Wolfsriss im Landkreis Nienburg: „Gefahr durch Wolf steigt massiv“

Der Abgeordnete Oliver Brandt (3. von links) bei einem Vor-Ort-Gespräch in Obershagen mit dem Schäfer Michael Kage (links), bei dem es um die Frage ging, wie Nutztierhalter ihre Tiere effektiv vor Wölfen schützen können. Mit dabei Hartmut Schulz (2. von links), Vorsitzender Hegering "Das Große Freie" e.V. in Burgdorf.

"Am 15. Juni sind auf einer Weide im Landkreis Nienburg zwei etwa 400 Kilogramm schwere Hannoveraner gerissen worden. Für diesen Riss ist sehr wahrscheinlich das Rodewalder Rudel verantwortlich. In der Region Hannover entsteht durch diese Geschehnisse eine völlig neue Sachlage bezogen auf die Wolfsgefahr. Einerseits handelt es sich bei diesen Pferden um große, kräftige Tiere, andererseits standen sie auf einer Weide mit acht weiteren Hannoveranern, die allesamt zwischen 400 und 600 Kilogramm wiegen", wie de stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion Region Hannover, Oliver Brandt, mitteilt.

"Die Gefahr durch den Wolf ist massiv gestiegen. Ein ‚Weiter so‘ darf es nicht geben. Der Wolf muss schnell ins Jagdrecht aufgenommen werden. Denn die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht würde die Entnahme einzelner Tiere deutlich erleichtern. Wenn ein Wolf Weidetiere angreift, muss er bejagt werden dürfen", erklärt Brandt.

Das Land Niedersachsen hat im April die Jagd auf den Rüden des Rudels ("GW717m") eingestellt, weil sie mehr als ein Jahr erfolglos war. "Das Tier hat immer wieder Nutztiere gerissen", so Brandt. Umweltminister Olaf Lies (SPD) begründete die Entscheidung damit, dass es in der Region seit Juli 2019 keine Risse mehr gegeben habe.

"Nach diesem schrecklichen Vorfall zeigt sich, dass es eine schwerwiegende Fehlentscheidung von Olaf Lies gewesen ist, die Jagd auf den Rüden einzustellen. Es ist nur schwer nachvollziehbar, dass erst Schlimmes passieren muss, bis die richtigen Schlüsse gezogen werden. Einen solchen Fall wie in Nienburg möchte ich nie wieder erleben. Die Region Hannover ist Pferderegion, das muss auch so bleiben. Es kann nicht sein, dass die Angst bei Reiterinnen und Reitern immer mehr zunimmt und die Politik schaut tatenlos zu", so der Regionsabgeordnete für den Wahlbereich Lehrte, Burgdorf und Uetze Oliver Brandt.

In der Region Hannover seien bisher rund 80 Nutztiere gerissen worden und es sei davon auszugehen, dass diese Zahl größer werde, so Brandt. "Aktuell lässt die Politik die Besitzerinnen und Besitzer von Weide- und Nutztieren mit diesem Problem ziemlich alleine. Deswegen ist es sinnvoll – neben der Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und die maximale Anzahl von Wölfen für einen bestimmten Bereich festzulegen – auch über eine Erhöhung der Kostenerstattung für ausgebildete Herdenschutzhunde nachzudenken", erklärt er.

"Die Kosten für einen ausgebildeten Herdenschutzhund liegen bei knapp 5.000 Euro. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) unterstützt die Anschaffung eines solchen zertifizierten Hundes mit einem 80-prozentigen Zuschuss. Die Erhöhung dieses Zuschusses kann dabei helfen, dass der Schutz vor dem Wolf steigt", so Oliver Brandt abschließend.

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6 Kommentare

  • Der Wolf hat in unserer Kulturlandschaft nichts zu suchen und gehört entnommen zu werden. Ohne Wenn und Aber.

