Autorenarchiv: Bastian Kroll (Über uns)

Feuerwehren üben Unwettereinsatz

Mit einer am vergangenen Freitag, 11. Oktober 2019, durchgeführten Unwetterübung probten die Feuerwehren der Region Hannover den Ernstfall für die immer häufiger und stärker vorkommenden Unwetter. Ziel dieser regelmäßig durchgeführten Übung war es, die Kommunikationswege sowie den Umgang der Einsatzkräfte mit der Lage zu überprüfen und weiter zu verbessern.

Als Übungsszenario wurde ein Unwetter angenommen, das die Region Hannover getroffen hat. Sowohl Sturmschäden als auch Schäden durch Starkregen galt es zu bewältigen. Allerdings wurden dazu nicht die einzelnen Ortsfeuerwehren eingesetzt, sondern in den Städten und Gemeinden haben sich so genannte Stabseinheiten "ELO" (Einsatzleitung Ort) getroffen. Diese koordinierten die Einsätze in ihrem Zuständigkeitsgebiet und ordneten die zur Verfügung stehenden Einheiten (Ortsfeuerwehren) zu.

Am Haus der Region in Hannover traf sich die "Technische Einsatzleitung Region Hannover" (TEL). An die TEL wurde aus den beteiligten Städten und Gemeinden berichtet, um ein Gesamteinsatzbild für die Region Hannover zu erstellen. Diese Informationen wurden dann an den Regionspräsidenten, die Verwaltung sowie den Regionsbrandmeister und weitere Stellen übermittelt und bildeten die Grundlage für weitergehende Entscheidungen.

Durch diese Vorgehensweise können frühzeitig Vorkehrungen getroffen werden, soweit sich die Schäden in der Region Hannover verschlimmern und weitere Kräfte anderer Hilfsorganisationen angefordert werden müssen. Bis hin zur Ausrufung des Katastrophenfalls, der Voraussetzung ist, um Feuerwehren aus anderen Landkreisen zur Unterstützung anzufordern.

Um eine reibungslose Kommunikation während dieses Szenarios zu gewährleisten, erfolgt der Austausch der Einsatzlagen nicht über die Regionsleitstelle sondern über Fax oder Mail. Die Anforderung weiterer Kräfte erfolgt ebenfalls über diese Kanäle oder per Telefon. Dadurch wird gewährleistet, dass die Funkkanäle den Einsatzkräften vor Ort zur Bewältigung ihrer Einsätze zur Verfügung stehen.

Eine zusätzliche Herausforderung für die Stabsstellen bestand darin, dass Kräfte vorzuhalten waren, die die tagtäglichen Einsätze, die parallel zum Unwettereinsatz anfallen, zu managen.

Zum Abschluss der etwa dreistündigen Übung konnte ein positives Fazit gezogen werden. "Die aufgebauten Strukturen funktionieren", lobte Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing (Wennigsen). Der Leiter der TEL, Alfred Blume (Seelze), und sein Stellvertreter, Jörn Engel (Neustadt a. Rbg.), zeigten sich ebenfalls zufrieden, stellten aber auch ein paar noch aufzuarbeitende Schwachstellen fest. Sie betonten, dass das Aufzeigen von Verbesserungsbedarf den Erfolg einer Übung ebenfalls ausmachen.

Drei Tage das politische Berlin mit Caren Marks entdecken

Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Caren Marks blickten 50 Bürgerinnen und Bürger aus dem Wahlkreis Hannover-Land I hinter die Kulissen des politischen Berlins. Nach der Ankunft am Hauptbahnhof führte die dreitägige Fahrt für politisch Interessierte die Gruppe zuerst zum historischen Reichstagsgebäude. Dort hörten die Gäste auf der Tribüne des Plenarsaales zunächst einen informativen Vortrag über die Arbeit des Parlaments sowie über die Geschichte und Architektur des Gebäudes. Anschließend trafen sie ihre Abgeordnete Caren Marks zu einem Gespräch und informierten sich aus erster Hand über ihre Aufgaben als Abgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium sowie über die aktuellen politischen Geschehnisse in Berlin. Bei schönstem Herbstwetter ging es danach auf die Reichstagskuppel.

