KRH Großburgwedel und Lehrte: Rot-Grün will beide Krankenhäuser

Nachdem bekannt wurde, dass sich die SPD-Regionsfraktion für einen Krankenhaus-Neubau in Großburgwedel und für den Erhalt des Lehrter Krankenhauses positionierte, gab es laut Hannoversche Allgemeine einen überraschenden Vorstoß der Lehrter Krankenhausangestellten: Der Betriebsrat sprach sich demnach für eine Schließung der beiden Häuser Großburgwedel und Lehrte und einem Neubau und an unbekannten Ort aus.

Danach wurde mit Spannung das Gespräch zwischen SPD und Grünen erwartet, denn nach dem Schreiben des Betriebsrates war doch noch einmal alles offen.

Doch jetzt kann Großburgwedel aufatmen: In einer heute gemeinsam veröffentlichten Pressemitteilung von SPD und Grünen wird die Variante 4+ (siehe Erläuterung unten) als „wirtschaftlich solide, wohnortnah und nachhaltig“ beschrieben. Damit ist klar, dass sich die beiden Mehrheitsfraktionen der Regionsverwaltung für den Erhalt beider Häuser aussprechen werden.

Auch die CDU Regionsfraktion ist für den Erhalt beider Standorte, hat aber bisher noch keine Variante favorisiert oder eigene Vorschläge zur Medizinstrategie eingebracht. Die Forderung der CDU lautet bisher schlicht: Beide Standorte erhalten. Kritik gab es aus den Reihen der CDU zwar an der gesamten Medizinstrategie, doch wird sich auch die CDU sehr wahrscheinlich nach dem Vorschlag von Grünen und SPD richten und einer Variante 4+  zustimmen. Die FDP wird sich möglicherweise dagegen entscheiden, weil sie die Wirtschaftlichkeit in Frage stellt.

Nun steht allerdings zunächst noch die Entscheidung des Aufsichtsrates aus. Dieser setzt sich zusammen aus Arbeitnehmer- und Anteilsvertretern. Letztere gehören dem Regionsparlament an. Wenn sich die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gemeinsam mit der FDP Abgeordneten und Aufsichtsratmitglied Christiane Hinze für einen Neubau aussprechen, wären sie in der Mehrheit und könnten eine entsprechende Empfehlung aussprechen.

Endgültig über die Zukunft der Häuser entscheiden wird jedoch die Regionsversammlung. Diese wird vermutlich erst im nächsten Jahr einen Beschluss fassen. Selbst wenn der Beschluss gefasst wurde, ist der beschlossene Neubau bzw. die Strukturveränderung längst nicht sicher. Das Land Niedersachsen muss anschließend eine Finanzierung zusichern, was keinesfalls als gesichert gilt. So gesehen ist alles noch offen, doch kann man nach derzeitigem Stand getrost davon ausgehen, dass Großburgwedel weiterhin ein Krankenhausstandort bleibt. Entweder mit Neubau oder im alten Gebäude, falls die Landesfinanzierung verweigert wird.

Variante 4+:

Am Standort Lehrte soll neben der Weiterführung einer qualifizierten Inneren Medizin ein
KRH-weites Schwerpunktzentrum Geriatrie entwickelt werden. Dieses soll als ein Integrationsmodell angelegt sein, in dem sich akutgeriatrische Angebote und solche der
Reha-Geriatrie ergänzen. Zusätzlich sollen im Sinne eines Gesamtansatzes Kooperationsmodelle mit Dritten für nicht-stationäre Angebote – etwa der geriatrischen Tagespflege – entwickelt werden (z.B. OP-Ambulanz, Reha-Einrichtung), sowie einer Notfallambulanz mit einer bedarfsgerechten Anzahl stationärer Betten.

Großburgwedel soll einen Neubau mit ca. 350 Betten erhalten. Der Standort ist nach Informationen von Burgwedel Aktuell ungeklärt, d.h. es käme auch ein vollkommen neuer Standort in Frage. Das alte Gebäude gilt nach unseren Informationen als nicht zukunftsfähig, wird also vermutlich auch nicht ergänzend zu einem Neubau weiterbetrieben.

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