    • Der Wolf war vor uns mörderischen Menschen da. Wer zu dumm ist, seine Tiere zu schützen, verdient es nicht anders. Nachts Tiere rein oder drumherum ein entsprechender Zaun und Herdenschutz. Was zum Teufel stimmt mit dem Menschen nicht, das er einfach alles Abk allen will….
      Wie würden Sie sich fühlen, wenn ich sage, das was Sie machen passt mir nicht, ohne wenn und aber sofort entnehmen.
      Und nein, bevor es kommt, es ist absolut nichts anderes. Der Mensch ist kein Gott und kann nicht über Leben entscheiden. Egal welcher Rasse das Lebewesen angehört.

      • Nachdem jahrelang alles dafür getan wurde, Nutz- und Reittiere artgerecht in Offenställen zu halten, ist es oft gar nicht möglich, sie nachts in Ställe zu bringen, ganz abgesehn von den zusätzlichen Kosten.
        Herdenschutzhunde können nur unter bestimmten Auflagen und nur in bestimmten Gebieten überhaupt eigesetzt werden. Und ist es wirklich erwünscht, dass im Fall der Fälle die Herdenschutzhunde mit den Wölfen auf Leben und Tod kämpfen? Wo Hundekämpfe in Deutschland doch eigentlich verboten sind?
        Und wolfssichere Zäune gibt es nicht, selbst aus den „Hochsicherheitstrakten“ der Zoos brechen gelegentlich Wölfe aus.
        Es gibt noch unendlich viele weitere Faktoren, die dagegen sprechen, den Wolf sich weiterhin munter vermehren zu lassen. Diejenigen, die sich nicht alltäglich mit den Folgen der Wolfsbesiedelung auseinandersetzen müssen, sollten sich rundum informieren, damit sie sehen, dass in unserem dicht besiedelten Land ein Miteinander mit einem Großraubtier nicht gelingen kann. Des Weiteren wünsche ich den „Wolfsfanatikern“, dass sie ihre Verbissenheit (schönes Wortspiel ;o) ) ablegen und den Fakten und Tatsachen neutral ins Auge sehen können. Der Wolf ist nicht dazu da, verquere Träume und Sehnsüchte zu erfüllen!

        • @Metallica, wir haben in Deutschland über 20 Jahre Wölfe, direkte Auseinandersetzungen zwischen HSH und Wölfen kann man an einer Hand abzählen. Du etablierst einen Popanz, völlig konträr zur jahrelang gelebten Praxis. Vielleicht sollte man mal nach Brandenburg oder Sachsen fahren, um zu lernen, wie man mit artgerechter Tierhaltung und Wölfen leben kann. Grau ist alle Theorie, besonders von „Experten“ ohne jede Praxis.

  • Was den Wolf betrifft, so leben wir hier im Landkreis Nienburg in einem echten Katastrophen-Gebiet.
    Wolfsrudel fressen unsere Pferde und die zuständigen Stellen schwätzen nur.
    Wenn die Unfähigkeit und Ignoranz der Politik weiter um sich greift, müssen wir notgedrungen diese Angelegenheit selbst in die Hand nehmen.

    Und noch was:
    „Liebe“ Politiker, ihr habt das alles gewusst, aber einfach weggesehen und eure Fürsorgepflicht auf das Gröbste verletzt.

  • @Gerald Hauser:
    Es gibt kein Land, in dem das Zusammenleben von Mensch und Nutztier funktioniert, es sei denn, die Tierbesitzer sind bewaffnet und machen von ihren Waffen Gebrauch. Das ist in Deutschland verboten.
    Und selbst wenn man – noch – offizielle Auseinandersetzungen zwischen Wolf und Herdenschutzhunden an einer Hand abzählen kann, legitimert das dazu, potentielle Hundekämpfe in Kauf zu nehmen?
    Sogennante „Experten“ haben uns auch erzählt, dass sich Wölfe nicht an Pferden vergreifen. Nun haben Wölfe sogar eine ganze Pferdeherde mit Großpferden angegriffen.
    Wenn von Experten immer wieder auf die Harmlosigkeit von Wölfen hingewiesen wird, die Wölfe selbst sich jedoch ihrer Natur entsprechend nicht harmlos verhalten, so kann den Experten nicht mehr geglaubt werden.

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