Weitere Programmpunkte führten die Gäste in die Erinnerungsstätte des ehemaligen Notaufnahmelagers Marienfelde sowie in das ehemalige Stasigefängnis Lindenstraße in Potsdam, wo sie von zwei Zeitzeugen durch die Gedenkstätte geführt wurden. Am letzten Tag ihrer Berlinreise trafen die Teilnehmer dann noch einmal auf ihre Abgeordnete: Im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend überraschten sie Caren Marks bereits am Morgen mit einem großen Blumenstrauß, denn es war ihr Geburtstag. In der anschließenden Diskussion ging es dann unter anderem um die aktuelle Familienpolitik der Bundesregierung. Dazu erläuterte Caren Marks: "Mit dem Starke-Familien-Gesetz stärken wir Familien mit kleinem Einkommen und schaffen für Kinder bessere Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe. Zusätzlich zum Kindergeld erhalten nun mehr Familien den Kinderzuschlag, darunter viele Alleinerziehende. Auch die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket wurden verbessert, so fällt zum Beispiel beim Mittagessen in Schule oder Kita der Eigenanteil weg und das Schulstarterpaket wurde von 100 auf 150 Euro erhöht".

Abgerundet wurde die dreitägige Reise mit einer Stadtrundfahrt, einem Besuch des "Tränenpalastes" sowie der Gedenkstätte Berliner Mauer. Nach einer turbulenten Rückfahrt aufgrund einer Oberleitungsstörung traf die Gruppe erst spät in der Nacht wieder in Hannover ein. Die Laune blieb dennoch gut, denn es gab viele mitgenommene Eindrücke aus der Bundeshauptstadt zu teilen.

Polizei sucht weitere Zeugen von Blaulichtfahrt eines Mercedes CLA

Ein bisher unbekannter Mann hat am Donnerstagnachmittag, 10. Oktober 2019, gegen 16:50 Uhr, mit seinem Mercedes CLA 220 auf der B65 und der A7 missbräuchlich ein Blaulicht benutzt und dabei weitere Verkehrsteilnehmer genötigt. Die Polizei sucht nach Zeugen und Geschädigten des Vorfalls.

Den Angaben eines Verkehrsteilnehmers zufolge war der unbekannte Autofahrer zunächst auf der B 65 aufgefallen. Der Mercedes-Fahrer fuhr mit seinem weißen CLA 220 von Hannover kommend in Richtung Peine. Im Bereich der Auffahrt Hannover-Anderten zur A7 überholte er widerrechtlich mehrere Verkehrsteilnehmer, die sich bereits auf der Auffahrt zur A7 befunden hatten. Durch die widerrechtliche Nutzung eines Blaulichts im Bereich seiner Windschutzscheibe hielt sogar ein Verkehrsteilnehmer mit seinem Auto im sogenannten "Innenohr" an und machte dem Mercedes CLA 220 Platz. Auf der A7 beschleunigte der Mercedes deutlich stark und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Hamburg davon.

Der 39-jährige Fahrer des Mercedes konnte durch die Polizei mittlerweile ermittelt werden. Dennoch sucht die Autobahnpolizei nach Zeugen und weiteren Geschädigten des Vorfalls. Hinweise nehmen die Beamten unter der Rufnummer 0511/1098932 entgegen.

Händewaschen und gesund bleiben

Pünktlich mit den ersten kalt-regnerischen Herbsttagen beginnt die Erkältungszeit. Im Büro, in der Schule oder in Bus und Bahn wird geschnieft, gehustet und geniest. Eine Garantie, schnupfenfrei durch Herbst und Winter zu kommen, gibt es nicht. Wer sich allerdings an einige einfache Hygieneregeln hält, steigert seine Chancen beträchtlich.

"Regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Seife ist das A und O", rät Dr. Hans-Peter Reiffen, Landesarzt der Johanniter in Niedersachsen/Bremen. "Das gilt vor allem für alle, die unter Menschen gewesen sind und beispielsweise Türklinken, Treppengeländer, Fahrstuhlknöpfe oder Haltegriffe im öffentlichen Nahverkehr angefasst haben. Entscheidend ist auch, sich nicht die Augen zu reiben oder Mund und Nase zu berühren. Es besteht sonst die Gefahr, dass Erkältungsviren und andere Erreger über die Schleimhäute in den Körper gelangen."

Darüber hinaus sollten Eltern ihre Kinder regelmäßig zum Händewaschen animieren, vor allem, wenn sie aus Kindergarten oder Schule kommen. "Seife ist im Normalfall völlig ausreichend", sagt Landesarzt Dr. Reiffen. "Eine zusätzliche Desinfektion mit entsprechenden Lösungen empfiehlt sich nur für Menschen in besonders gefährdeten Berufen, etwa im Gesundheits- oder Lebensmittelbereich."

