Kategorienarchiv: Region Hannover

Regionshaushalt 2019: Stabile Umlage, schwarze Null unterm Strich

Zuschüsse für die Schaffung von Kindergartenplätzen und Wohnraum: Die Region Hannover will auch im nächsten Jahr den Kommunen bei den besonderen Herausforderungen finanziell unter die Arme greifen. Das sieht zumindest der Haushaltsplanentwurf vor, den Regionspräsident Hauke Jagau und Finanzdezernentin Andrea Fischer der Regionsversammlung am Dienstag, 25. September 2018, vorgestellt haben. Die Hebesätze für die Regionsumlage sollen demnach stabil bleiben. Unterm Strich steht eine schwarze Null. Insgesamt umfasst das Budget 1,97 Milliarden Euro. Dazu kommen 105 Millionen Euro Investitionen. Die größten Ausgabeposten im Finanzhaushalt sind Soziales (1,08 Milliarden) und Jugend (258 Millionen Euro), gefolgt von Verkehr (256 Millionen Euro).

Unter den Schlagworten "Wohnen und Leben", "Digitalisierung", "Zukunft" und "Zusammenhalt im Wandel" stellte der Regionspräsident die wichtigsten Themen für das nächste Jahr vor. So schlägt die Verwaltung eine Wohnbauprämie für neu geschaffenen Wohnraum vor: Für jede Wohneinheit im Ein- oder Zwei-Familienhaus erhält die Kommune 1500 Euro, für jede Wohneinheit im Mehrfamilienhaus 5500 Euro. Für eine Sozialbindung von 20 Jahren ist ein zusätzlicher Betrag von 3000 Euro pro Wohneinheit geplant. Für den Zeitraum 2019 bis 2021 will die Region dafür jährlich 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Daneben steht das Wohnbauförderprogramm mit Zuschüssen direkt an die Bauherren – dafür stehen 11 Millionen Euro im Haushalt.

3 Millionen Euro will die Region für den Kitaplatz-Ausbau zur Verfügung stellen und damit die Kommunen bei dieser Aufgabe unterstützen. Angesichts des erhöhten Bedarfs soll der Zuschuss für Kitas von 2800 Euro pro Platz auf 5300 Euro aufgestockt und so den Mitteln für den Krippenausbau angeglichen werden. Auch die Fachkräftesicherung steht auf der Agenda: 1,5 Millionen Euro sollen das Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit fließen, 1,7 Millionen Euro in Projekte der Beschäftigungsförderung. Ein besonderes Augenmerk legt die Wirtschaftsförderung auf das Thema Robotik, um das Interesse junger Menschen an technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zu stärken. Um eine hochwertige Gesundheitsversorgung in der Region Hannover sicherzustellen, wird das Klinikum Region Hannover weiter gestärkt. Der Betrieb des Klinikums trägt sich selbst, für die weitere Modernisierung plant die Regionsverwaltung jedoch 12,8 Millionen Euro ein. Die Technische Einsatzleitung, die in Großschadenslagen die Rettungskräfte koordiniert, soll im kommenden Jahr ein neues Fahrzeug erhalten – Kostenpunkt 1,5 Millionen Euro.

Im Öffentlichen Personennahverkehr steht sowohl bei der Üstra als auch bei Regiobus die Teilumstellung auf E-Mobilität an. Die Üstra plant den Kauf von 48 neuen E-Bussen, Regiobus will zunächst zehn E-Busse anschaffen. Beide Unternehmen müssen zudem in die Ladeinfrastruktur und die entsprechende Ausrüstung der Betriebshöfe investieren. Die Kosten summieren sich auf rund 30 Millionen Euro. Darüber hinaus setzt die Region ihr Programm zum Ausbau barrierefreier Hochbahnsteige und Bushaltestellen fort. Die geplante Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen schlägt ebenfalls mit 8 Millionen Euro zu Buche. Gut angenommen werden der Sozialtarif und die Jugendnetzkarte im ÖPNV. Die Region Hannover bezuschusst beides mit insgesamt rund 20 Millionen Euro. Für Straßen- und Radwegebau sind im Finanzhaushalt 11,7 Millionen Euro eingeplant.

