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Mit bis zu 100 km/h durch Sehnde: Verfolgungsfahrt endet nach 90 Kilometern

Am gestrigen Ostermontag, 5. April 2021, hat nach Angaben der Polizei ein 55-Jähriger Fahrer in den Abendstunden auf der A 2 die mehrfachen Anhaltesignale der Polizei ignoriert. In Sehnde hielt der Mann an und ließ sich widerstandslos festnehmen, teilt die Polizei mit.

Nach Polizeiangaben fiel am gestrigen Dienstagabend der Fahrer eines VW Passat anderen Verkehrsteilnehmern aufgrund einer merkwürdigen Fahrweise und augenscheinlich frischen Unfallspuren am Auto bereits in Nordrhein-Westfalen auf der A 2 in Fahrtrichtung Berlin auf.

Die Autobahnpolizei wollte das Auto an der Anschlussstelle Herford kontrollieren. Kurz vor der Ausfahrt gab der 55-jährige Fahrer jedoch wieder Gas und beschleunigte weiter in Fahrtrichtung Hannover und entzog sich der Verkehrskontrolle.

Der Passat-Fahrer habe weiterhin die deutlichen Anhaltesignale der Funkstreifenwagen ignoriert und sei unbeirrt mit hoher Geschwindigkeit weitergefahren. Im Bereich der Anschlussstelle Hannover-Buchholz kam es darüber hinaus zu einer leichten Berührung zwischen dem flüchtenden VW Passat und einem Funkstreifenwagen, bei dem Unfall wurde keiner verletzt. Es entstand leichter Sachschaden am Polizeiauto.

Letztendlich fuhr der 55-Jährige über die A 7 und die Bundesstraße 65 nach Sehnde. "Auch innerorts düste der 55-Jährige mit bis zu 100 Stundenkilometern durch die Ortschaft, obwohl die Straßen teilweise schneebedeckt waren und die Temperaturen nur leicht über dem Gefrierpunkt lagen", teilt die Polizei mit. Im Anschluss hielt der Mann aus der Region Hannover nach einer 90 Kilometer langen Verfolgungsfahrt an und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Gegen den 55-jährigen Fahrer wurde ein Strafverfahren aufgrund eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens und Fahren ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Hinweise auf eine Beeinträchtigung durch Alkohol oder Drogen konnten während der Kontrolle nicht erlangt werden, teilt die Polizei mit. Der Mann wurde im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen entlassen.

On-Demand-Service „sprinti“: Unternehmen Via ist Betreiber für den Testlauf

Die Region Hannover und die Verkehrsunternehmen ÜSTRA und regiobus planen, ein sogenanntes On-Demand-Verkehrssystem im Umland Hannovers einzurichten. Für eine bis zu dreieinhalb Jahre dauernde Testphase geht das System in den drei Kommunen Sehnde, Springe und Wedemark ab Juni dieses Jahres an den Start. Im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens hat nun das On-Demand-Unternehmen Via mit Deutschlandsitz in Berlin den Zuschlag für den Testlauf erhalten.

Der Service mit dem Namen "sprinti" soll den Buslinienverkehr sinnvoll ergänzen und dabei schneller, flexibler und komfortabler nutzbar sein als bisherige Ruf- oder Anrufsammeltaxi-Verkehre.

"Mit sprinti schaffen wir ein Mobilitätsangebot im Umland, das für die Menschen attraktiver sein kann als ins eigene Auto zu steigen", erläutert Regionspräsident Hauke Jagau. "Statt starrer Bedienung im Regeltakt wollen wir Fahrtwünsche schneller und vor allem nach Bedarf erfüllen. Eine simple App übernimmt dabei die Bestell- und Bezahlfunktion. Der Bus kommt, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Dies ist nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit oder für mehr Service im öffentlichen Nahverkehr: Im ländlichen Raum bedeuten schnelle, verlässliche Verkehrsverbindungen Lebensqualität. Ich freue mich, auf viele neugierige und hoffentlich zufriedene sprinti-Fahrgäste."

"Dieses Projekt ist ein Meilenstein für die Mobilität in den Umlandkommunen und in dieser Form sicherlich einmalig in Deutschland", betont Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. "Die Verkehrswende kann nur gelingen, wenn wir die Kunden überzeugen. Schnelligkeit, Verfügbarkeit, unkomplizierte Buchung und Bezahlung sowie der Komfort während der Fahrt, sind die Erfolgskomponenten", meint Franz.