Stress, ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und wenig Schlaf erhöhen die Anfälligkeit für Erkältungserkrankungen, da das Immunsystem geschwächt wird. Hinzu kommt die trockene Heizungsluft in der kalten Jahreszeit, diese trocknet Schleimhäute aus und macht sie für Viren durchlässiger. "Als Faustregel gilt, dass regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, gesunde vitaminreiche Ernährung und vor allem ausreichend Schlaf das Immunsystem fit halten", erläutert Dr. Reiffen. "Auch sollte ausreichend getrunken werden. Etwa ungesüßte Tees oder Wasser. Das hilft vor dem Austrocknen der Schleimhäute. Nachgeholfen werden kann auch mit einem Meerwasser-Nasenspray."

Wen es doch erwischt, der sollte sich an einige Benimm-Regeln halten, um seine Mitmenschen zu schützen. "Auch für Erkältete gilt das regelmäßige Händewaschen, vor allem nach dem Naseputzen", sagt Dr. Reiffen. "Erkältete sollten sich hygienisches Niesen und Husten angewöhnen: Lieber in die Armbeuge als in die Hand, außerdem sind Papiertaschentücher der Stoffvariante vorzuziehen. Ein benutztes Papiertaschentuch gehört nicht in die Hosentasche oder auf den Schreibtisch, sondern in den Müll!" Das Niesen zu unterdrücken, ist keine gute Lösung: Der hohe Druck kann Verletzungen im Ohr hervorrufen. Auch sollten Erkrankte aus Rücksicht auf ihre Mitmenschen auf Händeschütteln verzichten. "Vor allem bei Erkrankungen mit Fieber gilt: Zuhause bleiben und auskurieren. Wer krank ist, kann keine volle Leistung bringen, weder in der Schule, noch bei der Arbeit. Die Kollegen werden es danken."

Regions-CDU: „Keine Beteiligung am defizitären Peiner Krankenhaus“

Die CDU-Fraktion Region Hannover erteilt den Überlegungen, gemeinsam mit der Stadt Braunschweig und dem Landkreis Peine in einem Rechtsverbund das stark defizitäre Peiner Krankenhaus zu übernehmen, eine klare Absage. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Oliver Brandt (Burgdorf): "Wir sehen hierin keine positiven Synergieeffekte für das Klinikum Region Hannover und sind nicht bereit, Millionen für ein stark defizitäres Krankenhaus außerhalb unseres Regionsgebietes zu verschwenden. Vor allem sind wir nicht bereit, durch die Übernahme des Krankenhauses in Peine den im Koalitionsvertrag vereinbarten Krankenhausneubau in Burgwedel und Aus- und Umbau des Krankenhauses in Lehrte zu gefährden."

Die Klinikgruppe AKH Celle, die seit 2003 auch das Peiner Krankenhaus betreibt, steckt in einer tiefen finanziellen Krise. Die beiden Klinikstandorte verzeichnen ein Defizit von 16,5 Millionen Euro. Der Celler Kreistag hat deshalb den Verkauf des 300-Betten-Krankenhauses in Peine beschlossen. Braunschweigs Bürgermeister Ulrich Markurth (SPD) hat einen Rechtsverbund, dem die Stadt Braunschweig, der Landkreis Peine und die Region Hannover als gemeinsame Krankenhausträger angehören sollen, vorgeschlagen.

Oliver Brandt: "Kein Bewohner der Region Hannover wird nach Peine ins Krankenhaus gehen. Dafür sind die Wege zu weit. Es sei denn, man zieht eine Aufgabe oder einen Rückbau des Lehrter Krankenhauses in Betracht. Das macht die CDU nicht mit. Wir haben im Koalitionsvertrag die Medizinstrategie 2020 und damit den Erhalt und die Aufwertung des Lehrter Krankenhauses fest vereinbart. Dazu stehen wir und weichen auch keinen Zentimeter davon ab." Die CDU will die zehn Krankenhäuser der KRH Klinikum Region Hannover GmbH erhalten und zukunftsfähig ausbauen. Brandt: "Wir gehen dabei sehr verantwortungsbewusst mit unseren Geldern um."

Musik aus Israel: Konzert mit Ryskinder und Gelbart am 19.10.