Unter dem Stichwort "Zukunft" stellte Jagau die Aufwendungen für den Bereich Schulen vor. So fallen für Baumaßnahmen an den Berufsbildenden Schulen 12 Millionen Euro an, für die Förderschulen sind 3 Millionen Euro eingeplant. Mit 34 Millionen Euro steht die Schülerbeförderung im Haushalt. Auch die Regionsverwaltung selbst muss mit den modernen Entwicklungen Schritt halten: Aufwendungen in Höhe von 6,8 Millionen Euro stehen für IT im Haushaltsplan. Unter anderem sollen die Dienstleistungen rund um die Beantragung des Führerscheins künftig online abgewickelt werden können. Damit die Einwohnerinnen und Einwohner solche Angebote auch nutzen können, hat die Region Hannover den Breitbandausbau vorangetrieben. Dort steht 2019 die letzte Teilzahlung aus.

In der finanzwirtschaftlichen Darstellung skizzierte Finanzdezernentin Andrea Fischer die großen Blöcke der Einnahmen und Aufwendungen. Trotz der guten Konjunktur ist der Zuschussbedarf im Teilhaushalt Soziales mit 398 Millionen Euro fast so hoch wie 2016. Der Zuschussbedarf im Teilhaushalt Verkehr liegt mit 137 Millionen Euro über den Bedarfen der Vorjahre. Die Regionsumlage ist mit geplant 747 Millionen Euro auch 2019 die wichtigste Einnahme. Allerdings macht sich bemerkbar, dass die Region Hannover in den vergangenen Jahren wiederholt die Hebesätze gesenkt hat: 2012 stammten 42 Prozent aller Erträge aus der Regionsumlage, 2019 sind es 38 Prozent. Während die Liquiditätskredite weiter sinken, steigt die Verschuldung insgesamt 2019 wieder an aufgrund der Investitionskredite.

"Unsere Herausforderungen für die Zukunft sind die demografische Entwicklung, die Digitalisierung und das Bevölkerungswachstum", sagte der Regionspräsident. "Wir müssen uns die Frage stellen: Wie erreichen wir eine zeitgemäße Aufgabenverteilung zwischen der Region Hannover und den 21 Städten und Gemeinden, um die Herausforderungen zu bewältigen?" Wichtig sei der Dialog mit den Kommunen, um die wichtigsten Fragestellungen zu benennen und gemeinsam zu lösen.

In den kommenden Wochen beraten die politischen Fraktionen über den Entwurf der Verwaltung. Am 18. Dezember steht das Zahlenwerk dann zur Beschlussfassung.

Team Unterhaltsvorschuss und Team Beistandschaften vom 1. bis 5. Oktober nicht erreichbar

Aufgrund interner Schulungen sind die Teams Unterhaltsvorschuss sowie Beistandschaften, Vormundschaften, Pflegschaften der Region Hannover von Montag, 1. Oktober 2018, bis einschließlich Freitag, 5. Oktober, nicht erreichbar. In ganz dringenden Fällen können sich Kundinnen und Kunden an das Geschäftszimmer des Teams Unterhaltsvorschuss telefonisch unter 0511/616 22028 oder per Mail an uvg@region-Hannover.de wenden. Ab Montag, 8. Oktober, sind beide Teams wieder wie gewohnt erreichbar.

Polizeidirektion Hannover registriert erneut zahlreiche Verstöße auf der A2

In der vergangenen Woche haben Beamte des Zentralen Verkehrsdienstes ihre Kontrollaktionen auf der A2 fortgesetzt. Dabei haben sie überwiegend Geschwindigkeitsverstöße im Bereich der Baustellen Hannover-Bothfeld und Lehrte festgestellt.

In der vergangenen Woche kontrollierten die Beamten an mehreren Tagen an verschiedenen Stellen des Zuständigkeitsbereichs der Polizeidirektion Hannover (Landesgrenze Nordrhein-Westfalen bis Anschlussstelle Hämelerwald). In den besonderen Fokus wurde in dieser Woche erneut die Überwachung der Geschwindigkeit gerückt. Insgesamt 565 Pkw, zwei Lkw und ein Motorrad waren dabei im Bereich der Anschlussstellen Hannover-Bothfeld und Lehrte-Ost zu schnell unterwegs.

Trauriger Spitzenreiter war dabei ein Autofahrer, der mehr als 61 Stundenkilometer zu schnell war. Insgesamt 28 Fahrer müssen sich nun auf ein Fahrverbot einstellen.

Zudem registrierten die Beamten 39 Verstöße gegen das Überholverbot (davon 29 Lkw). Bei den Kontrollen stellten sie außerdem 20 Autofahrer sowie 14 Trucker fest, die während der Fahrt ihr Telefon benutzten. Zudem bemerkten die Einsatzkräfte 124 (davon 54 Lkw-Fahrer) Verkehrsteilnehmer, die den Sicherheitsabstand nicht einhielten.

