TSV Burgdorf II gewinnt das Derby – TSG-Trainer Bätjer stinksauer

Lennart Carstens von der TS Großburgwedel (rechts) versucht den TSVer Maurice Dräger, der heute seinen 22. Geburtstag mit einem Sieg krönte, beim Torwurf zu hindern.

Jürgen Bätjer ist sauer, genauer gesagt eher stinksauer. Der Trainer der Handballer der Turnerschaft Großburgwedel schüttelt auch Minuten nach der 27:29 (14:15)-Niederlage bei der TSV Burgdorf II nur mit dem Kopf. „Das ist eine Mogelpackung hier“, urteilt er. „Nach außen hin wird das hier als ‚Jung-Recken‘ verkauft, und dann wird hier in so einem Spiel ein 41-Jähriger eingesetzt. Das ist doch für jeden jungen Spieler ein Schlag ins Gesicht“, zielt er direkt auf Andrius Stelmokas, der in der vergangenen Saison noch das TSG-Trikot trug und beim Perspektivkader des Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf als Co-Trainer auf der Bank sitzt. Aber Bätjer schießt nicht nur gegen die TSVer, sondern auch gegen das Schiedrichtergespann: „Die pfeiffen nicht bei Schrittfehlern, Fouls und anderen Dingen, dafür verhängen sie sechs 2-Minutenstrafen gegen uns“,  sieht sich der TSG-Trainer, der selbst eine 2-Minutenstrafe erhielt, und sein Team benachteiligt.

Dabei war es bis zur Pause noch ein sehenswertes Spiel beider Mannschaften, die sich auf Augenhöhe begegneten und vor ausverkaufter Kulisse zeigten, dass sie nicht ohne Grund Tabellennachbarn in der 3. Liga Nord sind. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen, mal waren die Großburgwedeler vorne, mal die gastgebenden Burgdorfer. So ging es mit der leichten 15:14-Führung für die TSV in die Pause. Nach dem Wechsel agierten die TSVer spritziger und agiler, vor allem Maurice Dräger, der zusammen mit seinem Zwillingsbruder Yannick heute seinen 22. Geburtstag feierte, setzte mit seinen Toren zu Beginn der 2. Halbzeit Akzente. Schnell stand es 17:14 für die Hausherren, nach 41 Minuten leuchtete das 20:17 auf der Anzeigetafel. Bätjer versuchte das Blatt zu wenden, indem er immer wieder für den Torwart einen weiteren Feldspieler brachte, doch es sollte nicht reichen. Auch weil TSV-Schlussmann Jendrik Meyer mehrere TSG-Würfe vereitelte und selbst, weil das TSG-Tor leer stand, zwei Tore erzielte. Die TSver zogen auf 23:18 davon (47.). Die Göäste gaben jedoch nicht auf, nuten in der Folgezeit die sich ihnen bietenden Chancen besser aus und kamen auf 23:20 heran. Doch die 50. Minute sollte der Wendepunkt der Partie werden: Drei 2-Minutenstrafen innerhalb von 16 Sekunden machten es für die TSG unmöglich, das Ruder noch umzureißen. Sören Kress, Christian Hoff und Steffen Dunekacke, letzteren gelang sogar ein Tor un dieser Konstellation, standen in der Offensive alleine auf weiter Flur gegen 6 TSV-Feldspieler, die jeden Angriff innerhalb von Sekunden zum Torwurf nutzten. In der 54. Minute waren die TSVer wieder 5 Tore vorne, so dass sie bis zum Ende nur noch die Zeit abspielen brauchten, um den 29:27-Sieg feiern zu können.

„Wir haben taktisch alles richtig umgesetzt und verdient gewonnen“, so ein sichtlich glücklicher TSV-Trainer Heidmar Felixson nach dem Spiel. „Es war ein enges und kanppel Spiel, aber mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung haben wir am Ende gewonnen“, urteilt er.

TSV Burgdorf: Jendrik Meyer (2), Fabian Piatke, Andrius Stelmokas (1), Niklas Diebel, Amadou Jobe, Jannes Krone (1), Yannick Dräger (3), Till Herrmann (1), Maurice Dräger (9), Julius Hinz (4), Johannes Marx (6), Steffen Schröter, Hannes Feise (2), Lars Hoffmann.

TS Großburgwedel: Jan Schenkel, Patrick Anders, Markus Hammerschmidt, Lennart Carstens (3), Sören Kress (2), Christian Hoff (4), Chris Meiser (4), Nils Wilken (2), Lennart Koch (1), Erik Gülzow (4), Finn Liedtke, Jonas Krabbe, Steffen Dunekacke (6), Justin Magnus Behr (1).

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