Wenn Ryskinder alias Asaf Eden in seiner Klangküche elektronische Musik, Psych Rock und Hip Hop nach seinem persönlichen Rezept vermengt, kommt dabei eine große Schüssel knuspriger Low-Fi heraus. Wie sich das anhört? Davon können sich Fans der Konzertreihe "Musik aus Israel" der Gedenkstätte Ahlem und des Café Glocksee am Sonnabend, 19. Oktober 2019, ein Bild machen. Ergänzt wird das abendliche Menü von Gelbart, einem musikalisch versierten Laptop-Scharlatan, der mit batteriebetriebenen Instrumenten und handgefertigten elektronischen Geräten die Musik zu einem wissenschaftlichen Experiment erklärt. Einlass im Café Glocksee, Glockseestraße 35 (Hinterhof), 30169 Hannover, ist um 20 Uhr, Konzertbeginn und um 21 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro plus Gebühren im Vorverkauf beziehungsweise 10 Euro an der Abendkasse.

Seit inzwischen mehr als zehn Jahren bastelt Ryskinder an seinem Sound, produziert Alben und spielt live. Mit hebräischen Texten, die sowohl das Politische als auch das Surreale in einem poetischen Stil vereinen, mit einem pulsierenden Sound und kraftvollem orientalischem Groove ist Ryskinder eine der bekanntesten Stimmen in der alternativen Musikszene Israels. Sein einzigartiger Sound findet auch weltweit immer mehr Beachtung.

Gelbart ist ein genialer Wissenschaftler und musikalisch versierter Riese in der Szene der Techno-Nerds, der alle Farben und Schattierungen des elektronischen Pop in seinen Reagenzgläsern mischt. Das sieht nicht nur verrückt aus, das hört sich auch verrückt an. Zu seinen alchimistischen Gerätschaften zählen alte analoge Maschinen genauso wie neu verdrahtete Instrumente.

Tickets gibt es hier: 25 Music (Kronenstraße 12, 30161 Hannover), Rockers (Weckenstraße 1, 30451 Hannover), Sta Travel (Foyer der Mensa, Callinstraße 23, 30167 Hannover), Monster Records (Oeltzenstraße 1, 30169 Hannover) oder online bei Eventbride.

Israel-Reise: AfD-Antrag liegt dem Verwaltungsgericht vor

Der Vorsitzende der Regionsversammlung, Walter Richter, hat die Mitglieder der Versammlung am heutigen Dienstag, 8. Oktober 2019, darüber informiert, dass wegen des Beschlusses der Regionsversammlung vom 24. September 2019 auf Basis der Drucksache 2475 (IV) Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung beim Verwaltungsgericht Hannover gestellt wurde.

Der Beschluss legt die Zusammensetzung der Regionsabgeordneten fest, die in der Zeit vom 14. bis 23. November 2019 auf Einladung des Landkreises Unter Galiläa Israel besuchen. Er sieht vor, dass jeweils drei Abgeordnete der SPD-Fraktion und der CDU-Fraktion und jeweils ein Abgeordneter bzw. eine Abgeordnete der Fraktion Bündnis90/Die Grünen und der FPD-Fraktion teilnehmen. Änderungsanträge der AfD-Fraktion, die Beschlussdrucksache 2475 (IV) für rechtswidrig zu erklären und die Delegation entsprechend der Sitzverteilung in der Regionsversammlung zusammenzusetzen, hatte die Regionsversammlung mit großer Mehrheit am 24. September 2019 abgelehnt.

"Die AfD-Fraktion in der Regionsversammlung hat einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gem. § 123 Abs. 1 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) beim Verwaltungsgericht Hannover gegen die Regionsversammlung gestellt", teilt Richter mit. Eine vollständige Begründung liege dem Antrag vom 30.09.2019 nicht bei. Der Vorsitzende der Regionsversammlung kündigt an, dass er die Regionsversammlung anwaltlich vertreten lassen wolle.

