Lesemann: „Wir brauchen vor allem mehr Frauen in den Bereichen MINT“

Prof. Dr. Josef von Helden (2.von links), Präsident der Hochschule Hannover, und Dr. Doris Schmidt (links), Leiterin des Projekthauses, empfingen Dr. Silke Lesemann, wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, und den bildungspolitischen Sprecher Stefan Politze im Labor des Projekthauses.

Was haben ein kleiner Pleo-Dino, ein Mini-Smarthome aus Holz, ein elektronischer Pflanzen-Gießbausatz und ein tanzender Roboter gemeinsam? Sie bieten Schülerinnen und Schülern im Projekthaus Zukunft MINT (PZM) der Hochschule Hannover praktische Einblicke in die Welt der Technik. Hier sollen junge Menschen, und insbesondere Frauen und Mädchen, an die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik herangeführt werden, um ihr Interesse für ein Studium in diesem Bereich zu wecken. Jetzt haben Dr. Silke Lesemann, wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, und der bildungspolitische Sprecher Stefan Politze das Projekthaus Zukunft MINT (PZM) der Hochschule Hannover in der Bismarckstraße besucht.

Empfangen wurden die beiden Abgeordneten von Prof. Dr. Josef von Helden, Präsident der Hochschule Hannover, und Dr. Doris Schmidt, Leiterin des Projekthauses. Schmidt zeigte den Gästen das Labor, in dem viele kleine und größere technische Geräte stehen, an denen sich die jungen Menschen ausprobieren können. "Zu uns können alle SchülerInnen kommen – von Klasse eins bis zum Abitur", betonte Schmidt. Mehr als 150 Schulklassen machen davon jährlich Gebrauch – und die Termine seien sehr begehrt. "Wenn wir acht Workshops freigeben, bekommen wir 300 Bewerbungen. Wir könnten jeden Tag mehrere halten", so Schmidt. Seit Gründung des PZM hätten bereits 16.000 Interessierte die Angebote des Hauses wahrgenommen.

Viele Schulen kämen auch mehrfach, weil die Lehrer und Schüler gleichermaßen begeistert seien und die Schüler von den Besuchen sehr profitierten. Dazu gehörten auch die KGS Sehnde und die KGS Pattensen. "Wir brauchen vor allem mehr Frauen in den Bereichen MINT. In diesen Fächern werden die zukunftsorientierten Themen entschieden", betonte Lesemann. Schmidt berichtete, dass das Projekthaus auch während des Corona-Lockdowns Workshops gegeben hat: Den Schülern wurden Bausätze nach Hause geschickt und der Unterricht fand online statt. Zu den Bausätzen gehörte eine automatisierte kleine Gießanlage für Zimmerpflanzen. Ein Sensor erkennt dabei, wann eine Pflanze trocken ist und leitet dann einen Gießprozess ein. "Bei uns können die Jungen und Mädchen erleben, wie zukunftsträchtige Technologien in der Praxis aussehen. Robotik, Apps für Smartphones, Computerspiele programmieren – all das machen wir hier", sagte Schmidt. Ziel sei es, die jungen Menschen in ihrer Lebenswelt abzuholen, in der Smartphones und Spiele eine große Rolle spielen. Schmidt führte außerdem "Smart Fashion" vor: mit elektronischen Accessoires, die leuchten können, werden Kleidungsstücke aufgepeppt.

Darüber hinaus bietet das Projekthaus ein Orientierungssemester an. Zwei Studierende berichteten den SPD-Abgeordneten, welche Erfahrungen sie dabei machen und wie sehr es ihnen bei der weiteren Berufsorientierung hilft. "Auch das ist ein sehr sinnvolles Angebot, denn es führt zu weniger StudienabbrecherInnen", betonte Lesemann.

Prof. Dr. Josef von Helden, Präsident der Hochschule Hannover, wünscht sich von der Politik eine Verstetigung des PZM. "Auch wir möchten, dass das Haus den Projektstatus verlässt und eine dauerhafte Finanzierung erhält", sagt Lesemann. Politze betonte, dass viele Bereiche der Wissenschaft und Bildung unterfinanziert sind. "Der Föderalismus bei der Bildung ist gescheitert, wir wünschen uns eine gemeinsame Finanzierung von Bund und Land." Deshalb fordere die SPD einen Bildungs-Soli, der mehr als zwei Milliarden Euro Mehreinnahmen allein für Niedersachsen bedeuten würde.

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