Kategorienarchiv: Region Hannover

Hoppenstedt zeigt Rote Hand als Zeichen gegen Kindersoldaten

"Kinder sind keine Soldaten" lautet die zentrale Botschaft am Red Hand Day, dem Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Anlässlich des diesjährigen "Red Hand Days" hat die Kinderkommission des Deutschen Bundestages auch in diesem Jahr zur Aktion Rote Hand gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen in Kriegen eingeladen.

"Leider sind weltweit noch immer rund 250.000 Kinder und Jugendliche als Soldaten, Nachrichtenübermittler und Spione im Einsatz. Am Red Hand Day sprechen wir uns deshalb alle gemeinsam im Deutschen Bundestag gegen den Einsatz von Kindersoldaten aus. Kinder brauchen Liebe und Geborgenheit und keine Waffen", so der Bundestagsabgeordnete.

Um ein Zeichen gegen Kindesmissbrauch und für die Einhaltung von Kinderrechten zu setzen, verewigte sich Dr. Hoppenstedt anschließend mit einem roten Handabdruck. Die rote Hand ist das Symbol des gleichnamigen Aktionstages, das für ein "Nein" zur Rekrutierung und zum Einsatz von Kindersoldaten steht. Die Abdrücke der Bundestagsabgeordneten werden von der Kinderkommission des Deutschen Bundestages gesammelt, die diese an die Vereinten Nationen übergeben wird.

Region Hannover erweitert ihr STI-Beratungsangebot

Bei sexuell übertragbaren Infektionen (engl. sexually transmitted infections, STI) denken die meisten zuerst an HIV. Dabei ist das HI-Virus bei weitem nicht das einzige, das bei sexuellem Kontakt übertragen werden kann: Syphilis, Gonorrhoe (besser bekannt als Tripper), Chlamydien und HPV sind zwar verbreitet, aber oft noch unbekannt.

Um über diese Krankheiten, ihre Symptome und ihre Risiken aufzuklären, baut der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover jetzt sein Beratungsangebot aus: Das neue Angebot STI-Check der HIV- und STI-Beratungsstelle startet am Montag, 18. Februar 2019, und richtet sich an alle heterosexuellen Menschen, an Frauen, die Sex mit Frauen haben, sowie an transidente und intergeschlechtliche Personen. Menschen mit höheren Risiken, wie häufig wechselnden Sexualpartnerinnen und -partner, können dieses Angebot wahrnehmen. Für Männer, die Sex mit Männern haben, gibt es wie gehabt die Beratungen und Untersuchungen über das Gaysund-Angebot der Beratungsstelle. Nach einem Vorgespräch, in dem das individuelle Infektionsrisiko abgeklärt wird, werden in der anschließenden Untersuchung an das jeweilige Risiko angepasste STI-Tests durchgeführt. Das anonyme Angebot der HIV- und STI-Beratungsstelle ist kostenfrei, eine telefonische Terminabsprache unter Telefon 0511/61643148 ist nötig. HIV- und STI-Beratungsstelle, Weinstraße 3, 30171 Hannover.

Bisher wurde dieser STI-Check nur vereinzelt angeboten, wie zum Welt-Aids-Tag oder zum Valentinstag. "Die Nachfrage war so groß, dass wir uns dazu entschieden haben, die Beratungen und Untersuchungen ganzjährig anzubieten", berichtet Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit. "Wir tragen so dazu bei, dass STI rechtzeitig erkannt und behandelt werden können." Obwohl der Großteil der sexuell übertragbaren Infektionen gut zu behandeln und sogar heilbar ist, bergen sie große Risiken. Grund dafür ist unter anderem die Tatsache, dass sie zu Anfang oftmals ohne Symptome verlaufen und die Betroffenen keine ärztliche Hilfe zu Rate ziehen. Die wenigsten sexuell aktiven Menschen lassen sich regelmäßig auf Infektionen testen – dabei gehören zum Beispiel Chlamydien zu den am häufigsten diagnostizierten STI . Ohne Behandlung können Geschlechtskrankheiten aber gravierende Folgen nach sich ziehen: So kann eine Chlamydien-Infektion zu Unfruchtbarkeit führen, das Humane Papillomavirus (HPV) zu Gebärmutterhalskrebs. "Insbesondere bei Menschen mit wechselnden Partnerinnen und Partnern tragen regelmäßige Tests dazu bei, Infektionen früh zu erkennen und zu behandeln, ehe sie dauerhaften Schaden anrichten", so Dr. Yilmaz.