"Die Regionsversammlung hat das Für und Wider einer Teilnahme von Mitgliedern der AfD-Fraktion an dem Partnerschaftsbesuch in Unter Galiläa sorgfältig abgewogen und alle Argumente ausgetauscht", betont Richter und erinnert an die ausführliche Debatte in der Versammlung am 24. September. "Das Abstimmungsergebnis war mit 64 Ja-Stimmen für die Beschluss-Drucksache 2475 (IV), acht Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen sehr klar.“

"Die Mehrheit der Regionsversammlung hat argumentiert, dass die Frage der Zusammensetzung der Delegation für die Israel-Reise mehr als eine Formalie ist. Aus Sicht der Mehrheit geht es schlicht und einfach darum, dass wir die gewachsene Partnerschaft und den völkerverständigenden Austausch mit Unter Galiläa nicht gefährden. Unsere Partnerschaft, die im kommenden Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, wollen wir weiter im gegenseitigen Vertrauen gestalten. Die Argumentation der Mehrheit in der Versammlung war, dass wir unsere Gastgeber nicht vor den Kopf stoßen, Vertrauen nicht verspielen wollen und den für beide Seiten wichtigen Austausch und gegenseitigen Respekt erhalten und weiter ausbauen wollen. Diese Meinung teile ich", sagt Richter und verweist darauf, dass Vertreter der AfD auch in den Gremien der Regionsversammlung die Gräueltaten des dritten Reichs verharmlosten.

Gedenkstätte Ahlem: Herrenmenschen im Osten

Wie haben die Nationalsozialisten ihren Einmarsch in Polen gerechtfertigt? Welche ideologischen Gründe haben sie für ihre Besatzung herangeführt? Um diese Fragen geht es bei einem Vortrag am Donnerstag, 17. Oktober 2019, im Regionshaus an der Hildesheimer Straße 18 in Hannover. Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem referiert der Historiker Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt über die "Herrenmenschen im Osten", so der Titel des Vortrags.

In seinem Vortrag beleuchtet Lehnstaedt die Absichten der deutschen Besatzer in Polen und die Zusammenhänge von wirtschaftlicher Ausbeutung, Germanisierung und Massenmord: Die Nationalsozialisten griffen in ihrer Argumentation nicht auf preußische Polenpolitik oder die Besatzung im Ersten Weltkrieg zurück, sondern sahen diese als gescheitert an. Rassische Hierarchien sollten über legalistische Bürokratie dominieren, ein ganzes Land ohne irgendwelche Rücksichten auf dessen Bewohner ausschließlich Deutschen zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt bedeutete Besatzungspolitik in Polen weitreichende Vertreibungen, großflächige Zerstörungen und Genozid: Rücksichtslosigkeit wurde zum Gradmesser von "Erfolg".

Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt ist Professor für Holocaust-Studien und Jüdische Studien am Touro College Berlin. Dort unterrichtet er im Masterstudiengang Holocaust Communication and Tolerance. Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsch-polnische Geschichte im 20. Jahrhundert, der Zweite Weltkrieg und dessen Wiedergutmachung.

Vier Ortsfeuerwehren absolvieren Übung des Alten Löschbezirks

Zu einem Feuer im Wald zwischen Wettmar und Kleinburgwedel wurden am vergangenen Mittwochabend, 2. Oktober 2019, die Freiwilligen Feuerwehren aus Wettmar, Thönse, Engensen und Ramlingen-Ehlershausen alarmiert. Es war der Beginn  der traditionellen Übung des Alten Löschbezirks, der im Jahre 1908 gegründet wurde und mit der Gebietsreform 1974 aufgelöst wurde.

In diesem Jahr trafen sich die vier Ortsfeuerwehren zum 45. Mal zu dieser Übung, bei der in der Regel Wald- und Vegetationsbrände angenommen werden. Im jährlichen Wechsel von einer anderen Ortsfeuerwehr ausgerichtet war in diesem Jahr die Ortsfeuerwehr Wettmar die gastgebende Wehr.

Angenommen wurde ein Feuer westlich von Wettmar. Hierbei machte den ehrenamtlichen Einsatzkräften besonders die schnell einsetzende Dunkelheit zu schaffen, aber auch das Befahren der vielen Waldwege war eine Herausforderung.

Vor Ort hieß es dann: Wasserförderung, Wassertransport, Brandbekämpfung, Wasserversorgung der Einsatzstelle sowie das Be- und Ausleuchten. Insgesamt waren annähernd 60 Einsatzkräfte in das Übungsgeschehen eingebunden, mehr als 30 interessierte Gäste wohnten der Übung als Zuschauer bei. Übungsende konnte nach einer Stunde im "Brandbekämpfungseinsatz" gegeben werden.

Die Beurteilung der Ablaufs wird nun in den Ortsfeuerwehren vorgenommen. Hier werden die Abläufe analysiert und Verbesserungen in die Ausbildung eingearbeitet.

