Die Region macht sich auf den Weg zur klimaneutralen Verwaltung

Energiesparende Gebäude, zusätzliche E-Autos, weniger Papier: Die Region Hannover will spätestens im Jahr 2035 klimaneutral arbeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Regionsversammlung in ihrer heutigen Sitzung die Fortschreibung des verwaltungsinternen Klimaschutzkonzeptes beschlossen und damit zahlreiche Maßnahmen aus den Themenfeldern Mitarbeitermobilität, Gebäude- und Energie-management, Beschaffung und EDV auf den Weg gebracht.

"Als öffentliche Verwaltung haben wir eine Vorbildfunktion", erklärt Regionspräsident Hauke Jagau. "Wir wollen zeigen, dass eine klimaneutrale Arbeitswelt keine Zukunftsmusik ist. Der heutige Beschluss signalisiert: Es lohnt sich, sich jetzt mit aller Konsequenz auf den Weg zu machen."

"Mit der Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes tragen wir der Entwicklung im Klimaschutz Rechnung und legen ein umfassendes Paket über alle Verwaltungsleistungen vor", führt Christine Karasch, Umweltdezernentin der Region Hannover, aus. "Von der Sanierung unserer Gebäude bis zur verstärkten Nutzung von Fahrrädern für Dienstfahrten gilt es jetzt in allen von der Regionsverwaltung selbst beeinflussbaren Handlungsfeldern besser zu werden", so Karasch weiter.

Die regionseigenen Gebäude sollen – sofern noch nicht geschehen – energetisch saniert werden. Neubauten entstehen weiterhin im Regelfall im Passivhausstandard und damit nahezu klimaneutral. Vom Bau bis zum Abriss sollen möglichst wenig Ressourcen verbraucht und möglichst viele Materialien recycelt werden. Alle in Frage kommenden Dachflächen sollen bis 2030 mit Photovoltaik-Anlagen ausgerüstet sein. Zugekaufter Strom soll 2030 ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammen, Heizungsenergie vorrangig aus Fernwärme.

Auch im Bereich der Mobilität will die Verwaltung Tempo machen: Besteht der Fahrzeugpool der Region derzeit noch aus zwölf Verbrennern, einem Hybrid und sechs E-Autos, ist für 2030 ein Treibhausgas-neutraler Fuhrpark das Ziel. Dienstreisen sollen in den kommenden Jahren zunehmend durch Telefon- und Videokonferenzen ersetzt und wo nötig mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt werden. Zusätzliche Fahrradstellplätze und Ladesäulen für private E-Autos am Regionscampus, neue Fahrkartenangebote und die Stärkung der Telearbeit sollen Anreize für die Beschäftigten schaffen, auch privat auf klimafreundliche Verkehrsmittel zu setzen.

Bereits 2025 gilt für Beschaffungen: Nachhaltige Produkte haben grundsätzlich Vorrang, solange nicht rechtliche Gründe bei der Auftragsvergabe entgegenstehen. Um die Umsetzung sicherzustellen, entsteht eine Beratungs- und Koordinierungsstelle. Beim Catering, in Schulkantinen und dem Casino der Region spielen regional erzeugte, fair gehandelte und biologische Lebensmittel bereits eine große Rolle, die in den nächsten Jahren weiterwachsen soll. Im EDV- und IT-Bereich ebnen etwa die Abschaffung von Arbeitsplatzdruckern und die Einführung der eAkte im kommenden Jahr den Weg zur papierlosen Verwaltung.

Nach dem Ausschöpfen aller Möglichkeiten übrig gebliebene Emissionen aus Energieversorgung oder Dienstreisen wird die Verwaltung über einen Kompensationsmechanismus ausgleichen.

"Um die Etappenziele bis zur Treibhausgasneutralität der Verwaltung messen zu können, wird unsere Klimaschutzleitstelle neben den bisherigen regionsweiten CO2-Bilanzen ab sofort auch CO2-Bilanzen zu den Auswirkungen des Verwaltungshandelns erstellen", berichtet Umweltdezernentin Christine Karasch. "Damit können wir unmittelbar für unseren eigenen Wirkungskreis ablesen, wo wir nachjustieren müssen". Das Zahlenwerk für das Basisjahr 2020 soll in den kommenden Monaten vorliegen und zudem eine Einschätzung ermöglichen, was die einzelnen Maßnahmen kosten und ob die Regionsverwaltung Klimaneutralität bereits bis 2030 oder spätestens im Jahr 2035 erreichen kann. "Die Botschaft ist so oder so klar: Die Regionsverwaltung tut nicht nur das Nötigste, sondern alles Mögliche, um so schnell es geht, keine Treibhausgase mehr zu produzieren", so die Dezernentin.

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