Digitale Bauplanung und Cobot-Systeme für kleine Unternehmen

Digital ist besser: Das gilt längst auch für die Planung und Durchführung von Bauprojekten. Der Trend der Stunde im Baugewerbe heißt "Building Information Modeling", kurz BIM, und dient dazu, den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks von der Konzeption über Konstruktion und Wartung bis hin zur Entsorgung bzw. Nachnutzung auf einer zentralen Datenplattform abzubilden. Die Region Hannover unterstützt den Aufbau eines regionalen Clusters für "Building Information Modeling" durch das Institut für Baumanagement und Digitales Bauen der Leibniz Universität Hannover (ICoM) mit einem Zuschuss von rund 112.000 Euro. So hat es der Ausschuss für Wirtschaft und Beschäftigung in seiner Sitzung am heutigen Dienstag, 12. Februar 2019, empfohlen. Kernstück der regionalen Förderung ist ein kostenloses und niedrigschwelliges Qualifizierungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fachkonferenz "BIM EXPO 2019", die am 4. und 5. September im EXPO-Wal stattfinden wird. Sie richtet sich an nationale und internationale Zielgruppen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Ein weiteres Projekt, das kleinen Unternehmen eine kostengünstige Automatisierung ihrer Prozesse vor Augen führen soll, zeigt die "Möglichkeiten und Grenzen von Cobot-Systemen" auf. Diese einfach zu programmierenden Roboter eignen sich vor allem für den Einsatz in flexiblen Produktionslinien wie etwa der Backwarenindustrie, der Metall-, Schaumstoff- oder Kunststoffverarbeitung. Im Auftrag der Region soll nun die TEWISS – Technik und Wissen GmbH ein Cobot-System anschaffen und interessierten kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region für den vierwöchigen Testlauf in einer exemplarischen Anwendung zur Verfügung stellen. Von der Region gibt es dafür einen Zuschuss von insgesamt 160.000 Euro, so das Votum des zuständigen Fachausschusses.

Viele kleinere Industrieunternehmen und Handwerksbetriebe haben bislang noch keine Erfahrungen mit Robotern bzw. Cobots, keinen Kontakt zur Robotik-Branche und keine oder nur wenige Fachkräfte aus der Automatisierungstechnik. "Diesen Unternehmen möchten wir ein niedrigschwelliges Angebot machen, um sich mit den Möglichkeiten der Robotik auseinanderzusetzen und wettbewerbsfähig aufzustellen", erklärt Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover, den Ansatz des Cobot-Projekts. Der Cobot, den die TEWISS anschaffen wird, ist mobil einsetzbar und kommt in unterschiedlichen Unternehmen und Produktionslinien zur Anwendung. Nach dem Einsatz des Cobots wird dokumentiert, wie produktiv der Testbetrieb war. Die Erfahrungen der teilnehmenden Betriebe sollen dann einem größeren Kreis von interessierten Unternehmen vorgestellt werden.

Das Projekt "Building Information Modeling" bezieht sich auf den von der Bundesregierung 2015 verabschiedeten "Stufenplan Digitales Planen und Bauen" und geht davon aus, dass bei der Ausschreibung von großen öffentlichen und privaten Bauvorhaben in Zukunft nur noch Unternehmen mit so genannter BIM-Kompetenz zum Zuge kommen werden. Daher werden zurzeit bundesweit so genannte BIM-Cluster aufgebaut, die der Vernetzung und dem Informationsaustausch dienen sollen.

"Die Möglichkeit zur Erprobung von BIM soll kleinen und mittleren Unternehmen mögliche Berührungsängste nehmen und einen praxisnahen Zugang zur Arbeit in digital vernetzten Strukturen bieten", erklärt Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz die Idee des Projekts "Building Information Modeling".

