Kategorienarchiv: Aktuelles

Regionshaushalt 2019: Stabile Umlage, schwarze Null unterm Strich

Zuschüsse für die Schaffung von Kindergartenplätzen und Wohnraum: Die Region Hannover will auch im nächsten Jahr den Kommunen bei den besonderen Herausforderungen finanziell unter die Arme greifen. Das sieht zumindest der Haushaltsplanentwurf vor, den Regionspräsident Hauke Jagau und Finanzdezernentin Andrea Fischer der Regionsversammlung am Dienstag, 25. September 2018, vorgestellt haben. Die Hebesätze für die Regionsumlage sollen demnach stabil bleiben. Unterm Strich steht eine schwarze Null. Insgesamt umfasst das Budget 1,97 Milliarden Euro. Dazu kommen 105 Millionen Euro Investitionen. Die größten Ausgabeposten im Finanzhaushalt sind Soziales (1,08 Milliarden) und Jugend (258 Millionen Euro), gefolgt von Verkehr (256 Millionen Euro).

Unter den Schlagworten "Wohnen und Leben", "Digitalisierung", "Zukunft" und "Zusammenhalt im Wandel" stellte der Regionspräsident die wichtigsten Themen für das nächste Jahr vor. So schlägt die Verwaltung eine Wohnbauprämie für neu geschaffenen Wohnraum vor: Für jede Wohneinheit im Ein- oder Zwei-Familienhaus erhält die Kommune 1500 Euro, für jede Wohneinheit im Mehrfamilienhaus 5500 Euro. Für eine Sozialbindung von 20 Jahren ist ein zusätzlicher Betrag von 3000 Euro pro Wohneinheit geplant. Für den Zeitraum 2019 bis 2021 will die Region dafür jährlich 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Daneben steht das Wohnbauförderprogramm mit Zuschüssen direkt an die Bauherren – dafür stehen 11 Millionen Euro im Haushalt.

3 Millionen Euro will die Region für den Kitaplatz-Ausbau zur Verfügung stellen und damit die Kommunen bei dieser Aufgabe unterstützen. Angesichts des erhöhten Bedarfs soll der Zuschuss für Kitas von 2800 Euro pro Platz auf 5300 Euro aufgestockt und so den Mitteln für den Krippenausbau angeglichen werden. Auch die Fachkräftesicherung steht auf der Agenda: 1,5 Millionen Euro sollen das Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit fließen, 1,7 Millionen Euro in Projekte der Beschäftigungsförderung. Ein besonderes Augenmerk legt die Wirtschaftsförderung auf das Thema Robotik, um das Interesse junger Menschen an technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zu stärken. Um eine hochwertige Gesundheitsversorgung in der Region Hannover sicherzustellen, wird das Klinikum Region Hannover weiter gestärkt. Der Betrieb des Klinikums trägt sich selbst, für die weitere Modernisierung plant die Regionsverwaltung jedoch 12,8 Millionen Euro ein. Die Technische Einsatzleitung, die in Großschadenslagen die Rettungskräfte koordiniert, soll im kommenden Jahr ein neues Fahrzeug erhalten – Kostenpunkt 1,5 Millionen Euro.

Im Öffentlichen Personennahverkehr steht sowohl bei der Üstra als auch bei Regiobus die Teilumstellung auf E-Mobilität an. Die Üstra plant den Kauf von 48 neuen E-Bussen, Regiobus will zunächst zehn E-Busse anschaffen. Beide Unternehmen müssen zudem in die Ladeinfrastruktur und die entsprechende Ausrüstung der Betriebshöfe investieren. Die Kosten summieren sich auf rund 30 Millionen Euro. Darüber hinaus setzt die Region ihr Programm zum Ausbau barrierefreier Hochbahnsteige und Bushaltestellen fort. Die geplante Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen schlägt ebenfalls mit 8 Millionen Euro zu Buche. Gut angenommen werden der Sozialtarif und die Jugendnetzkarte im ÖPNV. Die Region Hannover bezuschusst beides mit insgesamt rund 20 Millionen Euro. Für Straßen- und Radwegebau sind im Finanzhaushalt 11,7 Millionen Euro eingeplant.

