Burgwedel soll Krankenhaus-Neubau bekommen

Ende gut, alles gut? Die in den letzten 13 Monaten rund um die sogenannte Medizinstrategie 2020 stattgefundenen Planungen zur Zukunft des Krankenhausstandortes Großburgwedel könnten nun ein positives Ende finden. Im Büro des Bürgermeisters werden vermutlich bald die Korken knallen, denn es scheint beschlossene Sache, dass Burgwedel auch weiterhin Stadt mit eigenem Krankenhaus bleibt!

Das Großburgwedeler Krankenhaus war erstmals seit Bestehen in seiner Existenz gefährdet, nachdem sich die Betreibergesellschaft (KRH) mit einem Gesamtkonzept für die Region Hannover komplett neu aufstellen und die Krankenhäuser Großburgwedel und Lehrte zu einem gemeinsamen Neubau an unbekanntem Ort zusammenführen wollte. Die Geburtsklinik hätte bereits letztes Jahr schließen sollen, konnte jedoch dank großen Engagements aus Bevölkerung und Politik erhalten bleiben. Fortan ging es den Burgwedelern Bürgern und Politikern um den Erhalt des Krankenhausstandortes. Bei einer Zusammenführung der beiden Häuser hätte vermutlich Burgdorf das Rennen gemacht, weil es genau in der Mitte zwischen Burgwedel und Lehrte liegt.

Doch nun hat sich die Regions-SPD laut verschiedener Quellen festgelegt und möchte mit den Grünen über die neuen Pläne sprechen, nach denen Lehrte erhalten bleiben soll und Großburgwedel einen Neubau mit ca. 350 Betten bekommt.

Der Entscheidung vorausgegangen ist ein erweiterter Prüfauftrag, bei dem statt der Entweder-Oder-Variante (Erhalt des Altbaus oder Zusammenlegung) auch 2 weitere Alternativvarianten geprüft wurden:

Variante 1 beinhaltete einen Neubau an einem noch ungeklärten Standort,
Variante 2 sollte den Status Quo an beiden Standorten halten,
Variante 3 würde das Angebot beider Häuser auf Grund- und Regelversorgung reduzieren und
Variante 4 beinhaltete die Entstehung von Schwerpunkten bzw. Spezialisierungen an beiden Standorten.

Bürgermeister Düker, hier bei der Demo zum Erhalt der Geburtsklinik, war sich bereits im September sicher.

Bürgermeister Düker, hier bei der Demo zum Erhalt der Geburtsklinik, verkündete bereits im September siegessicher: Krankenhausstandort bleibt.

Die Geschäftsführung des KRH hatte sich zwar im September für Variante 1 ausgesprochen, also für eine Zusammenlegung der Häuser Lehrte und Großburgwedel, wie es auch ursprünglich angekündigt wurde. Aus der Politik gab es jedoch sofort deutliche Signale, dass diese Version nicht in Frage käme. Burgwedels Bürgermeister Axel Düker sprach bereits im September von einer Vorentscheidung zugunsten Großburgwedels, allerdings wurde er von offizieller Seite bislang nicht bestätigt. Nun gilt es aber als sicher, dass sich eine Abwandlung der Alternativariante 4 durchsetzen wird. Demnach bleibt Burgwedel Krankenhausstandort und darf sich sogar über einen Neubau mit moderner Ausstattung und mehr Betten freuen.

Die Reform bringt Gewinner und Verlierer mit sich. Lehrte wird wohl ebenfalls vor einer Schließung bewahrt, allerdings möglicherweise weniger Betten als bisher erhalten, dafür aber technisch aufgerüstet. Doch es gibt auch Verlierer unter den Krankenhauskommunen. Im Rahmen der Medizinstrategie 2020 wurden bereits trotz heftiger Proteste das Krankenhaus in Springe zu einer reinen Notfallversorgung abgespeckt und die Geburtsklinik im Nordstadtkrankenhaus geschlossen.

Düker hat immer wieder auf Fakten verwiesen, die für Großburgwedel sprechen und die  offenbar die Verantwortlichen überzeugt haben: Zum Beispiel die gute Verkehrsanbindung und eine optimale Lage für den gesamten Nord-Osten der Region. Die überdurchschnittliche Zufriedenheit der Burgwedeler Patienten und das engagierte Personal werden sicher auch ihren Teil dazu beigetragen haben.

Über den Neubau freuen sich nicht nur Patienten. Die Mitarbeiter werden endlich vernünftige Pausen- und Besprechungsräume und bessere Arbeitsbedingungen bekommen.

Zurzeit ist noch nicht klar, wo genau der Neubau errichtet werden soll. Das oben eingefügte Foto ist ein alter Entwurf, der nun wieder aktuell werden könnte. Wir berichten, sobald weitere Details bekannt werden.

Foto: krh.eu

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Ein Kommentar

  • Ohne das örtliche KRH Großburgwedel in direkter Nachbarschaft hätte ich akute Erstickungsanfälle in den Abendstunden durch Allergie Schock ausgelöst, gar nicht überleben können.

    Mit diesem Problem aller Allergiker stehe ich nicht allein da.

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