Extremadura: Die UNESCO-Welterbestädte Cáceres, Mérida und das Kloster von Guadalupe sowie Trujillo

Am Mittwoch, den 02.09.15 referiert Monika Huch um 10 Uhr in der Seniorenbegegnungsstätte über die in Deutschland weitgehend unbekannte spanische Provinz. Sie liegt im äußersten Westen von Spanien an der Grenze zu Portugal und war immer schon etwas abgelegen, die Provinz „extremo del Duero” – auf der anderen Seite des Duero, von Toledo aus gesehen.

Das Mittelalter ist in Spanien durch die Auseinandersetzungen zwischen dem islamischen Süden und dem christlichen Norden gekennzeichnet, die so genannte „Reconquista”. Sie endete mit der Eroberung Granadas im Januar 1492. Nachdem dieses „Problem” gelöst war, wandten sich die Katholischen Könige Ferdinand und Isabel noch größeren Aufgaben zu. Ein gewisser Cristobal Colón war an sie herangetreten, um auf westlicher Route einen Seeweg nach Indien zu finden. Diesen Plänen stimmten die Könige im Frühjahr 1492 zu und Kolumbus begann mit den Vorbereitungen dieser Reise nach Westen. Den königlichen Segen hierzu erhielt er im königlichen Kloster von Guadalupe, nicht weit von Toledo in den Bergen der östlichen Extremadura. Der Ort ist eine weltbekannte Wallfahrtsstätte, die das ganze Jahr von Touristen besucht wird. Das Königliche Kloster Santa María de Guadalupe gehört seit 1993 zum Weltkulturerbe.

extremadura2Auch wenn Trujillo nicht zu den Welterbestädten gehört, so erlangte das Städtchen überregionale Bekanntheit, weil von hier mehrere Eroberer der neuen Welt kamen. Der bekannteste von ihnen ist der Bezwinger des Inka-Reiches in Peru, Francisco Pizarro. Die so genannten „Conquistadoren” gaben den von ihnen in der neuen Welt gegründeten Orten meist die Namen ihrer Heimatorte. Allein den Ortsnamen Trujillo gibt es daher in Peru, Honduras, Venezuela und der Dominikanischen Republik. Nach ihrer Rückkehr schenkten sie ihren Heimatorten mittelalterliche Wehrburgen und festliche Adelspaläste. Davon ist in Trujillo noch einiges erhalten, allerdings nicht in sehr gutem Zustand. Das ist in Cáceres anders. Die Stadt gehört seit 1986 zum Weltkulturerbe. Sie blühte ab dem 13. Jahrhundert auf, nachdem sie 1229 von den Mauren zurückerobert worden war. Großzügige Zuteilung von Privilegien und Ländereien lockten Adelsfamilien aus nordspanischen Provinzen an, die innerhalb der Stadtmauern wehrhafte Paläste erbauten, die in ihrer Pracht mit den Kirchenbauten konkurrierten.

Beide Städte gehen auf römische Siedlungen zurück. Davon ist bei ihnen aber nicht mehr viel übrig geblieben – im Gegensatz zu Mérida, das quasi auf und mit seinem römischen Erbe lebt und dafür 1993 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Bevor heute in Mérida gebaut werden kann, wird erst einmal der Untergrund sondiert. Der Name der Stadt stammt von dem römischen „Emerita”, der Stadt für römische Krieger im Ruhestand. Von den vielfältigen Freizeiteinrichtungen für ehemalige Heerführer und ihre Untergebenen sind das Theater, das Amphitheater und das Hippodrom erhalten und zu besichtigen. In einem sehr ansprechend gestalteten Museum kann man richtig tief in diese weit zurückliegende Zeit eintauchen.

In dem Vortrag zeigt Monika Huch die Besonderheiten der historischen Städte und geht ein wenig auf ihre jeweilige Geschichte ein. Darüber hinaus zeigt sie auch die Landschaften zeigen, die dieses abgelegene Land so besonders machen.

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