Unter dem Stichwort "Zukunft" stellte Jagau die Aufwendungen für den Bereich Schulen vor. So fallen für Baumaßnahmen an den Berufsbildenden Schulen 12 Millionen Euro an, für die Förderschulen sind 3 Millionen Euro eingeplant. Mit 34 Millionen Euro steht die Schülerbeförderung im Haushalt. Auch die Regionsverwaltung selbst muss mit den modernen Entwicklungen Schritt halten: Aufwendungen in Höhe von 6,8 Millionen Euro stehen für IT im Haushaltsplan. Unter anderem sollen die Dienstleistungen rund um die Beantragung des Führerscheins künftig online abgewickelt werden können. Damit die Einwohnerinnen und Einwohner solche Angebote auch nutzen können, hat die Region Hannover den Breitbandausbau vorangetrieben. Dort steht 2019 die letzte Teilzahlung aus.

In der finanzwirtschaftlichen Darstellung skizzierte Finanzdezernentin Andrea Fischer die großen Blöcke der Einnahmen und Aufwendungen. Trotz der guten Konjunktur ist der Zuschussbedarf im Teilhaushalt Soziales mit 398 Millionen Euro fast so hoch wie 2016. Der Zuschussbedarf im Teilhaushalt Verkehr liegt mit 137 Millionen Euro über den Bedarfen der Vorjahre. Die Regionsumlage ist mit geplant 747 Millionen Euro auch 2019 die wichtigste Einnahme. Allerdings macht sich bemerkbar, dass die Region Hannover in den vergangenen Jahren wiederholt die Hebesätze gesenkt hat: 2012 stammten 42 Prozent aller Erträge aus der Regionsumlage, 2019 sind es 38 Prozent. Während die Liquiditätskredite weiter sinken, steigt die Verschuldung insgesamt 2019 wieder an aufgrund der Investitionskredite.

"Unsere Herausforderungen für die Zukunft sind die demografische Entwicklung, die Digitalisierung und das Bevölkerungswachstum", sagte der Regionspräsident. "Wir müssen uns die Frage stellen: Wie erreichen wir eine zeitgemäße Aufgabenverteilung zwischen der Region Hannover und den 21 Städten und Gemeinden, um die Herausforderungen zu bewältigen?" Wichtig sei der Dialog mit den Kommunen, um die wichtigsten Fragestellungen zu benennen und gemeinsam zu lösen.

In den kommenden Wochen beraten die politischen Fraktionen über den Entwurf der Verwaltung. Am 18. Dezember steht das Zahlenwerk dann zur Beschlussfassung.

Freibadsaison in Großburgwedel verlängert

Auch wenn der Hochsommer in diesem Jahr vorbei ist, das Freibad Großburgwedel ist mit 23 Grad Wassertemperatur und der beheizten Wärmehalle immer noch gut besucht. Da es in den nächsten Tagen trocken bleiben soll, hat die Verwaltung beschlossen, die Freibadsaison zunächst bis zum 7. Oktober 2018 zu verlängern.

Sollte die Wetterprognose fortwährend so bleiben, wird Anfang nächster Woche geprüft, ob eine weitere Verlängerung möglich ist. Aktuelle Informationen werden an die örtliche Presse gegeben und auf der Homepage der Stadt Burgwedel unter www.Burgwedel.de veröffentlicht.

Seniorenclub der Bürgerschützen-Gesellschaft trifft sich

Der Seniorenclub der Bürgerschützen-Gesellschaft Lehrte trifft sich wieder am Mittwoch, 3. Oktober 2018, um 11:30 Uhr am Marktplatz vor der Matthäus Kirche Lehrte um zum gemütlichen Beisammensein bei Klönen und Speisen die Zeit zu verbringen. Dazu sind alle Seniorinnen und Senioren der Bürgerschützen-Gesellschaft Lehrte eingeladen.

