Wie sieht eine gute Pokerhand aus?

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Ein paar Minuten, um die Regeln zu erlernen, ein Leben lang, um das Spiel zu beherrschen: Poker findet auch in Deutschland immer mehr Fans. Mit der Legalisierung von Online-Casinos dank des neuen Länderglücksspielstaatsvertrags ist die erlaubte Auswahl an Spielen deutlich größer geworden, und auch die Zahl der Pokerligen in Deutschland wächst kontinuierlich.

Weil Pokererfolg in erster Linie auf mathematischen Wahrscheinlichkeiten sowie auf psychologischen Kenntnissen und erst zuletzt auf dem Quäntchen Glück basiert, ist es für Anfänger wichtig, zu wissen, welche Hand vielversprechend ist und wann es sich lohnt, von vornherein zu folden, also auszusteigen. Gerade unerfahrene Zocker neigen dazu, viel zu lange im Spiel zu bleiben, selbst wenn ihre Karten von Anfang an schwach sind.

Erfahrene Pokerspieler wissen, dass es von Anfang an zählen kann, wenn sie folden, weil sie anschließend viel besser das Verhalten der anderen Spieler beobachten können. Deshalb empfiehlt es sich auch, wie Deutschlands erster Pokerweltmeister Pius Heinz jeden einzelnen Spielzug zu notieren und anhand der gesammelten Daten nicht nur festzustellen, welche Hände erfolgreich waren, sondern auch die eigenen Stärken und Schwächen gezielt unter die Lupe zu nehmen. Das lässt sich nirgends besser machen als im Online-Spiel, wo zudem häufig kostenlose Testspiele möglich sind.

Die Reihenfolge der besten Hände ist stets gleich, egal, welche der diversen Pokerversionen gezockt wird. Das Nonplusultra, und extrem selten zu erreichen, ist der Royal Flush. Der besteht aus einer aus Ass, König, Dame, Bube und Zehn zusammengesetzten Straße aus einer Farbe. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei verschwindend geringen 1:30.940 im Texas Hold‘em, der weltweit beliebtesten Pokerversion. Beim Omaha Hold‘em sind die Chancen auf einen Royal Flush größer, liegen aber immer noch nur bei 1:10.829.

Danach kommt der Straight Flush, mit einer beliebigen Straße in einer Farbe. Die Chancen darauf stehen beim Texas Hold‘em bei etwas weniger als 1:3590 und beim Omaha Hold‘em bei knapp 1:1258.

Danach kommt ein Vierling, also vier Karten mit gleichem Wert, der beim Texas Hold‘em eine Wahrscheinlichkeit von 1:595 besitzt.

Abschließend kommt im Werteranking ein Full House aus einem Drilling und einem Zwilling. Weil das gar nicht so selten vorkommt – beim Texas Hold’ em liegt die statistische Wahrscheinlichkeit bei etwas mehr als 1:38,5 –, kommt es im Zweifelsfall auf die Kartenwerte und Farben an. Das höchste Full House besteht aus drei Assen und zwei Königen. Bei einem Deck aus 52 Karten gibt es insgesamt 156 verschiedene Wertigkeiten für ein Full House beim Pokern – einer der Gründe, der es vielen Anfängern erschwert, ohne echtes Studium zu Experten im Spiel zu werden.

Anschließend kommt in der Rangfolge ein Flush, also fünf Karten in einer Farbe, gefolgt von einer Straße in einer Farbe. Danach kommt ein Drilling mit drei Karten im gleichen Wert, gefolgt von zwei Paaren, einem Paar und schließlich der höchsten Karte, falls keine der anderen Kategorien zutrifft.

Bis auf Five Draw, wo es keine Gemeinschaftskarten gibt, gilt es zu beachten, was für Kombinationen sich etwa bei Texas Hold‘em aus den eigenen zwei verdeckten Karten und der ersten aufgedeckten Gemeinschaftskarte ergibt. In jeder Pokerversion geht es darum, die beste Hand aus insgesamt fünf Karten zu bilden. Sind jedoch von Anfang an nur niedrige Karten dabei, die noch nicht einmal ein Paar bilden, gibt es nur eine Entscheidung: Folden und vom Zusehen lernen. Selbst bei niedrigen Paaren lohnt sich das Aussteigen häufig.

Experten haben in einer Studie festgestellt, dass Zocker, die mehr Runden gewinnen, im Endeffekt häufiger verlieren. Was unlogisch klingt, hat seine Erklärung in den relativ niedrigen Beträgen, die meist gewonnen werden. Diese Siege verlocken und verführen gerade unerfahrenere Zocker dazu, eine plötzliche Pechsträhne, die jeder Spieler erlebt, mit riskanteren Zügen beenden zu wollen, weil man sich so schön an das Gefühl beim Gewinnen gewöhnt hat.

Ein kluger Zocker hört stets auf den Kopf und nicht auf das Bauchgefühl, genau wie gute Spieler wissen, dass sie in erster Linie gegen die anderen Spieler und nicht deren Karten antreten. Es gehört nämlich einiges an Geschick dazu, festzustellen, wo die Macken anderer Zocker sind. Jemand, der übervorsichtig ist, lässt sich häufig durch einen kühnen Bluff zum Folden bewegen, obwohl er eine starke Hand hat. Andererseits gibt es Zocker, die sich hinreißen lassen und schon aus Prinzip bluffen oder sich überschätzen. Hat ein Spieler binnen Sekunden seine Entscheidung getroffen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er nicht allzuviel überlegt hat.

Zwar gibt es keine Garantien für eine Strategie, aber beim Pokern kommt es außer auf Nervenstärke und Konzentration auch aufs Durchhalten an. Schlechte Verlierer oder unsichere Spieler, die Schwierigkeiten haben, die unvermeidlichen Niederlagen zu verkraften oder zu wissen, wann es Zeit wird, Schluss zu machen und ein anderes Mal wieder zu den Karten zu greifen, werden längerfristig nur selten Erfolg haben. Deshalb ist Poker auch eines jener Spiele, von denen sich fürs Leben lernen lässt. Ein guter Zocker weiß, welche Risiken sich lohnen und welche nicht, genau wie er leichter feststellen kann, ob die Leute, mit denen er es zu tun bekommt, zuverlässig oder Blüffer sind.

Weil Poker dabei immer wieder für Überraschungen gut ist, wird es selten langweilig. Das schnelle Lernen der Regeln ist schließlich erst der Anfang.

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