Ebenso wichtig wie die reibungslose Brandbekämpfung war auch das anschließende Zusammentreffen der ehrenamtlichen Brandbekämpfer wie auch Alterskameraden in der Westerfeldhalle. Dort wurde vor allem die kameradschaftliche Pflege in den Vordergrund gestellt.

Dynamisch: Hannover ist attraktiv für Investitionen in Immobilien

Hohe Vermietungszahlen bei Büroimmobilien, Rekord beim Umsatz von Logistikimmobilien, wachsende Umsätze im Einzelhandel trotz der Konkurrenz durch den Internethandel – Hannover festigt seine Position als stärkster Standort hinter den sieben großen A-Städten in Deutschland. Der Immobilienmarkbericht 2019 zeigt: Die Nachfrage nach Immobilien entwickelt sich auch in den Jahren 2018 und 2019 dynamisch und übersteigt in einzelnen Teilmärkten das aktuelle Angebot. Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover und Uwe Bodemann, Stadtbaurat der Landeshauptstadt Hannover, haben den druckfrischen Bericht am heutigen Dienstag, 1. Oktober 2019, gemeinsam vorgestellt.

Ergebnis der Analyse: Die gesamte Region ist für Investoren und Unternehmen weiter hoch attraktiv. Fast 875 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr in gewerbliche Immobilien investiert. Damit nähert sich Hannover dem Schwellenwert von einer Milliarde Euro und festigt seinen Ruf als größter und stärkster B-Standort in Deutschland. Hannovers City gehört nach wie vor zu den Top-Einkaufsadressen in Deutschland. Im Logistikbereich werden derzeit Rekordumsätze erzielt. Der Büromarkt in der Landeshauptstadt hat sich unter den zehn wichtigsten Standorten in Deutschland etabliert. Dazu kommt: Hannover erlebt eine kaum zu befriedigende Nachfrage nach Wohnraum. Auch der Hotelmarkt wird in den nächsten Jahren spürbar wachsen.

Bereits zum 17. Mal gibt die Wirtschaftsförderung der Region Hannover die Studie zum gewerblichen Immobilienmarkt pünktlich zur Fachmesse Expo Real in München heraus. "Die große und teilweise kaum zu befriedigende Nachfrage nach Flächen und Immobilien zeigt, dass die Region Hannover am deutschen Immobilienmarkt eine Top-Adresse ist“, betont Ulf-Birger Franz. Für Uwe Bodemann ist der Bericht auch ein Gradmesser für die Entwicklung der Landeshauptstadt Hannover: "Die reinen Quadratmeterzahlen sind das eine – auf der anderen Seite sprechen wir über alle Teilmärkte hinweg von Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe, und das sorgt für Beschäftigungszuwächse im gesamten Wirtschaftsraum Hannover.

Büroimmobilienmarkt

Die beteiligten Akteurinnen und Akteure bescheinigen dem Büroimmobilienmarkt eine durchweg positive Entwicklung. Das betrifft insbesondere die seit Jahren stabil hohen Vermietungszahlen in Hannover, Laatzen, Garbsen und Langenhagen. 133.000 Quadratmeter Büroflächen wurden im vergangenen Jahr vermietet, 47.000 Quadratmeter gehen zusätzlich auf das Konto von Eigennutzerinnen und -nutzern. Damit war 2018 das beste Jahr seit 2011 – damals wurde ein Gesamtumsatz von 182.000 Quadratmetern registriert. Zu den größten Umsätzen des vergangenen Jahres zählt der Neubau der Continental AG, die seit Juli am Pferdeturm eine neue Konzernzentrale mit rund 39.000 Quadratmeter Bürofläche für 1.250 Beschäftigte errichten lässt. Zur Jahresmitte 2019 liegt der Flächenumsatz bereits bei rund 85.000 Quadratmetern.
Hannover hält damit den Anschluss zu den wichtigsten deutschen Büroimmobilienmärkten. Wegen des niedrigen Marktrisikos und guter Wachstumsperspektiven interessieren sich Investoren aus dem In- und Ausland für Büro-Objekte in Hannover. In den letzten fünf Jahren (2015 bis Jahresende 2019) sind rund 245.000 Quadratmeter Bürofläche neu gebaut und weitere 115.000 Quadratmeter grundsaniert worden. Bis 2023 werden perspektivisch weitere 330.000 Quadratmeter (davon 85.000 Quadratmeter durch Sanierung) hinzukommen.

