Was ist ein Treppensteiger und was sind die Vorteile?

Foto: Shutterstock: 735361786

Wer im Rollstuhl sitzt, für den sind Treppenstufen unüberwindbare Barrieren. Um dennoch ein weitgehend selbstständiges Leben im eigenen Zuhause zu führen, ist man an mobile Unterstützung gebunden. Mit einem Treppensteiger lassen sich Treppen sicher bewältigen. Die transportablen Elektrogeräte sind zuallererst für Rollstuhlnutzer gedacht. Sie bieten aber auch Menschen mit leichten Gehbehinderungen eine bedenkenswerte Alternative zum klassischen Treppenlift. Was für Treppensteiger spricht und wie hoch die Kosten ausfallen, erklären wir hier.

Treppensteiger als Mobilitätshilfe

In den vertrauten vier Wänden wohnen zu bleiben – nichts wünschen sich Menschen, die plötzlich auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sehnlicher. Doch die allermeisten Wohnungen und Häuser sind vom Ideal der Barrierefreiheit weit entfernt. Das größte Problem stellen Treppen dar. Damit die obere Etage nicht zum No-Go-Area wird, braucht es technische Hilfestellung. Hier kann ein Treppensteiger gute Dienste leisten. Grundsätzlich sind das Transportmittel, die durch ein Räder- oder Raupensystem fähig sind, Lasten und Menschen treppauf- bzw. treppab zu befördern.

Gut und gern 300 Kilogramm Maximalgewicht können einzelne Treppensteiger schultern. Viele schaffen bis zu 180 Kilogramm. Angetrieben werden die Treppensteiggeräte per Elektromotor. Erwartungsgemäß bietet der Markt verschiedene Modelle an. Dabei unterscheidet man zwei Grundausführungen: Es gibt Treppensteiger zur Ankopplung an Rollstühle (z. B. "scalamobil"), ferner Geräte mit integriertem Sitz (z. B. "scalacombi"). Letztere sind vor allem für Personen mit leichten Körperbehinderungen interessant. Anlaufpunkte sind die Hersteller von Treppensteigern oder das Sanitätshaus in der Nähe. Auch einige Treppenlift-Anbieter wie TS Treppenlifte® Hannover haben die Steiger im Programm.

Damit punktet ein Treppensteiger

Eng oder breit, kerzengerade oder kurvig, steil oder flach: Einem Treppensteiger ist die Art der Treppe egal. Unkompliziert meistern Menschen mit Handicap mit seiner Hilfe alle Stufen. Nahezu jede Treppe kann ein Treppensteiger überwinden. Ein weiterer Vorzug ist die einfache Steuerung, für die jedoch eine zweite Person vor Ort sein muss. Treppensteiggeräte sind zudem Meister der Flexibilität. Im Gegensatz zu ihrem allseits bekannten Verwandten – dem Treppenlift – werden Treppensteiger nie fest montiert. Während die Führungsschienen des Lifts direkt auf die Treppe zugeschnitten werden, kann der Treppensteiger jeden Tag auf anderen Stufen zum Einsatz kommen.

Damit spart man nicht nur den Aufwand für Um- und Einbau. Auch im Geldbeutel macht sich dieser Vorteil bemerkbar. Für die transportablen Treppensteiggeräte muss man weniger tief in die Tasche greifen: Je nach Bedürfnissen und Modell sind zwischen 1000 und 5000 Euro einzuplanen. Das ist oft preisgünstiger als ein Treppenlift. Zumal für Rollstuhlfahrer meist der Plattformlift erste Wahl ist, für den man 10.000 Euro aufwärts zahlen muss. Manch Vermieter sperrt sich auch gegen Umbauten im Sinne des barrierefreien Wohnens. Gerade Mieter greifen daher gern auf einen Treppensteiger zurück. Beim nächsten Umzug kann man das Gerät einfach mitnehmen.

So verwendet man ein Treppensteiggerät

Für Menschen mit eingeschränkten Gehfähigkeiten sind Treppensteiger eine Möglichkeit, Treppenstufen ohne Mühe sitzend zu meistern. Der eingebaute Elektromotor – betrieben durch einen regelmäßig aufzuladenden Akku (eine Ladung reicht durchschnittlich für 300 Stufen) – setzt einen Steigmechanismus in Gang. Handelt es sich um einen Treppensteiger zum Ankoppeln an den eigenen Rollstuhl, geschieht dies per Halterungssystem. In den zwei übergroßen Handgriffen, die durch eine Hilfsperson bewegt werden müssen, sind die Steuerelemente integriert. Hier wird auch festgelegt, ob es treppauf- oder treppab gehen soll. Bedient wird ein Treppensteiger also durch Dritte. Die müssen dafür aber keine Kraftprotze sein. Ein Tipp: Vor dem Kauf unbedingt durchtesten!