Der Betreiber Via

2012 gegründet, ist Via heute "weltweit Marktführer in der Entwicklung und im Einsatz von On-Demand Systemen und weiteren Technologien zur Optimierung des ÖPNV", so die Region Hannover. Das Unternehmen unterstützt seine Partner dabei, intelligente Netzwerke aus On-Demand-Shuttles, Linienbussen, Sonderfahrdiensten, Werkshuttles und/oder autonomen Fahrzeugen zu betreiben.

Gemeinsam mit Verkehrsunternehmen und Aufgabenträgern arbeitet Via daran, die Kosten des öffentlichen Nahverkehrs zu senken und neue Mobilitätsoptionen anzubieten, die so komfortabel und zuverlässig sind, dass sie eine echte Alternative zum privaten Pkw darstellen, und die gleichzeitig die Umweltbelastung deutlich reduzieren. Via arbeitet weltweit mit aktuell mehr als 200 Partnern auf fünf Kontinenten, im deutschsprachigen Raum mit rund 20 Partnern, unter anderem den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) oder den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ).

"Mit sprinti startet die Region Hannover ein innovatives Verkehrskonzept, das Flexibilität, Komfort und Inklusion mit einer hohen Verkehrseffizienz verbindet und dadurch den ÖPNV in der Region Hannover noch attraktiver macht”, sagt Valerie von der Tann, Geschäftsführerin von Via in Deutschland. "Wir freuen uns, dass die Region Hannover dafür auf die Technologie und betriebliche Expertise von Via setzt.”

So funktioniert der "sprinti"

Gebucht werden kann der "sprinti" über die GVH-App. Die Kunden werden an virtuellen Haltestellen abgeholt beziehungsweise abgesetzt – nicht weiter als 150 Meter vom Start- oder Zielort entfernt. Von der Buchung des Kunden bis zur Nutzung sollen nur etwa 15 bis 20 Minuten vergehen. Zusätzlich können Fahrten im Voraus bestellt werden – auch als wiederkehrende Fahrten. Nutzen kann den Service, wer über eine gültige GVH-Fahrkarte verfügt – genau wie beim Fahren mit Bussen und Bahnen; es gibt keinen Preisaufschlag. Attraktiv und vor allem besser merkbar sollen die Einsatzzeiten sein: 6bis 1Uhr an Werktagen, an den Wochenenden von 8 bis sogar 4 Uhr.

Fahrzeuge und Fahrpersonal

Die Fahrzeuge, mit denen das Testangebot begleitet wird, werden bis zu sechs Fahrgäste aufnehmen können. Sie werden barrierefrei und in der Lage sein, bis zu zwei Rollstühle mitzunehmen. Dies wird per Hublift am Heck des Fahrzeuges ermöglicht. Rollatoren oder Kinderwagen können ebenfalls mitgenommen werden. Insgesamt 20 Kleintransporter des Typs "Mercedes-Benz Sprinter Mobility" sind für die drei Kommunen vorgesehen. Die Rekrutierung der Fahrerinnen und Fahrer läuft bereits. Die Firma Via möchte in den kommenden Wochen rund 100 Personale für den neuen Fahrdienst gewinnen. Im Rahmen von Schulungen sollen die Mitarbeiterinnen und MItarbeiter vor dem 1. Juni fit gemacht werden.

Finanzierung und Bewerbung

Zurzeit ist von jährlichen Aufwendungen von knapp 3,5 Millionen Euro auszugehen. Die Region Hannover hat für das Projekt für die ersten beiden Jahre einen Förderantrag auf EU-Mittel gestellt. Die Förderquote beträgt dabei 50 Prozent.

Auch nach den ersten beiden Jahren strebt die Region eine Förderung des On-Demand-Services an. "Wir bewerben uns aktuell mit dem ’sprinti‘ im Rahmen des Modellprojektes zur Stärkung des ÖPNV", erklärt Franz. Mit bis zu 30 Millionen Euro und einer Quote von bis zu 95 Prozent fördert das Bundesverkehrsministerium innovative Projekte im Nahverkehr. "Das Ziel ist es, dieses On-Demand-System in der sogenannten Tarifzone C des GVH auszurollen. Damit würden wir insgesamt elf Kommunen einbinden", so Franz.

Um das neue Angebot angemessen zu bewerben und vor Ort bekannt zu machen, läuft derzeit eine Ausschreibung für eine Marketingagentur. Die Vergabe ist für Ende März vorgesehen. Die wesentlichen Bausteine der Kommunikation für den "sprinti" sind die Beteiligung der potentiellen Nutzer, die Bekanntmachung vor Ort und die Vermittlung der Nutzungsmodalitäten durch verschiedene Inhalte und Kanäle. Der zeitliche Hauptfokus für die Bewerbung liegt zunächst um den Einführungstermin herum – also im Mai und Juni, soll aber auch danach fortgesetzt werden.

