"Ausgezeichneter Lernort Demokratiebildung in Niedersachsen" (von links): Regionspräsident Steffen Krach, Andreas Mischok, Shaun Hermel und Stefanie Burmeister vom Team der Gedenkstätte Ahlem nahmen die Auszeichnung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne entgegen.Foto: Region Hannover, Philipp Schröder
"Ausgezeichneter Lernort Demokratiebildung in Niedersachsen": Dieses Schild schmückt künftig den Eingang der Gedenkstätte Ahlem. Heute besuchte Kultusminister Grant Hendrik Tonne das in seiner Geschichte bundesweit einmalige Informations-, Bildungs- und Gedenkzentrum an der Heisterbergallee und würdigte die Arbeit der hier tätigen Historiker*innen und Pädagog*innen.
"Zunehmender Rechtspopulismus, Extremismus und die drohende Spaltung der Gesellschaft – die Demokratie steht vielerorts unter Druck", so Kultusminister Tonne. "Die Gedenkstätte Ahlem setzt sich diesen Entwicklungen vorbildlich entgegen und macht gerade jungen Menschen eine Vielzahl an zeitgemäßen Bildungsangeboten. Daher verdient sie eine besondere Würdigung als Lernort der Demokratiebildung in Niedersachsen."
Regionspräsident Steffen Krach nahm die Auszeichnung mit sichtbarer Freude entgegen: "Das ist eine tolle Wertschätzung der Arbeit, die wir mit und in der Gedenkstätte Ahlem leisten. Und es ist ein wichtiges Zeichen, dass diese Einrichtung in der Öffentlichkeit als ein besonderer Ort historisch-politischer Bildung wahrgenommen wird." Die Gedenkstätte Ahlem gelte als anerkannte Institution, die aktuelle Themen und Trends aufgreife und vor allem jungen Menschen zeitgemäße Bildungsangebote mache.
Beispiele dafür gibt es viele: So finden in der Gedenkstätte nicht nur regelmäßig Führungen und Workshops für Schulklassen und -gruppen statt, die sich mithilfe moderner Medien einen persönlichen Zugang zu unterschiedlichen hier verorteten Biografien und Aspekten der Geschichte erschließen können. In Projekten mit einem hannoverschen Graffiti-Künstler erhalten Jugendliche die Möglichkeit, sich künstlerisch mit der Geschichte des Ortes zu beschäftigen. Die Reihe "Musik aus Israel" der Gedenkstätte mit dem Café Glocksee holt regelmäßig israelische Musikerinnen und Musiker für Live-Auftritte nach Hannover und belebt so den Austausch zwischen deutscher und israelischer Kultur – so auch das Denk.Mal.Garten.Fest, zu dem die Gedenkstätte Ahlem alle zwei Jahre einlädt. Aktuell regt die Gedenkstätte mit der Reihe "Nachspielzeit" und dem hannoverschen Traditionsclub SV Arminia den gesellschaftspolitischen Diskurs rund um Ausgrenzung und Menschenrechtsverletzungen, Antisemitismus und Homophobie im Fußball an.
Die Gestaltung besonderer Gedenktage wie den Holocaust-Gedenktag und Erinnerungstage in Auseinandersetzung mit dem System der Zwangsarbeit oder der Verfolgung von Sinti und Roma übernehmen alljährlich Schulklassen, die eine Kooperation mit der Gedenkstätte Ahlem pflegen – darunter die Sophienschule, das Johannes-Kepler-Gymnasium Garbsen, die Helene-Lange-Schule, die IGS Linden und die BBS Hannah Arendt.
Die Gedenkstätte Ahlem
Die Gedenkstätte Ahlem auf dem Gelände der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule ist ein Informations-, Bildungs- und Gedenkzentrum, dessen Strahlkraft weit über die Grenzen der Region Hannover hinausreicht. Das Besondere des Ortes liegt darin begründet, dass er von jüdischer Kultur und Hoffnung, aber auch von Verbrechen und Vernichtung zu berichten weiß: Von 1893 an wurden an der Heisterbergallee jüdische Jungen und Mädchen in Gartenbau und Handwerksberufen ausgebildet. Dann kamen 1941 die Nazis und missbrauchten den Ort als Sammelstelle für Deportationen. Ab 1943 waren Folter – später Morde – in dem "Polizei-Ersatzgefängnis" für Zwangsarbeiter, politische Häftlinge, Sinti und Roma bis zur Befreiung blutiger Alltag. Die Gedenkstätte macht das eine wie das andere Kapitel der Geschichte sichtbar.
Ausstellung und pädagogisches Konzept
Für den denkmalgeschützten Altbau hat ein Team aus Historikerinnen und Historikern, Politologinnen und Politologen, Pädagoginnen und Pädagogen ein modernes Ausstellungkonzept erarbeitet. Die Wände der knapp 400 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche sind mit Texten, Fotos sowie Bildschirmen versehen. Auf ihnen sind Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu sehen. Informationsstelen geben ebenfalls Auskunft zu einzelnen Aspekten der Ausstellung. Im ersten Obergeschoss der Ausstellung liegt der Fokus auf Verfolgung und Ausgrenzung während des Nationalsozialismus in Ahlem. Das zweite Obergeschoss ist dem deutsch-jüdischen Leben in der von dem Bankier Moritz Simon gegründeten Gartenbauschule gewidmet. Dieser Bereich stellt die Geschichte in den Jahren von 1893 bis 1942 und nach der Befreiung 1945 dar. Im Dachgeschoss befinden sich modern ausgestattete Seminarräume. Im Sockelgeschoss des Neubaus bietet ein Veranstaltungsraum Platz für Lesungen, Sonderausstellungen und Zeitzeugengespräche. Im Erdgeschoss befindet sich eine Mediathek.
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