Am Ende des Festkommers in Kleinburgwedel mahnt der Schützenchef

Schützenkönig Johannes Mente (2. von links) verwies Sascha Glombik, Harald Spaeth und Andreas Koernig auf die weiteren Plätze.Foto: Bastian Kroll

Erneut ein volles Zelt fand der 1. Vorsitzende des Schützenvereins Kleinburgwedel, Volker Speckmann, am gestrigen Freitag, 7. Juni 2019, auf dem Festplatz vor. Rund 280 Gäste wollten sich den Festkommers am ersten Schützenfesttag nicht entgehen lassen. Mit großen Applaus wurden die neuen Majestäten gefeiert, doch am Ende des offiziellen Teils richtete der Schützenchef noch ernste Worte an die Gäste.

"Es ist erfreulich, dass es zu Pfingsten auch im Festzelt in Kleinburgwedel voll ist und nicht nur auf den Autobahnen", freute sich Burgwedels Bürgermeister Axel Düker in seinen Grußworten. Er dankte den Mitgliedern des Schützenvereins, die es jedes Jahr möglich machen, dass in Kleinburgwedel ein Schützenfest gefeiert werden kann. "Die Arbeit wird ja nicht nur vom Vorsitzenden gemacht", betonte er. Worte, die später noch einmal vom 1. Vorsitzenden – wenn auch indirekt – aufgegriffen wurden.

Zunächst einmal konnte der Vorsitzende unter den vielen Gästen unter anderem Abordnungen der befreundeten Schützenvereine aus Großburgwedel, Fuhrberg, Wettmar, Thönse und Engensen begrüßen. Zudem den Präsidenten des Kreisschützenverbandes (KSV) Burgdorf, Werner Bösche, die Ehrenmitglieder Helmut Lindemann und Rüdiger Mente sowie Toni aus Gran Canaria, der immer zum Schützenfest nach Kleinburgwedel kommt. "Eigentlich bin ich auch ein kleiner Spanier", witzelte Volker Speckmann. Er dankte dem Festwirt Iris und Jörg Ahrend, Peter Lindemann für das Festessen wie auch Schausteller Norbert Mantau, der nunmehr im 41. Jahr den Festplatz in Kleinburgwedel zum Schützenfest bestückt und hierfür als Dank ein kleines Geschenk bekam.

"Es sind viele, viele Hände, die hier mithelfen", betonte der 1. Vorsitzende. "Das ist nicht selbstverständlich", dankte er den Helfern, wie auch den vielen Sponsoren, die mit Geldbeträgen das Schützenfest unterstützen und einzeln namentlich erwähnt wurden.

Nachdem um 20:08 Uhr das Schützenfest mit Schüssen aus fünf Vorderladern eröffnet wurde, gab Pastor Jens Blume dem Fest seinen Segen. In seinen kurzen Grußworten gab er zu bedenken, sich nicht an Kleinigkeiten aufzuhalten, sondern "den Zauber des Moments" zu genießen. "Das wird das beste Schützenfest, was wir je hatten", gab er der Festgesellschaft als Auftrag auf den Weg.

Ehe die neuen Majestäten gekürt werden konnten, konnte KSV-Präsident Werner Bösche noch Ehrungen für besondere Verdienste um das Schützenwesen verleihen. Die Ehrennadel in Bronze des KSV erhielten Sandra Hartmann-Rührig, Veronika Lettau, Margaret Lettau, Marita Biczok, Gabriele Vogel, Katja Beimfohr und Annegret Kapzyk. Die KSV-Ehrennadel in Silber erhielt Harald Spaeth. Vom Niedersächsischen Sportschützenverband wurde Nick Bienio mit der Verdienstnadel in Bronze und Katrin Schiermann mit der Verdienstnadel in Silber geehrt. Mit der höchsten Ehrung des KSV Burgdorf, der Ehrennadel in Gold, wurde Thomas Fischer ausgezeichnet.

Nach den Ehrungen war, wie schon zum Kommers-Essen, die Band Happy Connection am Zug, die das Festzelt zum Schunkeln brachte. Aber auch Mitklatschen und Mitsingen war durchaus erlaubt.

Es folgte der Höhepunkt des Abends: Die Könige des Vorjahres, die zuvor am Feuerwehrhaus abgeholt worden waren, gaben ihre Ketten ab und die neuen Majestäten traten nach vorne.