In den Räumen des Instituts für Baumanagement und Digitales Bauen der Leibniz Universität (ICoM) erhalten kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit, den Einsatz von Virtual Reality und kollaborativen Bau- und Planungsprozessen zu erproben. Dafür gibt es ein kostenloses Qualifizierungs- und Schulungsprogramm, das sich im Sommersemester 2019 an Planer und Bauingenieure, im Wintersemester 2019/20 an Handwerk und KMU Baugewerbe richtet. Drei ganztägige Workshop-Module vermitteln die Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten von BIM. Lernziel des Kurses ist es, die nächsten Schritte auf dem Weg zur Implementierung von BIM im eigenen Unternehmen bzw. Planungs- und Bauprojekt festzulegen. Einen ersten Einblick in das Schulungsangebot liefert der "Open LAB Day" am 3. Juni im ICoM.

Schülerinnen und Schüler sollen Unternehmergeist entwickeln

Der Übergang von Schule in Beruf stellt für viele Jugendliche eine große Herausforderung dar. Umso wichtiger ist es, die Schülerinnen und Schülern bereits frühzeitig dafür zu begeistern, versteckte Potenziale zu entdecken. Mit Hilfe des Vereins Futurepreneur e. V. entwickeln Jugendliche eigene Geschäftsideen und verdienen damit sogar echtes Geld. Die Region Hannover fördert das Projekt in den kommenden zwei Jahren – bei Gesamtkosten von circa 160.000 Euro – mit rund 80.000 Euro. Ein entsprechendes Votum hat der zuständige Fachausschuss für Wirtschaft und Beschäftigung am heutigen Dienstag, 12. Februar 2019, abgegeben.

Inspiriert von einem skandinavischen Konzept wurde Futurepreneur e. V. 2012 in Hamburg gegründet. Nach einem erfolgreichen Start der Bildungsinitiative in der Hansestadt soll jetzt ein weiterer Standort in Hannover entstehen. "Durch das Programm haben die Jugendlichen die Möglichkeit, unabhängig von schulischen Noten, sozialem Hintergrund oder Vorerfahrungen ihr unternehmerisches Potenzial zu erkennen und zugleich ihre Kreativität und Selbstständigkeit zu stärken", so Ulf-Birger Franz, Dezernent für Wirtschaft, Verkehr und Bildung der Region Hannover.

Begleitet durch einen Beirat von der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover und hannoverimpuls lief das Projekt in einer Pilotphase bereits an der IGS Linden. Sechs Schulen in Hannover, Sehnde, Gehrden, Hemmingen, Barsinghausen und Wedemark starten in Kürze ebenfalls, weitere sechs Schulen haben Interesse signalisiert.

Ziel ist es, in einer zweijährigen Aufbauphase insgesamt 20 Projekte des Formats "Campusunternehmer" und ein Projekt des Formats "Sommerunternehmer" umzusetzen. Dabei sollen die Formate weiterentwickelt werden, um noch gezielter Arbeitgeber zu involvieren und damit die Brücke in Ausbildung und Beruf zu verankern. Mittelfristig sollen Partnerunternehmen zur Finanzierung des Programms beitragen.

Zielgruppe sind Jugendliche ab 13 Jahren an weiterführenden Schulen der Region Hannover (8. bis 13. Klasse). Insbesondere Schulen in weniger privilegierten Stadtteilen und Orten sollen angesprochen werden, aber auch die Praxisnähe in Oberstufen soll gestärkt werden. Je vielfältiger der Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, desto wirkungsvoller ist der Ansatz des Unternehmerprojekts.

Kern des Konzepts ist es, jungen Menschen möglichst frühzeitig reale Erfahrungen mit unternehmerischen Denk- und Handlungsweisen zu ermöglichen. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer entwickelt 25 persönliche Geschäftsideen, schreibt einen Geschäftsplan, führt ein Kassenbuch, testet Marketingwerkzeuge, bringt sein Produkt oder seine Dienstleistung auf den Markt und verdient echtes Geld damit. Jeweils zwei zertifizierte Futurepreneur-Coaches leiten ein Projekt an und "echte" Unternehmerinnen und Unternehmer geben Tipps.