Trotz vieler Fertigstellungen in den vergangenen fünf Jahren hat sich der Leerstand nicht erhöht, im Gegenteil: Die neuen Flächen können die Nachfrage kaum befriedigen, der Leerstand im Bestand nimmt weiter ab und wird in Hannover in diesem Jahr ein Rekordtief von deutlich unter drei Prozent erreicht. Die Spitzenmiete für Büros in attraktiven Innenstadtlagen ist auf aktuell 17,10 Euro pro Quadratmeter gestiegen.

Logistikimmobilienmarkt

Auch der Umsatz mit Logistikimmobilien zieht weiter an und stieg 2018 bereits auf einen Höchststand von etwa 375.000 Quadratmeter logistisch genutzter Hallenfläche (plus 115.000 Quadratmeter im Vergleich zu 2017). Der Jahresumsatz lag damit rund 170.000 Quadratmeter über den durchschnittlichen Umsätzen der Jahre 2013 bis 2018 (205.000 Quadratmeter) und auch deutlich über dem bislang gemessenen Höchststand von 310.000 Quadratmetern im Jahr 2011. Auch 2019 wird die Region mit hohen Flächenumsätzen punkten: Bis zur Jahresmitte 2019 hat das lokale Expertennetzwerk bereits rund 250.000 Quadratmeter Logistikhallenumsätze registriert. Auch die Spitzenmiete in diesem Marktsegment wächst: Für einen Quadratmeter Hallenfläche in Toplage werden Mitte 2019 bis zu 5,10 Euro fällig.

"Auch in den nächsten Jahren wird der Markt für Logistik- und Industrieimmobilien stark und bedeutend bleiben“, ist sich der Wirtschaftsdezernent der Region sicher. Mehrere Projektentwickler und auch –bereits ansässige und expansionswillige Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren strategisch günstig gelegene und planungsreife Grundstücke in der Region gesichert. Insgesamt summieren sich derzeit die für die nächsten Jahre (bis 2022) geplanten und bekannten Projekte (mit Baurecht) auf rund 500.000 Quadratmeter Hallen- und 30.000 Quadratmeter logistisch genutzte Büro- und Zwischengeschossflächen. Davon sind etwa 135.000 Quadratmeter derzeit im Bau oder werden noch 2019 begonnen.

Einzelhandelsimmobilienmarkt

Die Innenstadt Hannovers ist unbestritten eine der nationalen Top-Lagen im Einzelhandel. Obwohl die Konkurrenz durch den Internethandel weiter zunimmt, bleiben die Einzelhandelsumsätze vor Ort stabil bzw. wachsen leicht. Im stationären Einzelhandel werden nach aktuellen Schätzungen 2019 rund 7,9 Milliarden Euro in der Region ausgegeben werden. Das ist auch auf dem Immobilienmarkt spürbar. Besonders gefragt bei den Einzelhändlern: die wenigen verfügbaren Flächen in Bestlage in der hannoverschen Innenstadt. Nach zwei schwachen Jahren (2016 und 2017 jeweils nur rund 1.000 Quadratmetern Umsatz) haben sich die Flächenumsätze 2018 wieder bei rund 6.000 Quadratmetern und damit auf dem Niveau der Jahre vor 2016 stabilisiert. Das Jahr 2019 begann mit einer Reihe von Neueröffnungen in der Innenstadt. Es gibt derzeit kaum sichtbare größere Leerstände, in der 1a-Lage sind zur Jahresmitte 2019 weniger als zwei Prozent verfügbar.

"Hannover ist und bleibt ein attraktiver Ort zum Einkaufen. Auch in der Welt der großen Online-Versand-Anbieter zeigt der klassische Handel eindrucksvoll, was er mit Blick auf das Gesamteinkaufserlebnis zu bieten hat", berichtet Uwe Bodemann. Die Georgstraße ist mit bis zu 7.650 Passantinnen und Passanten pro Stunde die Nummer 3 der 2019 am stärksten besuchten Einkaufsstraßen in Deutschland. Die Spitzenmiete bleibt stabil bei 185 Euro pro Quadratmeter.

Hotelimmobilienmarkt

Die Übernachtungszahlen in Hannover und dem Umland steigen stetig. Auch 2018 lag die Zahl der Übernachtungen insgesamt wieder über der Marke von vier Millionen – dieser Wert wurde erstmals 2017 überschritten. Nicht nur Geschäftsreisende kommen zu den Leitmessen nach Hannover. Immer mehr Städtereisende entdecken die Region Hannover für sich. Das Bettenwachstum in der Stadt Hannover hat in den vergangenen fünf Jahren mit dem Anstieg der Übernachtungszahlen (plus 10 Prozent) nicht Schritt gehalten. In den Hotels der Stadt ging die Anzahl der Betten bis 2017 sogar zurück. Jetzt setzen absehbar Nachholeffekte ein. "Hannover hat beim Bettenangebot Nachholbedarf, das macht insbesondere die Stadt und das direkte Umland auch für Immobilien-Investoren und internationale Hotelbetreiber zunehmend interessant", stellt Ulf-Birger Franz fest.