Der Schützenkönig 2019 heißt Johannes Mente, der sich ein enges Rennen mit seinen Kontrahenten lieferte. Die ersten zehn Plätze hatten 30 Ring erzielt, er aber mit einem 25,5 Teiler am besten gezielt. Auch Schützenkönigin Viola Borchers hatte es nicht einfach. Ebenfalls 30 Ring und ein 50,2 Teiler reichten zum Titel. Den Titel Jungschützenkönig sicherte sich Timo Wilkens mit 30 Ring und einem Teiler von 26,8. Er errang zudem auch die Juniorenkette. Die Jugendkette sicherte sich Paul Jonas Hennings Kinderkönig 2019 ist Hayden Reinecke, der sich mit einem 81,2 Teiler durchsetzte. Der Bürgerkönig stellte in diesem Jahr die Schützen in den Schatten: Mit einem 8,2 Teiler holte sich Julius Torben Stamkort die Bürgerkönigswürde.

Beim "Jungen Volk" wurde Corinna Hasse mit einem Teiler von 14,0 Königin. Das "Junge Volk" hatte in diesem Jahr eine weitere Majestät zu küren. Es wurde die "Junges Volk Revival"-Scheibe ausgeschossen, auf die die bisherigen Sieger der "Junges Volk"-Scheibe mit einem Schuss anlegen konnten. Diese sicherte sich Sonja Reibenstein mit einem 83,1 Teiler.

Eng ging es beim Schießen um die Festscheibe zu, deren Sieger noch geheim war. Mit einem 11,0 Teiler kam Stella Schünemann-Heller "nur" auf Platz 4. Es gewann Dennis Koernig mit einem 7,0 Teiler. Das Niedersachsen-Pferd gewann Alexandra Röhrig, der Behnke-Pokal ging an Monja Nettelmann.

Spannend wurde es auch bei der Bekanntgebe der Sieger um den Dorfpokal, an dem 20 Gruppierungen kämpften. Es setzte sich "Schneewittchens Team" der Familie Sonnefeld – Kerstin, Lena, Inga, Walter und Erik – durch.  Den Fairnesspokal, den die beste Mannschaft mit den wenigsten Schützen erhält, holte sich das Team "Volltreffer 3006" mit Gerd Kleinschmidt, Andreas Fent, Susanne Fent und Heidrun Kleinschmidt.

Ehe jedoch zum Ehrentanz aufgefordert wurde, hatte der 1. Vorsitzende noch ein paar ernste Worte loszuwerden. "Wir haben in diesem Jahr einen Sicherheitsdienst. Das schreiben die Auflagen nun vor. Formulare, Formulare – die müssen ausgefüllt werden, so dass ich fast eine Sekretärin brauche. Dass wir das hier alle ehrenamtlich machen, weiß jeder. Entweder wird bekommen richtige Unterstützung oder die große Feste werden in den Vereinshäusern gefeiert", ärgerte sich Speckmann über die überbordende Bürokratie. "Wenn die uns weiter so ärgern, dann müssen wir dieses tun", machte er seinem Unmut Luft. Wohl wissend, das Burgwedels Bürgermeister Axel Düker in den Reihen der Gäste sitzt.

Nicht nur, dass nun ein Sicherheitsdienst gefordert werde, "nein, wir müssen eine Stunde eher, um 2 Uhr, die Zeltparty beenden. ‚Sonst kippt das Fest‘ wurde mir zur Erklärung gesagt, dabei haben wir doch einen Sicherheitsdienst", verstand Speckmann die Welt nicht mehr.

Dabei hatte Pastor Jens Blume in seinen Grußworten eine ganz pragmatische Idee in den Raum geworden: Den Hitzköpfen eine Tonne mit Eiswasser zum Abkühlen hinzustellen.

Die Stimmung vermiesen lassen sich die Kleinburgwedeler zumindest nicht: Nach dem Kommers wurde zur Musik der Happy Connection, die einen guten Einstand in Kleinburgwedel feierten, ausgiebig getanzt und mitgesungen.

Am heutigen Sonnabend, 8. Juni 2019, starten die Schützen um 14 Uhr mit dem Anbringen der Königs-Scheiben des Jungschützenkönigs und der Kinderkönigin. Um 15 Uhr beginnt auf dem Festzelt des Festprogramms mit Kaffee und Kuchen und gegen 16:30 Uhr folgt der Kindernachmittag mit Kinderdisco im Festzelt nach Eintreffen des Festumzuges Nach dem Königsessen um 18 Uhr beginnt der Festball mit DJ Galaxy um 20 Uhr.

Am Sonntag beginnt um 11 Uhr der Zeltgottesdienst mit Pastor Jens Blume. Um 12 Uhr setzt sich der Umzug zum Anbringen der weiteren Königsscheiben in Bewegung. Ab 20 Uhr wird erneut zum Festball und Ausklang des Schützenfestes mit DJ Galaxy eingeladen.

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