Team Unterhaltsvorschuss und Team Beistandschaften vom 1. bis 5. Oktober nicht erreichbar

Aufgrund interner Schulungen sind die Teams Unterhaltsvorschuss sowie Beistandschaften, Vormundschaften, Pflegschaften der Region Hannover von Montag, 1. Oktober 2018, bis einschließlich Freitag, 5. Oktober, nicht erreichbar. In ganz dringenden Fällen können sich Kundinnen und Kunden an das Geschäftszimmer des Teams Unterhaltsvorschuss telefonisch unter 0511/616 22028 oder per Mail an uvg@region-Hannover.de wenden. Ab Montag, 8. Oktober, sind beide Teams wieder wie gewohnt erreichbar.

Der NABU Burgwedel-Isernhagen ist bei den Zugvogeltagen in Greetsiel dabei

Am 13. Oktober 2018 bietet der NABU Burgwedel-Isernhagen eine Exkursion zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und es sind noch einige Plätze frei. Die Fahrt wird mit privaten PKWs organisiert.

Ziel ist es, unter Führung ortskundiger Experten die Zugvögel zu beobachten, die im Wattenmeer Station machen. Am zweiten Tag, 14. Oktober, wird eine Wanderung unter kundiger Führung in das Watt angeboten, um die Zugvögel und ihr Verhalten zu beobachten. Der Kostenbeitrag für den ersten Tag beträgt 20 Euro. Welche Kosten für den zweiten Tag anfallen, wird vor Ort besprochen.

Es kann frei entschieden werden, ob man ein oder zwei Tage bucht. Für die Übernachtung ist jeder Teilnehmer selbst verantwortlich. Es steht jedoch eine Liste mit Hotels in der näheren Umgebung zur Verfügung, die auf Wunsch zur Verfügung gestellt wird.

Eine Anmeldung zu dieser Exkursion kann per Mail an siegfried.g.schaefer@gmail.com bei Prof. Dr. Siegfried Schäfer erfolgen. Die Anmeldung wird jedoch erst dann wirksam, wenn auch der Betrag auf dem Konto des NABU eingegangen ist. (IBAN DE93 2505 0180 1150 7620 01)

Die Teilnehmer werden in der Reihe der Anmeldungen registriert. Die Gesamtzahl ist auf 20 Teilnehmer begrenzt.

Polizeidirektion Hannover registriert erneut zahlreiche Verstöße auf der A2

In der vergangenen Woche haben Beamte des Zentralen Verkehrsdienstes ihre Kontrollaktionen auf der A2 fortgesetzt. Dabei haben sie überwiegend Geschwindigkeitsverstöße im Bereich der Baustellen Hannover-Bothfeld und Lehrte festgestellt.

In der vergangenen Woche kontrollierten die Beamten an mehreren Tagen an verschiedenen Stellen des Zuständigkeitsbereichs der Polizeidirektion Hannover (Landesgrenze Nordrhein-Westfalen bis Anschlussstelle Hämelerwald). In den besonderen Fokus wurde in dieser Woche erneut die Überwachung der Geschwindigkeit gerückt. Insgesamt 565 Pkw, zwei Lkw und ein Motorrad waren dabei im Bereich der Anschlussstellen Hannover-Bothfeld und Lehrte-Ost zu schnell unterwegs.

Trauriger Spitzenreiter war dabei ein Autofahrer, der mehr als 61 Stundenkilometer zu schnell war. Insgesamt 28 Fahrer müssen sich nun auf ein Fahrverbot einstellen.

Zudem registrierten die Beamten 39 Verstöße gegen das Überholverbot (davon 29 Lkw). Bei den Kontrollen stellten sie außerdem 20 Autofahrer sowie 14 Trucker fest, die während der Fahrt ihr Telefon benutzten. Zudem bemerkten die Einsatzkräfte 124 (davon 54 Lkw-Fahrer) Verkehrsteilnehmer, die den Sicherheitsabstand nicht einhielten.

Auch in dieser Woche wird die Polizei Hannover – neben täglich stattfindenden Kontrollen – ihre Schwerpunktaktionen auf der A2 fortsetzen.

Regionsfeuerwehr im Einsatz gegen Moorbrand in Meppen

Zwischen der Anforderung und dem Ausrücken nach Meppen lagen gerade einmal drei Stunden: Seit Freitagabend helfen freiwillige Feuerwehrkameradinnen und -kameraden der Regionsfeuerwehr beim Löschen des Moorbrandes in Meppen. Der Landkreis Emsland hat überörtliche Hilfe angefordert. "Für uns ist ganz klar, dass wir in einem solchen Fall natürlich gerne helfen", sagt Regionspräsident Hauke Jagau. "Mein Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten, die schon im Einsatz waren oder noch fahren werden: Es macht mich stolz, dass wir auf sie zählen können", so Jagau weiter.