Vor allem Ältere haben bisweilen mit Unsicherheit und Angstgefühlen zu kämpfen. Die Hersteller wissen das. Ausgeklügelte Sicherheitssensoren machen die Verwendung eines Treppensteigers völlig ungefährlich. Ein Beckengurt umschließt den Rollstuhlfahrer. In allen Geräten sind zudem mehrere automatische Sicherheitsbremsen eingebaut, die den Steiger an jeder Treppenstufenkante anhalten. Auch um die Abnutzung des Treppenbelags muss man sich keine Sorgen machen. Ob lasierte Holzwendeltreppe oder schicker Teppichbelag, die Konstruktionen sind sehr schonend unterwegs.

Was ist das größte Manko eines Treppensteigers?

Der wesentlichste Nachteil eines Treppensteiggerätes ist seine Bedienung. Die ist zwar unkompliziert, aber man ist auf fremde Hilfe angewiesen. Lebenspartner oder Mitbewohner müssen wie beschrieben die Steuerung des Hilfsmittels übernehmen. Für Singlehaushalte – sie stellen in Großstädten klar die Mehrheit – ist das ein Knackpunkt. Ein komplett unabhängiges Mobilsein in den eigenen vier Wänden ist mit Treppensteiger also nicht möglich. Umso erfolgreicher haben sich die Steiggeräte in Wohngemeinschaften, Behinderteninternaten oder Altenpflegeheimen etabliert.

Treppenlifte hingegen garantieren auch für Rollstuhlnutzer ein selbständiges Leben. Die in Frage kommenden Plattform- oder Hublifte können per Kippschalter bzw. Fernbedienung allein gesteuert werden. Und sie sind vermutlich etwas komfortabler. Treppenlift-Anbieter beraten hier umfassend und kostenlos. Oft kann man auch Probefahrten absolvieren. Kurzum: Vor der Anschaffung eines Treppensteigers sollte man seine Situation genau durchdenken und potentielle Hilfspersonen in die Entscheidung einbeziehen. Das können auch Mitarbeiter des häuslichen Pflegedienstes sein.

Wie man seine Kosten minimieren kann

Ein- bzw. mehrere tausend Euro sind für den Kauf eines Treppensteigers aufzuwenden. Für die Ausführung mit integrierter Sitzschale liegt der Preis eher am oberen Level. Was die Wenigsten wissen: Im Gegensatz zu Treppenliften sind Treppensteiger vom Gesetzgeber als Pflegehilfsmittel definiert. Ist man pflegebedürftig (Pflegegrad 1 und höher), erstattet die Pflegeversicherung die Kosten. Der Antrag samt Kostenvoranschlag ist bei der Pflegekasse zu stellen. Diese ist an die zuständige Krankenkasse angeschlossen. Nutzer von Rollstuhl oder Gehhilfe kennen den Ablauf.

Tut es nicht auch ein Gebrauchtgerät? In der Tat muss es nicht immer ein fabrikneuer Treppensteiger sein, gerade wenn keine Pflegebedürftigkeit besteht. Ein gebrauchter Mobilitätshelfer kann bis zu 50 Prozent Kostenersparnis bringen. Der mögliche Nachteil bei gebrauchten Liften – die passgenaue und den Preis hochtreibende Herstellung der Schienen – entfällt bei Treppensteigern ohnehin. Wer das Gerät häufig und langfristig nutzen will, für den ist der Neukauf dennoch die beste Option.

Nicht selten müssen Betroffene – bspw. nach einem Verkehrsunfall – ihr gesamtes Wohnumfeld an die neuen Rollstuhl-Bedürfnisse anpassen. Barrierefreier Umbau ist das Schlüsselwort. Für dieses kostspielige Vorhaben bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Darlehen an, die bis zu 50.000 Euro umfassen können. Auch Förderprogramme der Bundesländer zum barrierefreien Wohnen sind eine Möglichkeit, die Kosten u. a. für einen Treppensteiger erstattet zu bekommen.

Weitere Informationen unter: Telefon: 0511 99971015 oder hannover@ts-treppenlifte.de

Wie möchten Sie kommentieren?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Loading Facebook Comments ...