch großzügige Abschussgenehmigungen. Da dürfte es auch starke Interessen geben, diesen Status zu erhalten, egal wie viele blutsfremde Wölfe nachgewandert sind. Und DNA-Untersuchungen, die sind grundsätzlich nur so sicher wie der Untersuchende.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Heilbronner_Phantom
    Und da ging es um Polizistenmord.
    Die Schweden fahren ganz gut damit, dass Wölfe großzügig abgeschossen werden. Meines Wissens wird die Vertreibung durch Gummigeschosse dort nicht praktiziert.
    Diese Gummigeschosse wurden nur entwickelt, um aggressive Problemmenschen zu stoppen, quasi als harte, aber doch mildere Form gegenüber scharfer Munition.
    Deren (eigenmächtige) Umwidmung zum „Erziehungsmittel“ für Wölfe dürfte auch weltweit nirgendwo erforscht sein. Es könnte auch gut sein, dass die Wölfe davon erstrecht aggressiv werden, ebenso wie ein Hund durch (sinnlose) Schläge.
    Warum nun schwedische „Experten“ – in deren Heimat man bewusst auf tödliche Jagdmunition setzt – hier mit Gummigeschossen auf Wölfe schießen sollen, erschließt sich mir nicht so ganz. Sicher ist nur, sollten hier nach erfolgreicher Gummijagd einige Wölfe äußerst aggressiv werden, sind die schwedischen „Experten“ wieder weg und niemand ist verantwortlich. Es fehlt in D jegliches verantwortungsvolle Konzept, es leben nur verantwortungslose Wolfsfreunde hemmungslos ihre Fantasien aus – und das kann nur schief gehen.

  • Na wo soll es denn nun hingehen: „gewollte Inzucht“ oder „manipulierte DNA-Analysen“. Beides passt nicht so richtig zusammen, hätte aber jeweils für sich das Zeug zum Bestseller.

    Die Wolfsjagd ist in Schweden sehr restriktiv, muss jährlich neu verhandelt werden und beschäftigt trotzdem regelmäßig die Gerichte. Inzucht sichert auch keine Abschüsse. Die jährlichen Abschussfreigaben resultieren aus einer Zahl von Wölfen die Schweden als tragbaren Bestand festgelegt hat. Deshalb dort auch keine Gummigeschosse.

    Der Wolf ist ein Tier, kein Mensch. Ihm ist es im Zweifelsfall relativ egal über wen er seine Gene vererbt. Er frisst im Notfall den Wolfsliebhaber genauso gerne wie den Wolfsgegner. Er wird weder Rachegedanken spüren noch Racheakte ausführen wenn wir ihm Distanz beibringen.

    Menschen die den Wolf mögen sind ganz sicher nicht verantwortungslos. Das zeigen täglich
    viele ehrenamtliche Helfer die gerufen werden wenn es mal wieder Probleme gibt, Proben genommen werden müssen oder ängstlichen Mitmenschen die Biologie des Wolfes
    erklärt werden muss.

  • Ich verstehe nicht, wie immer wieder dieselben, falschen Aussagen gemacht werden. Der Satz „Der Wolf stellt normalerweise keine Gefahr für Menschen dar“ bedeutet nichts anderes als: Der Wolf stellt eine Gefahr für den Menschen dar. Warum wird es nicht auch so formuliert?
    Und der Vergleich mit Auto und Fahrrad hinkt gewaltig, ist aber bei Wolfskuschlern dennoch beliebt. Auto und Fahrrad brauchen die Bürger, den Wolf braucht niemand.

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