Das Programm "Sommerunternehmer" läuft fünf Wochen in den großen Ferien. In der Einführungswoche kreieren Jugendliche eine Geschäftsidee, die sie mit 100 Euro Startkapital in einer mehrwöchigen Praxisphase umsetzen. Das Geld, das sie verdienen, ist Unternehmerlohn. Hier ist eine Kooperation mit hannoverimpuls geplant, um eine direkte Verankerung in der regionalen Gründerszene zu ermöglichen. Die Teilnahme am Programm ist kostenfrei.

Das Programm "Campusunternehmer" ist die komprimierte Version des Formats "Sommerunternehmer": An vier Tagen durchlaufen die Jugendlichen den Gründungs- und Umsetzungsprozess. Das Programm richtet sich im Gegensatz zu "Sommerunternehmer" an Lehrerinnen und Lehrer, die es ihren Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Projektwoche außerhalb der Schule anbieten wollen.

Beide Programme enden mit einer Abschlussveranstaltung, einem Diplom für die Jungunternehmerinnen und -unternehmer – und jeder Menge Anerkennung. Durch die geplante systematische Einbeziehung von Unternehmen sollen zusätzlich direkte Bezüge und Anschlüsse in Ausbildung und Arbeitsleben hergestellt werden.

Frauen-Neujahrsempfang der Region fand in Burgdorf statt

250 Frauen aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Verbänden, Beratungseinrichtungen, Initiativen und Gruppen reisten zum Frauenneujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten in der Region, am vergangenen Freitagabend, nach Burgdorf an.

Begrüßt wurden die Frauen von der stellvertretenden Bürgermeisterin, Simone Heller, der Gleichstellungsbeauftragten der Region Hannover, Petra Mundt, und von Petra Pape, die sich in ihrem Grußwort noch einmal ausdrücklich bei ihrem Arbeitskreis "Frauen in Burgdorf" für das 20jährige Engagement und die Unterstützung in Sachen Frauenrechte bedankte.

Danach führte zur Überraschung der Gäste ein lebhafter Sketch ins Thema des Abends "Feminismus im Wandel – Generationen im Gespräch" ein. Die junge Moderatorin Xenia Keller forderte die Gäste zu einem Dialog miteinander auf und dazu sich über Erfahrungen und Themen auszutauschen, was bei einigen Frauen zu Irritationen führte, die einen Vortrag erwartet hatten.

Trotz einiger Unterschiede haben junge und alte Feministinnen gemeinsame Ziele, wenn es um die Rechte von Frauen geht. Allen voran gerade die aktuelle Diskussion um Parité und den Paragrafen 219a. Ob nun, die bei den Älteren bewährten Arbeitskreise und Netzwerktreffen bei den jungen Feministinnen im Format feministischer Barcamps oder in Internetforen stattfinden und sie sich dadurch nicht so selbstverständlich begegnen, auf Demos zu internationalen Themen wie der Gewalt gegen Frauen und für gleichen Lohn finden alle zusammen.

Der Frauenneujahrsempfang hat die Begegnung der Generationen gefördert, nach dem Buffet saßen die Frauen noch lange zusammen und nutzen den Abend zu weiteren Gesprächen, zum Kontaktknüpfen und Netzwerken.

Bürgerbüro der Region Hannover ist am 15. Februar verkürzt geöffnet

Wegen einer internen Mitarbeiterversammlung hat das Bürgerbüro der Region Hannover am Freitag, 15. Februar 2019, nur zwischen 13 und 16 Uhr geöffnet. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, mit ihren Anliegen in diese Zeit oder auf andere Tage auszuweichen.

Die regulären Öffnungszeiten des Bürgerbüros sind montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 17 Uhr sowie sonnabends (in ungeraden Kalenderwochen) von 9 bis 12 Uhr.