Auch in dieser Woche wird die Polizei Hannover – neben täglich stattfindenden Kontrollen – ihre Schwerpunktaktionen auf der A2 fortsetzen.

Regionsfeuerwehr im Einsatz gegen Moorbrand in Meppen

Zwischen der Anforderung und dem Ausrücken nach Meppen lagen gerade einmal drei Stunden: Seit Freitagabend helfen freiwillige Feuerwehrkameradinnen und -kameraden der Regionsfeuerwehr beim Löschen des Moorbrandes in Meppen. Der Landkreis Emsland hat überörtliche Hilfe angefordert. "Für uns ist ganz klar, dass wir in einem solchen Fall natürlich gerne helfen", sagt Regionspräsident Hauke Jagau. "Mein Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten, die schon im Einsatz waren oder noch fahren werden: Es macht mich stolz, dass wir auf sie zählen können", so Jagau weiter.

Zu Ende ist der Einsatz der Regionsfeuerwehr nämlich noch nicht: Nachdem die erste Regionsfeuerwehrbereitschaft III (Hemmingen, Laatzen, Pattensen, Springe), die am Freitagabend Richtung Meppen gestartet war, in der Nacht zu Montag wieder in der Region gelandet ist, ist zurzeit die Regionsfeuerwehrbereitschaft I (Neustadt a. Rbge., Garbsen, Wunstorf) im Einsatz gegen den Moorbrand.

Zwei weitere Züge sind bereits vom Landkreis Emsland angefordert worden. "Seit Freitagabend sind so viele Feuerwehrleute und auch so viele helfende Hände im Einsatz, das ist wirklich toll", sagt Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Sicherheit der Region Hannover. Sie ist stolz, wie schnell die Kräfte der Regionsfeuerwehr einsatzbereit waren. "Die erste Anforderung kam am Freitagabend um 18.37 Uhr bei der Region an und um 22 Uhr haben die ersten 136 Einsatzkräfte in 28 Fahrzeugen das Regionsgebiet verlassen", so die Dezernentin.

Die Regionsfeuerwehrbereitschaft III wurde von Eric Pahlke geleitet. Der 49-Jährige hat schon viel erlebt in seiner Feuerwehrlaufbahn – ein Moorbrand gehörte bisher aber noch nicht dazu. "In Lehrgängen lernt man das natürlich in der Theorie, einen echten Moorbrand hatte ich aber noch nicht erlebt", berichtet Pahlke. Als erster Hilfszug aus der Region Hannover ist Pahlke in der Nacht von Freitag auf Sonnabend auf dem Bundeswehrgelände in Meppen angekommen. "Unsere Aufgabe bestand in der Beförderung von Wasser, das dazu gebraucht wurde, den Moorboden zu durchfeuchten." Pahlke erklärt, warum ein Moorbrand so schwierig ist zu löschen: "Man sieht das Feuer nicht – anders als bei einem Waldbrand zum Beispiel. Das Feuer liegt unter der Erde, etwa ein Meter Tief im Boden. Es verbrennt die Baumwurzeln von unten, die Bäume fallen dann einfach um und fangen wiederum auf den heißen Boden Feuer."

Am Sonntagabend wurde Eric Pahlke dann von Jörn Engel und 139 Einsatzkräften der Regionsfeuerwehrbereitschaft I abgelöst. Nach wie vor lautet die Aufgabe Wasserbeförderung. am heutigen Montag, 24. September 2018, starten im Laufe des Nachmittags zwei weitere Züge der Regionsfeuerwehrbereitschaft V (Wedemark, Langenhagen, Burgwedel, Isernhagen) unter der Leitung von Horst Holderith sowie der Regionsfeuerwehrbereitschaft II (Seelze, Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg, Wennigsen) unter der Leitung von Eberhard Schmidt mit jeweils rund 50 Einsatzkräften.

"Die Lage ist nach wie vor kritisch und vom Landkreis Emsland beziehungsweise dem Kompetenzzentrum Großschadenlagen des Innenministeriums werden derzeit Kräfte angefordert. Wir werden so gut es geht auch weiterhin mit unseren Kameradinnen und Kameraden vor Ort aushelfen", sagt Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing.

