Erste Burgwedeler Drehleiter: „Das ist ein historischer Tag für die Stadt Burgwedel“

Ortsbrandmeister Tibor Biczok, Bürgermeister Axel Düker, Stadtbrandmeister Carsten Rüdiger und Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing bei der öffiziellen Übergabe des Fahrzeugs.Foto: Bastian Kroll

Es ist das erste Fahrzeug, welche für die gesamte Stadtfeuerwehr Burgwedel angeschafft wurde und nun die Feuerwehrkräfte in ihren Einsätzen unterstützen wird: Die Drehleiter 23/12, die am heutigen Sonnabend, 9. Oktober 2021, offiziell den Feuerwehrkräften übergeben wurde. Sie wird bei der Schwerpunktfeuerwehr Großburgwedel stationiert werden, aber die Ausbildung mit den Einsatzkräften über alle Ortsfeuerwehren durchgeführt.

Zwei Leitern begrüßten die Besucher am heutigen Sonnabend, 9. Oktober 2021, die Gäste zur offiziellen Übergabe der Drehleiter an der Großburgwedeler Feuerwache: Die eine aus Holz und aus dem Jahr 1932, vollständig manuell bedienbar, und ein sogenanntes Hubrettungsfahrzeug, ausgestattet mit der modernsten Technik.

Rund 700.000 Euro hat die neue Anschaffung gekostet, wie Burgwedels Bürgermeister Axel Düker vor rund 120 Gästen berichtete. Er konnte neben den Einsatzkräften und Mitgliedern der Jugendfeuerwehr auch Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing, Abschnittsleiter Horst Holderith, die Kommandos der Burgwedeler Ortsfeuerwehren wie auch Abordnungen aus Isernhagen, Langenhagen, Wedemark und Burgdorf begrüßen. Letztere Kommunen stellten bislang eine Drehleiter zur Verfügung, wenn im Burgwedeler Stadtgebiet eine erforderlich wurde.

Lang war der Weg zur ersten Burgwedeler Drehleiter. Schon 1972 wurde das erste Mal über eine Anschaffung gesprochen. Am Ende vergingen fast 50 Jahre bis zur Realisierung. Vier Ortsbrandmeister versuchten immer wieder, dass die Politik einer solchen Anschaffung zustimmt. Zuletzt Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger, der nunmehr als Stadtbrandmeister das Fahrzeug aus den Händen von Bürgermeister Axel Düker überreicht bekam und es in die Hände von Großburgwedels Ortsbrandmeister Tibor Biczok gab. Das Fahrzeug war vergangene Woche vom Hersteller Rosenbauer aus Karlsruhe abgeholt worden und wird nun am Standort der Ortsfeuerwehr Großburgwedel vorgehalten. Ausbildungen in die Bedienung des neues Fahrzeuges sollen Einsatzkräfte aus allen Ortsfeuerwehren erhalten, um auf einen breiteren Personalpool zurückgreifen zu können.

"Der Ausschuss hatte am Anfang den Bedarf nicht gesehen", erinnerte der Feuerwehrausschussvorsitzende Matthias Tote und fügte hinzu: "Man kann ja seine Meinung auch ändern". Nicht zuletzt "leidenschaftliche Jahreshauptversammlungen", in denen um die Anschaffung einer Drehleiter gekämpft wurde, die Demonstration des Aufbaus einer Dreiteiligen Schiebleiter wie aber auch ein folgenschwerer Brand mit einem Toten in einem Mehrfamilienhaus im März 2019, bei dem Drehleiter aus Langenhagen angefordert wurde, scheinen bei den Politikern zum Umdenken geführt zu haben. Letztendlich hat die Politik in Burgwedel einstimmig dahinter gestanden. Im November 2019 wurde beschlossen, eine Drehleiter anzuschaffen, weil diese in vielen Szenarien eine wertvolle Hilfe ist. Nicht nur die Rettung von Menschen – zuvor mussten Leitern in Stellung gebracht werden oder auf die überörtliche Hilfe gewartet werden – gehe so einfacher und schneller. Auch in anderen Situationen wie der Bereitstellung eines zweiten Rettungsweges für die eigenen Einsatzkräfte oder aber die Unterstützung des Rettungsdienstes beim patientenschonenden Transport kann die Drehleiter helfen. "Wertvolle Minuten gehen nicht verloren", fasste es Bürgermeister Axel Düker zusammen. "Das ist gut investiertes Geld und gut für die nächsten Jahrzehnte", so Düker.

Mit der Übergabe der Drehleiter an die Ortsfeuerwehr ist mit einer zeitnahen Indienststellung noch nicht zu rechnen: 40 Stunden Ausbildung sind notwendig, um die Drehleiter im Einsatz benutzen zu dürfen. Solange leisten die angrenzenden Kommunen noch die nachbarschaftliche Löschunterstützung mit ihren Drehleitern.

"Die schönste und teuerste Drehleiter ist es nicht Wert, wenn nicht die Kameradinnen und Kameraden in den blauen Uniformen sie bedienen", betonte Stadtbrandmeister Carsten Rüdiger, der selbst über Jahre auf die Anschaffung einer Drehleiter drängte. "Das ist ein historischer Tag für die Stadt Burgwedel", so der Stadtbrandmeister. Für Carsten Rüdiger hielten Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing und Bürgermeister Axel Düker noch zwei Überraschungen bereit: Für besonderen Einsatz und als Anerkennung erhielt Carsten Rüdiger das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber. Es ist die zweithöchste Auszeichnung, die in der Deutschen Feuerwehr zu vergeben ist. Zudem wurde der Stadtbrandmeister der Dienstgrad "1. Hauptbrandmeister" verliehen.

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