Das Bürgerbüro ist auch online unter www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/B%C3%BCrger-Service/B%C3%BCrgerb%C3%BCro-der-Region-Hannover zu finden.

Auf den Spuren ihres Vaters: Ruth Gröne führt durch die Gedenkstätte

An den 5. Februar 1945 kann Ruth Gröne sich noch ganz genau erinnern. An diesem Tag sah die damals Elfjährige ihren Vater zum allerletzten Mal: Er wurde von der Gestapo abtransportiert, ins Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg gebracht und später nach Sandbostel, wo er starb. Ruth Grönes Geschichte ist bis heute mit Ahlem verbunden, hier lebte sie im so genannten Judenhaus, hier war ihr Vater im Gestapo-Gefängnis, hierher kehrt die heute 85-Jährige immer wieder zurück, um die Erinnerung wach zu halten. Auf einem virtuellen Rundgang folgt die Zeitzeugin den "Spuren meines Vaters" durch die Ausstellung der Gedenkstätte Ahlem. Die Führung ist ein neues Angebot im Mediaguide-System der Gedenkstätte Ahlem.

"Am Beispiel des Schicksals von Ruth Gröne und ihrer Familie zeigt sich, mit welcher Unmenschlichkeit und Willkür die Nationalsozialisten mit ihren Opfern umgegangen sind. Indem wir das deutlich machen, geben wir den Opfern ihre Identität zurück und stellen sicher, dass sie nicht in Vergessenheit geraten", erklärte Regionspräsident Hauke Jagau heute bei der Vorstellung der virtuellen Führung. "Mit dem Mediaguide-System bieten wir Besucherinnen und Besuchern eine zeitgemäße Form der Annäherung an die wechselvolle Geschichte des Ortes Ahlem. Ein wertvolles Angebot, denn in absehbarer Zeit werden uns die Menschen, die diese Geschichte selbst erlebt haben, nicht mehr persönlich darüber berichten können. Umso wichtiger ist es, ihre Erinnerungen wachzuhalten."

Ruth Gröne folgt in der Ausstellung den "Spuren ihres Vaters", so der Titel des Rundgangs. Einen Schwerpunkt bildet die erste Etage der Dauerausstellung, die Ahlem als Ort der Verfolgung darstellt. Dabei nimmt die Zeitzeugin auch Bezug auf die Ausstellungsinhalte und verbindet diese mit ihrer eigenen Lebensgeschichte und dem Schicksal ihrer Familie. "Als mein Vater im Gestapo-Gefängnis war, habe ich jede Möglichkeit wahrgenommen, um mit ihm in Kontakt zu kommen", erinnert sie sich. Und auch der Vater ließ Ruth und ihrer Mutter heimlich Briefe zukommen. Einer davon ist in der Ausstellung zu lesen.

Auch das Außengelände und der ehemalige Hinrichtungsort sind Teil der Führung. Ruth Gröne hat vom Toilettenfenster des Judenhauses aus selbst gesehen, wie Menschen zur Hinrichtung in die Baracke auf dem Außengelände geführt wurden. Auch daran erinnert sie sich im Rundgang.

Die Führung dauert etwa 45 Minuten und bietet eine Kombination aus Videosequenzen mit Ruth Gröne in der Ausstellung sowie Sequenzen mit Audio-Informationen. Der Rundgang mit Ruth Gröne richtet sich an alle interessierten Besucherinnen und Besucher, die einen biografischen Zugang zur Ausstellung einem auf die reinen historischen Daten bezogenen Rundgang mit dem Mediaguide vorziehen. Zunächst gibt es die Führung nur auf Deutsch, eine Übersetzung auf Englisch und Hebräisch sind in Vorbereitung. Auch in Workshops mit Schulklassen soll die multimediale Führung nun Verwendung finden.

MY GUIDE: Unterstützung für Jugendliche mit Migrationserfahrung

Termine im Jobcenter, bei der Berufsberatung, in der Schule oder bei Betrieben: Zum Ankommen in Deutschland gehören für Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationserfahrung auch Strukturkenntnisse und Organisationsvermögen. Um eine gemeinsame Beratungsgrundlage für die gesamte Region zu etablieren und Integrationsprozesse zu unterstützen, haben die Fachbereiche Schulen, Jugend und Soziales der Region Hannover in Kooperation mit allgemein- und berufsbildenden Schulen, dem Jobcenter, der Agentur für Arbeit, den Kammern und der Volkshochschule Hannover die Beratungsmappe MY GUIDE entwickelt.