Bis 2021 kommen nach derzeitigem Projektstand (Fertigstellungen 2019 bis 2021) neun Hotelprojekte mit rund 1.350 Zimmern neu auf den Hotelmarkt, was einem Bettenzuwachs von deutlich mehr als 2.000 Betten entsprechen dürfte. Weitere zwölf Hotels mit mindestens 1.700 Zimmern sind ab 2020 bereits projektiert.

Wohnimmobilienmarkt

In den vergangenen fünf Jahren (2014 bis 2018) ist die Bevölkerung in der Stadt Hannover um etwa 20.700 Menschen (plus 3,9 Prozent) auf rund 545.100 Menschen gewachsen. In der gesamten Region lebten Ende 2018 1,18 Mio. Menschen (plus 3,6 Prozent). Das aktuelle Angebot kann die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern nicht befriedigen. Politik, Verwaltung und Immobilienwirtschaft haben sich gemeinsam darauf verständigt, den Wohnungsbau über alle Nachfragesegmente deutlich zu steigern.

"Die Bereitstellung von Mitteln für geförderten Wohnungsbau und die Wohnungsbauinitiativen in enger Kooperation mit der hannoverschen Wohnungswirtschaft sollen dabei helfen, in den nächsten Jahren sowohl die Erstellung von ausreichendem als auch bezahlbarem Wohnraum zu ermöglichen“, fasst der Stadtbaurat die Strategien von Stadt und Region zusammen. Die Stadt Hannover hat allein im Jahr 2018 Bebauungspläne für rund 3.950 Wohnungen verabschiedet. Die derzeit größten Wohnbauprojekte in Hannover sind Kronsrode (3.500 Wohneinheiten) und die Wasserstadt Limmer (1.800 Wohneinheiten). Im Umland entsteht unter anderem in Garbsen-Berenbostel ein größeres neues Quartier (850 Wohneinheiten).

Vor allem die Landeshauptstadt erlebt einen regelrechten Wohnungsbau-Boom. Die anhaltend niedrigen Zinsen ermöglichen eine günstige Finanzierung beim Erwerb von Wohneigentum. Das führt dazu, dass die Spitzenpreise für Neubau-Eigentumswohnungen in sehr guten Lagen 2019 bei 5.700 Euro pro Quadratmeter liegen, im Mittel bei 4.400 Euro pro Quadratmeter. Für Wohnungen in Neubauten in sehr guten Lagen steigen die erzielbaren Mieten auf 15,60 Euro pro Quadratmeter.

"Wir dürfen beim Blick auf die Entwicklung an der Spitze aber auch nicht aus den Augen verlieren, dass in der gesamten Region ein erheblicher Bedarf besteht, zusätzlich kostengünstig neuen Wohnraum anzubieten", weiß Ulf-Birger Franz. Stadt und Region Hannover haben dafür jeweils eigenen Wohnbauinitiativen und Förderprogramme gestartet – mehr als 135 Millionen Euro stehen dafür in den nächsten Jahren zur Verfügung.

Zum Immobilienmarktbericht

Die vorliegende Ausgabe des Immobilienmarktberichts wurde von der Region Hannover gemeinsam mit der Landeshauptstadt und weiteren 26 Partnerinnen und Partnern aus der regionalen Immobilienwirtschaft erarbeitet. Das renommierte Beratungsunternehmen bulwiengesa AG prüft und ergänzt jeweils die zusammengetragenen Informationen und Erkenntnisse.

Der Immobilienmarktbericht 2019 kann ab Dienstag, 1. Oktober 2019, bei der Wirtschaftsförderung der Region Hannover telefonisch unter 0511/61623236 angefordert werden. Im Internet steht die Veröffentlichung als PDF zum Download unter www.immobilienmarktbericht-hannover.de bereit. Zur Immobilienmesse Expo Real, die vom 7. bis 9. Oktober in München stattfindet, ist darüber hinaus eine englische Version online verfügbar.

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