Gedenkstätte Ahlem: „Unter uns, …“ Sinti in Ostfriesland und Leer

Die Geschichte der Sinti und Roma in Europa und Deutschland ist eine Geschichte von Misstrauen, Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung – aber auch von Faszination. Bis in die Neuzeit hinein prägten Vorurteile und Hass das Verhältnis der Mehrheitsgesellschaft zu den Volksgruppen der Sinti und Roma. Die Ausstellung "Unter uns, …", die vom 5. Oktober bis zum 6. Dezember 2018 in der Gedenkstätte Ahlem zu sehen ist, will einen Beitrag dazu leisten, diese Situation zu ändern. Bei der Eröffnung am Freitag, 5. Oktober, 12 Uhr, erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Vortrag zur Entstehung der Ausstellung mit Burkhardt Sonnenburg, Leiter Heimatmuseum Leer, sowie einem Vertreter des 1. Sinti Vereins Ostfriesland.

Sinti aus Leer und Ostfriesland haben in hohem Maße an der Entstehung mitgearbeitet, sie erzählen und dokumentieren "ihre" Geschichte. In Archivalien, Bildern und Objekten werden Entwicklungen zwischen Mehrheit und Minderheit ab 1945 dargestellt, Zeitzeugeninterviews machen die Stimmen der Betroffenen hörbar. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Heimatmuseums und der Stadt Leer mit dem 1. Sinti Verein Ostfriesland.

In der nationalsozialistischen Rassenideologie wurden Sinti und Roma unter dem Sammelbegriff "Zigeuner" als "fremdrassig", "volksschädlich", "arbeitsscheu" und "asozial" bezeichnet und kriminalisiert. Bis zu 500.000 Sinti und Roma fielen dem Völkermord dem "Porajmos", der Nazis zum Opfer. Die Überlebenden kämpften nach 1945 lange Zeit vergeblich um eine Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus und um finanzielle Wiedergutmachung. Erst in den 1980er Jahren erkannte der deutsche Staat diesen Völkermord an.

Auch heute noch kämpfen Sinti und Roma vielerorts gegen Ausgrenzung und für gesellschaftliche Anerkennung. In der Regional- und Lokalgeschichte kommen ihre Beiträge kaum vor, obwohl Sinti und Roma seit Jahrhunderten in Deutschland zur Gesellschaft gehören.

Gewerkschaft NGG sieht Potential gegen Fachkräftemangel

Integration per Job: Geflüchtet und mit einem Arbeitsvertrag in der Region Hannover angekommen – so ging es Ende vergangenen Jahres 6.826 Asylbewerbern. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und spricht von einem "Ankommen in der Gesellschaft – bei Kollegen und Chefs". Die NGG beruft sich hierbei auf eine neue Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach ist die Zahl der berufstätigen Flüchtlinge aus den acht wichtigsten Herkunftsländern – darunter Syrien, Afghanistan und der Irak – stark angestiegen. Vor drei Jahren zählte die Arbeitsagentur in der Region Hannover noch 3.020 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag.

"Die Zahlen zeigen, dass ein großer Teil der Menschen, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind, im Berufsleben Fuß fassen konnte. Und zwar trotz Sprachbarrieren und teils enormer bürokratischer Hürden", sagt NGG-Geschäftsführerin Claudia Tiedge. Positiv wertet die Gewerkschafterin den steigenden Anteil regulärer Jobs. Laut Statistik waren in der Region 65 Prozent der erwerbstätigen Flüchtlinge sozialversicherungspflichtig beschäftigt. "Diese Menschen verdienen ihr eigenes Geld, sie zahlen Steuern und Sozialbeiträge", so Tiedge.

Dabei könne Zuwanderung ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel sein. Gerade auch das Ernährungsgewerbe suche händeringend Nachwuchs, betont Tiedge. "Hotels, Gaststätten, aber auch Bäckereien, Brauereien und die Lebensmittelverarbeitung haben jahrzehntelange Erfahrungen mit Zuwanderern." Die Wirtschaft könne wie schon in den 1960er- und 1970er-Jahren ein "Integrationsmotor" sein. Die Botschaft der Gewerkschafterin an die Adresse der Betriebe aber ist klar: "Unternehmer dürfen die Geflüchteten nicht als billige Arbeitskräfte ausnutzen. Es darf keine Zwei-Klassen-Belegschaften und auch keine Ausnahmen beim Mindestlohn oder den Dokumentationspflichten – also beim Festhalten der Arbeitszeiten – geben." Denn der Azubi- und Arbeitskräftemangel sei etwa im Gastgewerbe auch durch teils unattraktive Arbeitsbedingungen hausgemacht.