Auf 36 Seiten und in sieben Rubriken geordnet bietet die Mappe einen umfassenden Überblick über Personendaten, Bildungsstand, Kompetenzen, die wichtigsten Ansprechpersonen sowie den Wünschen und Zielen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ansprechpersonen in Vereinen, Behörden oder Unternehmen soll MY GUIDE dabei helfen, kompetent zu beraten und gemeinsam mit den Jugendlichen eine Perspektive zu erarbeiten.

Für die Jugendlichen ist MY GUIDE der rote Faden in ihrem ganz persönlichen Integrationsprozess. Sie lernen mit dem Ausfüllen der Mappe, sich selbst zu organisieren, wichtige Termine im beruflichen und sozialen Kontext zu planen und zielgerichtet wahrzunehmen. Gleichzeitig werden sie sensibilisiert, im Umgang mit persönlichen Daten selbstbestimmt umzugehen.

Die Beratungsmappe steht unter www.hannover.de/myguide zum Download zur Verfügung. Weitere Informationen und kostenlose Printausgaben können per Mail an myguide@region-hannover.de angefordert werden.

Sprachbildung und Sprachförderung: „Angebote nachhaltig wirksam“

 Sprache ist weit mehr als das gesprochene Wort: Sie ist ein Mittel zur Verständigung, sie strukturiert das Denken und sie ist die Basis für Teilhabe am Leben. Mit ihren Angeboten der Sprachbildung und Sprachförderung richtet sich die Region Hannover an Kinder mit erhöhtem Förderbedarf und an pädagogische Fachkräfte in KiTas. Zu den Angeboten gehören die Qualifizierungsmaßnahmen "Wortschatz – Region Hannover" und die "Individuelle Sprachförderung", die beide wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden. Am heutigen Donnerstag, 7. Februar 2019, sind die Ergebnisse vorgestellt worden.

"Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass unsere Sprachförderangebote regionsweit greifen und nachhaltig wirken. Es freut uns, dass wir mit unseren Ansätzen, pädagogische Fachkräfte fortzubilden und Kinder in Kleingruppen individuell und frühzeitig zu fördern, auf dem richtig Weg sind", so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. "Gleichzeitig haben wir Anregungen bekommen, wie wir unsere Angebote weiterentwickeln können, um besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien noch stärker zu unterstützen."

Im Zuge der Evaluation der beiden Sprachförderprogramme hat die hannoversche QUBIC Beratergruppe GmbH im vergangenen Jahr Kita-Fachkräfte schriftlich und mündlich in Form von Gruppeninterviews befragt sowie Workshops mit Fachberatungen und Sprachförderkräften der Region Hannover durchgeführt. Das Ergebnis der Auswertungen bescheinigt der "Individuellen Sprachförderung" einen "hohen Nutzen für die geförderten Kinder, der sich auch positiv auf deren soziale und emotionale Kompetenzen auswirkt". Bei der "Individuellen Sprachförderung" arbeiten Fachkräfte der Region mit Kindern mit Sprachförderbedarfen persönlich und passgenau zusammen. Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen in der Region Hannover zeigen, wie notwendig solche Angebote sind. Im Einschulungsjahrgang 2017/2018 nahmen 362 Kinder in 22 Kitas an der "Individuellen Sprachförderung" teil.