Zu Ende ist der Einsatz der Regionsfeuerwehr nämlich noch nicht: Nachdem die erste Regionsfeuerwehrbereitschaft III (Hemmingen, Laatzen, Pattensen, Springe), die am Freitagabend Richtung Meppen gestartet war, in der Nacht zu Montag wieder in der Region gelandet ist, ist zurzeit die Regionsfeuerwehrbereitschaft I (Neustadt a. Rbge., Garbsen, Wunstorf) im Einsatz gegen den Moorbrand.

Zwei weitere Züge sind bereits vom Landkreis Emsland angefordert worden. "Seit Freitagabend sind so viele Feuerwehrleute und auch so viele helfende Hände im Einsatz, das ist wirklich toll", sagt Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Sicherheit der Region Hannover. Sie ist stolz, wie schnell die Kräfte der Regionsfeuerwehr einsatzbereit waren. "Die erste Anforderung kam am Freitagabend um 18.37 Uhr bei der Region an und um 22 Uhr haben die ersten 136 Einsatzkräfte in 28 Fahrzeugen das Regionsgebiet verlassen", so die Dezernentin.

Die Regionsfeuerwehrbereitschaft III wurde von Eric Pahlke geleitet. Der 49-Jährige hat schon viel erlebt in seiner Feuerwehrlaufbahn – ein Moorbrand gehörte bisher aber noch nicht dazu. "In Lehrgängen lernt man das natürlich in der Theorie, einen echten Moorbrand hatte ich aber noch nicht erlebt", berichtet Pahlke. Als erster Hilfszug aus der Region Hannover ist Pahlke in der Nacht von Freitag auf Sonnabend auf dem Bundeswehrgelände in Meppen angekommen. "Unsere Aufgabe bestand in der Beförderung von Wasser, das dazu gebraucht wurde, den Moorboden zu durchfeuchten." Pahlke erklärt, warum ein Moorbrand so schwierig ist zu löschen: "Man sieht das Feuer nicht – anders als bei einem Waldbrand zum Beispiel. Das Feuer liegt unter der Erde, etwa ein Meter Tief im Boden. Es verbrennt die Baumwurzeln von unten, die Bäume fallen dann einfach um und fangen wiederum auf den heißen Boden Feuer."

Am Sonntagabend wurde Eric Pahlke dann von Jörn Engel und 139 Einsatzkräften der Regionsfeuerwehrbereitschaft I abgelöst. Nach wie vor lautet die Aufgabe Wasserbeförderung. am heutigen Montag, 24. September 2018, starten im Laufe des Nachmittags zwei weitere Züge der Regionsfeuerwehrbereitschaft V (Wedemark, Langenhagen, Burgwedel, Isernhagen) unter der Leitung von Horst Holderith sowie der Regionsfeuerwehrbereitschaft II (Seelze, Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg, Wennigsen) unter der Leitung von Eberhard Schmidt mit jeweils rund 50 Einsatzkräften.

"Die Lage ist nach wie vor kritisch und vom Landkreis Emsland beziehungsweise dem Kompetenzzentrum Großschadenlagen des Innenministeriums werden derzeit Kräfte angefordert. Wir werden so gut es geht auch weiterhin mit unseren Kameradinnen und Kameraden vor Ort aushelfen", sagt Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing.

Gedenkstätte Ahlem: „Unter uns, …“ Sinti in Ostfriesland und Leer

Die Geschichte der Sinti und Roma in Europa und Deutschland ist eine Geschichte von Misstrauen, Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung – aber auch von Faszination. Bis in die Neuzeit hinein prägten Vorurteile und Hass das Verhältnis der Mehrheitsgesellschaft zu den Volksgruppen der Sinti und Roma. Die Ausstellung "Unter uns, …", die vom 5. Oktober bis zum 6. Dezember 2018 in der Gedenkstätte Ahlem zu sehen ist, will einen Beitrag dazu leisten, diese Situation zu ändern. Bei der Eröffnung am Freitag, 5. Oktober, 12 Uhr, erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Vortrag zur Entstehung der Ausstellung mit Burkhardt Sonnenburg, Leiter Heimatmuseum Leer, sowie einem Vertreter des 1. Sinti Vereins Ostfriesland.