Zwar wollten viele Flüchtlinge möglichst schnell Geld verdienen, um ihre Familien zu unterstützen. "Doch allein mit Helfer-Jobs gibt es kaum solide Berufsperspektiven in Deutschland. Wichtig ist, dass die Flüchtlinge ins duale Ausbildungssystem kommen. ,Azubi statt Aushilfe‘ muss auch die Devise der Unternehmen sein", sagt Tiedge. Laut Statistik waren in der Region Hannover Ende vergangenen Jahres 582 Azubis mit einem Fluchthintergrund gemeldet.

Damit die Integration am Arbeitsmarkt weiter vorankomme, müsse insbesondere die Politik mehr tun. "Es kann nicht sein, dass immer wieder auch Flüchtlinge, die im Betrieb engagiert sind und gut Deutsch sprechen, von einem Tag auf den anderen abgeschoben werden", kritisiert Tiedge. Diese Menschen hätten eine Bleibe-Chance verdient.

„Enttäuschende Bilanz – nur jedes siebte Kind nimmt BuT-Leistungen in Anspruch“

"Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Anrecht auf Chancengleichheit, dazu gehört, dass sie an verschiedenen schulischen und außerschulischen Aktivitäten teilnehmen können. Das war der Plan, als das Bildungs- und Teilhabepaket eingeführt wurde. Allerdings bleibt mir ein Rätsel, warum die Verteilung der Mittel so schleppend vorangeht und nicht alle Kinder davon profitieren können", sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion Region Hannover Bernward Schlossarek.

Dies sei kein neues Thema. Kinder und Jugendliche können Zuschüsse zur Finanzierung von Klassenfahrten, Mitgliedschaften in Sportvereinen oder in Musikschulen erhalten. Doch das werde wenig genutzt, da der Antrag auf Bildungs- und Teilhabeleistungen (BuT) scheinbar zu bürokratisch ist. "Die finanziellen Hilfen des Bundes kommen immer noch nicht vollständig bei den berechtigten Kindern an, was zu bedauern ist", so Schlossarek.

Schon seit längerer Zeit beschäftige sich die CDU-Fraktion mit dem Thema der Inanspruchnahmen von Bildungs- und Teilhabeleistungen. Nur knapp 50 Prozent der berechtigten Personen in der Region Hannover nehmen diese Leistungen an. Bei einigen Kommunen, wie zum Beispiel Lehrte, Wennigsen oder auch Springe liege die Quote gar unter dem Regionsschnitt. Dabei würden am häufigsten Zuschüsse für Mittagessen an der Schule oder in Kindergärten in Anspruch genommen. Weniger hingegen Gelder für Ausflüge oder Beiträge für Sportvereine. "Hier kann viel erreicht werden, um die Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen zu fördern und für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen, so Schlossarek weiter.

"Auch wir in der Region Hannover wollen mehr Kindern dazu verhelfen, ihren Anspruch wahrzunehmen und die Inanspruchnahme von BuT-Leistungen erleichtern. Es könnte eine höhere Wirkung erzielt werden, wenn die Antragsstellung vereinfacht und das Werben für sinnvolle Bildungs- und Teilhabeleistungen ausgeweitet werden würde. Wir müssen nach Maßnahmen suchen, die zur besseren Nutzung beitragen, um so dem eigentlichen Ziel der Chancengleichheit näher zu kommen", so Schlossarek abschließend.

Pro Beruf kocht im Regionshaus für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Neue Räume, neuer Betreiber, neues Konzept: Die Regionsverwaltung hat seit Mitte September eine neue Kantine. Regionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter können sich in dem Glasbau im Innenhof jetzt saisonale und gesunde Küche mit regionalen Produkten schmecken lassen. Im Ausschreibungsverfahren für den Betrieb hat Pro Beruf den Zuschlag erhalten. Vorgegeben war, dass das Casino als Inklusionsbetrieb geführt wird. "Uns war wichtig, dass es sich um reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse handelt", sagte Regionspräsident Hauke Jagau bei der Vorstellung des Casinos.