Ein weiteres Fazit der Auswertung lautet, dass das Programm "Wortschatz – Region Hannover" den pädagogischen Fachkräften einen "großen Kompetenzgewinn vermittelt. Dadurch kann die alltagsintegrierte Sprachförderung und -bildung langfristig umgesetzt werden". Seit 2012 unterstützen Sprachberaterinnen und -berater der Region Kita-Fachkräfte dabei, Kindern Sprache alters- und alltagsgerecht zu vermitteln. Die Qualifizierungsmaßnahme dauert ein Jahr und umfasst 95 Stunden. Insgesamt wurden rund 80 Kitas mit etwa 800 Fachkräften aus den regionsangehörigen Kommunen fortgebildet, weitere 20 Kitas durchlaufen aktuell die Maßnahme. Entwickelt wurde "Wortschatz – Region Hannover" vom Fachbereich Jugend der Region Hannover in Kooperation mit dem Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover. In ihrem Ergebnisbericht empfiehlt die Beratungsgruppe zudem, die Sprachförderprogramme weiter auszubauen und die Kitas dabei zu unterstützen, die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und den Netzwerken der Frühen Hilfen zu vertiefen. "Der Bedarf an weiteren Angeboten ist eindeutig da – die Zahl der Kinder mit Sprachförderbedarfen bleibt hoch und die Anforderungen in den Kitas werden zunehmende höher", fasst Dr. Andrea Hanke zusammen.

Insgesamt finanziert die Region Hannover rund 20 Vollzeitstellen für die Umsetzung ihrer Sprachförderprogramme in den 16 Kommunen, in denen die Region als Jugendhilfeträgerin zuständig ist. Dazu gehören: Barsinghausen, Burgwedel, Garbsen, Gehrden, Hemmingen, Isernhagen, Neustadt am Rübenberge, Pattensen, Ronnenberg, Seelze, Sehnde, Springe, Uetze, Wedemark, Wennigsen und Wunstorf. Ein eigenes Jugendamt haben die Städte Hannover, Burgdorf, Laatzen, Langenhagen und Lehrte.

Herausforderung Demenz: Hilfen für schwierige Situationen

Aggressives Verhalten, nächtliche Unruhe, Verständigungsschwierigkeiten: Eine Demenzerkrankung bringt viele Herausforderungen im Umgang mit den Betroffenen mit sich. Oft stehen die Pflegenden am Rand der Belastbarkeit. Da kann es helfen, mehr über die Krankheit zu wissen.

Am Mittwoch, 13. Februar 2019, von 14 bis 16 Uhr, beantwortet Inge Schomacker, Beraterin des Senioren- und Pflegestützpunktes Calenberger Land, am Expertentelefon Fragen zum Krankheitsbild, gibt Tipps zum Umgang mit Menschen mit Demenz und erklärt, welche Unterstützungsmöglichkeiten es durch Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung gibt. Das Expertentelefon ist ein Angebot aller drei Senioren- und Pflegestützpunkte der Region Hannover in Burgdorf, Ronnenberg und Wunstorf. Vier mal im Jahr können Bürgerinnen und Bürger regionale Fachleute unter der Telefonnummer 0511/700201-17 um Rat fragen.

Anlass für das diesmalige Thema des Expertentelefons: Der Senioren- und Pflegestützpunkt Calenberger Land hat sich der Initiative "Demenz Partner" angeschlossen. Träger der Initiative ist die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., die die Kampagne zusammen mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Bundesfamilienministerium gestartet hat. In den kommenden Jahren will die Initiative die breite Öffentlichkeit über Demenzerkrankungen aufklären, um das Bild und die Wahrnehmung von Menschen mit Demenz in der Gesellschaft zu verändern. Alle Informationen zur Kampagne und Veranstaltungen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.demenz-partner.de.

Weitere Informationen, auch zu allen Fragen rund um die Pflege, geben die Senioren- und Pflegestützpunkte der Region Hannover wie der Senioren- und Pflegestützpunkt Burgdorfer Land, Hannoversche Neustadt 53 in Burgdorf. Er ist jeweils Montag von 8:15 bis 12:00 Uhr und 13:00 bis 16:00 Uhr, Dienstag und Mittwoch von 8:15 bis 12:00 Uhr, Donnerstag von 8:15 bis 12:00 Uhr und 15:00 bis 17:00 Uhr, Freitag von 8:15 bis 12:00 Uhr sowie nach Vereinbarung oder per Telefon unter 0511/700201-16 zu erreichen.

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