Sinti aus Leer und Ostfriesland haben in hohem Maße an der Entstehung mitgearbeitet, sie erzählen und dokumentieren "ihre" Geschichte. In Archivalien, Bildern und Objekten werden Entwicklungen zwischen Mehrheit und Minderheit ab 1945 dargestellt, Zeitzeugeninterviews machen die Stimmen der Betroffenen hörbar. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Heimatmuseums und der Stadt Leer mit dem 1. Sinti Verein Ostfriesland.

In der nationalsozialistischen Rassenideologie wurden Sinti und Roma unter dem Sammelbegriff "Zigeuner" als "fremdrassig", "volksschädlich", "arbeitsscheu" und "asozial" bezeichnet und kriminalisiert. Bis zu 500.000 Sinti und Roma fielen dem Völkermord dem "Porajmos", der Nazis zum Opfer. Die Überlebenden kämpften nach 1945 lange Zeit vergeblich um eine Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus und um finanzielle Wiedergutmachung. Erst in den 1980er Jahren erkannte der deutsche Staat diesen Völkermord an.

Auch heute noch kämpfen Sinti und Roma vielerorts gegen Ausgrenzung und für gesellschaftliche Anerkennung. In der Regional- und Lokalgeschichte kommen ihre Beiträge kaum vor, obwohl Sinti und Roma seit Jahrhunderten in Deutschland zur Gesellschaft gehören.

Bezirksfinale der Geräteturnerinnen: Drei TSG-Mannschaften auf dem Treppchen

Rund 50 Geräteturnerinnen unterschiedlicher Altersklassen trainieren durchschnittlich dreimal pro Woche bei der Turnerschaft Großburgwedel e.V. (TSG) in der Abteilung Wettkampfturnen. Neben der Teilnahme an Einzelmeisterschaften treten die Schützlinge des Trainiertrios Anja, Astrid und Hans Brinker daher regelmäßig auch bei Mannschaftswettbewerben auf Bezirksebene an, um sich für die Titelkämpfe auf Landesebene zu qualifizieren. Nach ihrem erfolgreichen Heimspiel beim Hinrunden-Wettkampf in Burgwedel im Juni führte die Reise der rund 20-köpfigen Delegation der TSG Mitte September in den Norden nach Kirchweyhe.

Die älteren Turnerinnen in der LK 2 trugen dort zeitgleich mit den Nachwuchsturnerinnen der LK 3 ihren jeweiligen Mehrkampf aus. Beide Mannschaften konnten ihre Übungen gut präsentieren und wurden jeweils mit dem Bronzeplatz belohnt. In der LK 2 turnten Nina Flatt, Edda und Paula Höltkemeyer, Antonia Schrader, Lisa Wölk, und Stefanie Warmbold. Lisa Wölk erreichte im Einzelergebnis mit 52,30 Punkten das drittbeste Resultat und bestach wieder einmal durch eine perfekte Balkenübung. Die jüngeren Turnerinnen der LK 3 mit Lisa Markowski, Fenja Börner, Elena Henkel, Julia Rieb, Kim Rodenberg und Nova Baumgartner zeigten ebenfalls gute Leistungen. Lisa Markowski war mit 50,80 Punkten zweitbeste des Wettkampfes. Besonders erfreulich war, dass alle Sportlerinnen ihre Barrenübungen souverän durchturnten.

Zur großen Aufholjagd hatten sich die TSG-Turnerinnen Carlotta und Antonia Dittrich, Jette Bottländer, Julie Klaus , Hanna Bruns, Lene Baumgartner und Finja Ziefle entschlossen. Die Mannschaft errang in der P6 den Tagessieg. Besonders hervorzuheben war die Leistung von Julie Klaus, die mit 60,70 Punkten Tagesbeste war. Im Gesamtergebnis des Hin- und Rückrundenwettkampfs erreichte die Mannschaft ebenfalls den Bronzerang.