Das Team um Betriebsstättenleiter Frank Helberg besteht aus 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – darunter sechs mit Behinderung. "Wir streben an, durchgehend 40 % behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen", sagt Pro Beruf-Geschäftsführer Rudolf Schulz. Barrierefreiheit war auch beim Bau der Räumlichkeiten eine Maßgabe. Rund 3 Millionen Euro hat der Anbau im Innenhof des Gebäudekomplexes an der Hildesheimer Straße gekostet. In dem modern eingerichteten Glasbau finden 178 Gäste Platz, im Außenbereich, der noch nicht fertiggestellt ist, weitere 35. Der Zugang führt über die benachbarten Höfe. "Wir hatten in diesem Sommer noch ein paar Überraschungen", berichtet Gebäudedezernentin Andrea Fischer. Bei den Bauarbeiten waren alte Mauerreste und Regenwasserkanäle zutage getreten.

Auf der Speisekarte stehen jeden Tag eine Tagessuppe bzw. ein Eintopfgericht, zwei Tagesgerichte – eins davon vegetarisch – und ein Aktionsgericht. Dazu kommen Salatbuffet, Beilagen und Desserts. "Wir verwenden frische Produkte, verarbeiten hochwertige Lebensmittel überwiegend ohne kennzeichnungspflichtige Zusatzstoffe aus regionaler Produktion und bieten ein abwechslungsreiches Angebot", sagt Betriebsstättenleiter Helberg. Auch wer die Region Hannover besucht, kann seinen Termin mit einem Besuch in der neuen Kantine verbinden: Das Casino steht nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offen, sondern auch Gästen.

 

Pro Beruf

Die gemeinnützige Pro Beruf GmbH ist ein regionsweit tätiger Bildungsträger mit einem breit gefächerten Angebot zur schulischen, beruflichen und sozialen Integration von Menschen. Pro Beruf betreibt neben dem Casino der Region Hannover seit zehn Jahren das À-la-carte-Ausbildungsrestaurant im Haus der Jugend und beliefert seit 13 Jahren Schulen und Kindergärten mit Mittagessen. Das Casino wird im Rahmen eines gemeinnützigen Inklusionsbetriebes bewirtschaftet. Der Inklusionsbetrieb ist ein rechtlich und wirtschaftlich selbständiges Unternehmen.

Servicebüro Bauen am 25. September erst ab Mittag erreichbar

Aufgrund einer hausinternen Veranstaltung ist das Servicebüro Bauen der Region Hannover in der Höltystraße 17 am Dienstag, 25. September 2018, vormittags nicht erreichbar. Für Bauinteressierte steht das Serviceteam aber schon ab 13 Uhr wieder für Auskünfte zur Verfügung.

Die Region Hannover ist Bauaufsicht für die Städte Burgwedel, Gehrden, Hemmingen, Pattensen und Sehnde sowie für die Gemeinden Isernhagen, Uetze und Wennigsen. Für alle anderen Städte in der Region sind die Kommunen selbst Ansprechpartner. 

Kultur im Schloss: Omer Klein Trio

 "Sleepwalkers" ist der Titel des siebten Albums des in Israel geborenen Pianisten Omer Klein. Kleins Musik, von der New York Times als "grenzenlos" beschrieben, vereint Groove, Intellekt und Romantik. Gemeinsam mit Haggai Cohen-Milo am Bass und Amir Bresler am Schlagzeug gastiert das Omer Klein Trio am Mittwoch, 26. September 2018, 20 Uhr im Schloss Landestrost in Neustadt a. Rbge. Der Eintritt kostet 19 Euro, ermäßigt 13 Euro.

Omer Klein begann sein Jazzstudium als Teenager und seine Konzertkarriere im Alter von 16 Jahren. Mit 23 Jahren zog er nach Boston, um am New England Conservatory zu studieren, und bald weiter nach New York, wo er ein wichtiger Teil der Szene mit Auftritten im Blue Note oder bei Jazz at Lincoln Center wurde. Omer Klein, derzeit wohnhaft in Düsseldorf, gewann 2015 den Förderpreis des Landes NRW und wurde für sein Trio-Album "Fearless Friday" für den ECHO Jazz nominiert. Der internationale Star tourt als Solist und mit seinem Trio um die Welt.

Eintrittskarten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.reservix.de erhältlich. Die Reservix-Hotline ist täglich von 0 bis 24 Uhr unter Telefon 01805/700733 (0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; aus dem Mobilfunknetz höchstens 0,42 Euro pro Minute) erreichbar. Vorverkauf für die Veranstaltungen der Reihe "Kultur im Schloss" im Schloss Landestrost, Schlossstraße 1, 31535 Neustadt unter Telefon 0511/616-25200 oder per Mail an kultur@region-hannover.de. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie Freitag von 9 bis 12 Uhr.

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