AWO hat neues Präsidium gewählt: Dr. Silke Lesemann bleibt Vorsitzende

Der neue Vorstand der AWO Region Hannover (von links): Dirk von der Osten, Knud Hendricks, Burkhard Teuber, Silke Lesemann, Dietlinde Feulbach, Ingrid Ramolla, Burghardt Dierker-Ochs, Petra Rudszuck, Michael Klie, Horst Knoke, Hans-Werner Blume, Gaby Buschang-Karnatz, Klaus-Georg Schwarz, Gudrun Mennecke, Andreas Hammerschmidt, Birgit Merkel. (nicht auf dem Foto: Helga Büschking und Waltraud Wolf)

Auf der Regionskonferenz der AWO Region Hannover e.V. in Hannover am gestrigen Sonnabend, 8. Februar 2020, haben 135 Delegierte der AWO Ortsvereine über eine grundlegende Strukturreform abgestimmt und die Satzungsänderungen zum Präsidial-Modell beschlossen. Das neue an diesem Modell: Das neue Präsidium bekommt mehr Kontrollfunktionen, ähnlich einem Aufsichtsrat. Die bisherigen Mitglieder der Geschäftsführung werden zum hauptamtlichen Vorstand.

Als Vorsitzende des Präsidiums gewählt wurde Dr. Silke Lesemann aus dem Sehnder Ortsteil Bolzum, die schon acht Jahre den Verband geführt hat. Stellvertretende sind Birgit Merkel, Hannover, und Knud Hendricks, Hannover. "Seit 100 Jahren ist die AWO das soziale Rückgrat in Hannover", betonte Lesemann nach ihrer Wahl. "Die Grundlage für den Erfolg unserer Arbeit ist das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Sie und die Ehrenamtlichen in den AWO Ortsvereinen seien das Gesicht für Menschlichkeit und Miteinander in der Region Hannover. "Wir können insgesamt auf eine sehr positive Entwicklung zurückblicken und haben in den vergangenen vier Jahren erfolgreiche Arbeit geleistet, sagte der neue AWO Vorstandsvorsitzende Burkhard Teuber in seinem Bericht über die wirtschaftliche Lage der AWO Region Hannover. Das sei in erster Linie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken.

"Die AWO wird sich auch künftig dort einsetzen, wo die Menschen Unterstützung und Hilfe benötigen", so Teuber zur zukünftigen Ausrichtung des Verbandes. Zu den Schwerpunkten in Hannover werden die Kinder- und Jugendarbeit, die Migrationsarbeit und die Betreuung und Begleitung von Seniorinnen und Senioren, die Pflege kranker und alter Menschen und der Ausbau der Beratungsdienste gehören. Die AWO sei ein verlässlicher Partner für die Kommunen vor Ort, der Landeshauptstadt Hannover und der Region Hannover. "Wir können viel für die Gesellschaft leisten, wenn die Rahmenbedingungen auf allen föderalen Ebenen stimmen", betonte Teuber. Besondere Herausforderungen sieht Teuber in der Professionalisierung der Dienstleistungen, im Fachkräftebedarf und in der Digitalisierung. Die Sozialwirtschaft sei eine sehr schnell wachsende Branche. "Daher war es auch notwendig, die AWO Strukturen anzupassen", sagte Teuber. Der hauptamtliche Vorstand habe zukünftig mehr Entscheidungskompetenz und könne schneller reagieren.

Auf der Regionskonferenz wurden die Weichen für die zukünftige Ausrichtung der AWO Region Hannover gestellt. Die Delegierten stimmten über verschiedene sozialpolitische Sachanträge ab. Dazu gehört die Bekämpfung von Armut. Auch zukünftig – so zeigen die aktuellen Entwicklungen – bleibt das Thema Armut ein gesellschaftliches Problem. Die AWO wird der anhaltenden, wachsenden und in den Einrichtungen zu beobachtender Armut von Kindern, Jugendlichen, Familien und alten Menschen weiterhin aktiv entgegenzuwirken.

Weitere Beschlüsse auf der Regionskonferenz waren zum Beispiel: eine bessere Ausstattung im schulischen Ganztagsbetrieb – die Klassenräume seien für die Umsetzung pädagogischer Angebote ungeeignet, es gebe kaum Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen; die Erweiterung des Präventionsprojektes gegen Schulvermeidung an Grundschulen –  die Erfahrung der AWO Fachstelle Schulvermeidung zeige, dass sich schulvermeidendes Verhalten nicht erst in den weiterführenden Schulformen entwickelt, sondern bereits in der Grundschule beginnt; eine bessere Finanzierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit ihren Einrichtungen – Haushaltsmittel müssten entsprechend der tariflichen Abschlüsse sowie die Preissteigerungen kontinuierlich fortgeschrieben werden. Darüber hinaus sprachen sich die Delegierten für einen Abschiebungsstopp nach Afghanistan aus und fordern einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Teilhabe für Roma. Auch zum Umgang mit der Partei Alternative für Deutschland (AfD) vertritt die AWO eine klare Position: "Eine Mitgliedschaft in der AfD ist unvereinbar mit den Grundwerten der Arbeiterwohlfahrt. Daher sei eine Beschäftigung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die Mitglieder in der AfD sind, nicht vereinbar.

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