Die Mannschaft der P7 erturnte im Gesamtergebnis einen guten 5 Platz. Es turnten Marie Szabo, Mia Sauerborn, Emma Voigt, Maite Hinrichs, Lara Stock und Pheline Schmeding.

Bereits eine Woche vorher zeigten die jüngsten Turnerinnen der TSG bei den Bezirksmeisterschaften- Einzel in Hannover-Döhren gute Leistungen. In den Pflichtübungen der Altersklasse sechs Jahre errang Maria Gafert einen tollen 5. Platz gefolgt von ihrer Mannschaftskollegin Jule Winter auf Rang 6. In der Altersklasse 7 Jahre errangen Pia Marie Schöttker einen 12. Platz und Karina Lieder den 17. Platz.

Gewerkschaft NGG sieht Potential gegen Fachkräftemangel

Integration per Job: Geflüchtet und mit einem Arbeitsvertrag in der Region Hannover angekommen – so ging es Ende vergangenen Jahres 6.826 Asylbewerbern. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und spricht von einem "Ankommen in der Gesellschaft – bei Kollegen und Chefs". Die NGG beruft sich hierbei auf eine neue Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach ist die Zahl der berufstätigen Flüchtlinge aus den acht wichtigsten Herkunftsländern – darunter Syrien, Afghanistan und der Irak – stark angestiegen. Vor drei Jahren zählte die Arbeitsagentur in der Region Hannover noch 3.020 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag.

"Die Zahlen zeigen, dass ein großer Teil der Menschen, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind, im Berufsleben Fuß fassen konnte. Und zwar trotz Sprachbarrieren und teils enormer bürokratischer Hürden", sagt NGG-Geschäftsführerin Claudia Tiedge. Positiv wertet die Gewerkschafterin den steigenden Anteil regulärer Jobs. Laut Statistik waren in der Region 65 Prozent der erwerbstätigen Flüchtlinge sozialversicherungspflichtig beschäftigt. "Diese Menschen verdienen ihr eigenes Geld, sie zahlen Steuern und Sozialbeiträge", so Tiedge.

Dabei könne Zuwanderung ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel sein. Gerade auch das Ernährungsgewerbe suche händeringend Nachwuchs, betont Tiedge. "Hotels, Gaststätten, aber auch Bäckereien, Brauereien und die Lebensmittelverarbeitung haben jahrzehntelange Erfahrungen mit Zuwanderern." Die Wirtschaft könne wie schon in den 1960er- und 1970er-Jahren ein "Integrationsmotor" sein. Die Botschaft der Gewerkschafterin an die Adresse der Betriebe aber ist klar: "Unternehmer dürfen die Geflüchteten nicht als billige Arbeitskräfte ausnutzen. Es darf keine Zwei-Klassen-Belegschaften und auch keine Ausnahmen beim Mindestlohn oder den Dokumentationspflichten – also beim Festhalten der Arbeitszeiten – geben." Denn der Azubi- und Arbeitskräftemangel sei etwa im Gastgewerbe auch durch teils unattraktive Arbeitsbedingungen hausgemacht.

Zwar wollten viele Flüchtlinge möglichst schnell Geld verdienen, um ihre Familien zu unterstützen. "Doch allein mit Helfer-Jobs gibt es kaum solide Berufsperspektiven in Deutschland. Wichtig ist, dass die Flüchtlinge ins duale Ausbildungssystem kommen. ,Azubi statt Aushilfe‘ muss auch die Devise der Unternehmen sein", sagt Tiedge. Laut Statistik waren in der Region Hannover Ende vergangenen Jahres 582 Azubis mit einem Fluchthintergrund gemeldet.

Damit die Integration am Arbeitsmarkt weiter vorankomme, müsse insbesondere die Politik mehr tun. "Es kann nicht sein, dass immer wieder auch Flüchtlinge, die im Betrieb engagiert sind und gut Deutsch sprechen, von einem Tag auf den anderen abgeschoben werden", kritisiert Tiedge. Diese Menschen hätten eine Bleibe-Chance verdient.

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