Start in Sehnde, Springe und der Wedemark

"sprinti soll in das bestehende Busliniennetz der Kommunen integriert werden. Eine Ergänzung im besten Sinne", betont ÜSTRA-Vorständin und regiobus-Geschäftsführerin Elke van Zadel. Neben dem umweltpolitischen Aspekt sei auch die Wirtschaftlichkeit ein wichtiger Faktor. "Schließlich wird der Transporter dort eingesetzt, wo der Bus keinen Sinn macht."

"Selbst bei der Ausweitung der On-Demand-Verkehre wird das Busangebot weiterhin die tragende Säule des Verkehrsangebotes dort vor Ort sein, wo es den Bedarf gibt. Mit einem neuen Angebot ergeben sich möglicherweise weitere Arbeitsfelder und flexiblere Einsatzmöglichkeiten in Zukunft", betont ÜSTRA-Vorständin Denise Hain.

„Mach Europa fit fürs Netz“: Online-Ideenwettbewerb für 15 bis 25-Jährige verlängert

Die Sehnder SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann lädt Jugendliche und junge Erwachsene von 15 bis 25 Jahren ein, sich noch bis zum 1. Juni 2021 am Online-Ideenwettbewerb #MEinEU zu beteiligen. "Zwar können in den aktuellen Pandemiezeiten viele europäische Jugendaustauschprogramme erst einmal nicht stattfinden, doch es gibt für die Zeit nach Corona einen großen Bedarf, die vielfältigen Informationen zu Jugendaustauschprogrammen besser im Internet zu bündeln", sagt Lesemann.

Deswegen ermutigt sie junge Menschen, sich unter dem Motto "Mach Europa fit fürs Netz" mit dem Thema Auslandsaufenthalt auseinanderzusetzen und Ideen einzureichen, aus denen die Landesregierung später eine Internetseite und App zu den Möglichkeiten von Auslandsaufenthalten für Niedersächsinnen und Niedersachsen bis 25 Jahren entwickeln kann. "Jugendliche wissen am besten selbst, was sie im Internet anspricht. Davon wollen wir profitieren. Europa soll so noch näher an das Leben von Jugendlichen heranrücken und Interesse am Austausch über Ländergrenzen hinweg wecken," so die Landtagsabgeordnete. Und weiter: "Dabei können tolle Erfahrungen und Kontakte für das ganze Leben entstehen."

Der Ideenwettbewerb ist Teil der Kampagne "Europa – Chancen für alle!", mit der in Zukunft möglichst alle jungen Menschen die Chance auf einen Auslandsaufenthalt von mindestens zwei Wochen bekommen sollen. Eine Jury aus Expertinnen und Experten wird unter dem Vorsitz von Europaministerin Birgit Honé die ideenreichsten und überzeugendsten Einzel- und Gruppenbeiträge ermitteln und prämieren. Auf die Gewinnerinnen und Gewinner warten neben Reisen nach Brüssel, Interrail-Tickets und Backpacking-Rucksäcken auch ein eigens veranstalteter Hackathon, bei dem die Umsetzung der eigenen Ideen für die zukünftige Informationsplattform mit Expertinnen und Experten erarbeitet werden wird.

Mehr Informationen zum Wettbewerb und den Teilnahmebedingungen sind unter www.me-in-eu.de zu finden.

Sehnder erhält Fördergeld für doppelten Klimaschutz auf dem Dach

Der Auszahlungsbescheid geht demnächst in die Post: Thomas Beer hat sein Zweifamilienhaus in Sehnde energetisch auf Vordermann gebracht und dafür von der Region Hannover 11.350 Euro nach der Dach-Solar-Richtlinie erhalten. Von dem Förderprogramm profitieren seit Anfang 2020 Hauseigentümerinnen und -eigentümer, die ihr Dach neu isolieren und im gleichen Zug eine Solaranlage errichten lassen. Das kombinierte Angebot kommt an: Mehr als 100 Anträge sind im vergangenen Jahr bei der Klimaschutzleitstelle der Region eingegangen. Einen davon hat Thomas Beer gestellt.

"Das alte Dach stammte noch aus den 1960er-Jahren und war entsprechend schlecht gedämmt", erzählt der 34-Jährige. Vom Dachdecker erhielt er den Hinweis auf die Dach-Solar-Richtlinie der Region Hannover. Nun sind 227 Quadratmeter Dachfläche frisch isoliert. Weil auf den Ziegeln außerdem eine Photovoltaik-Anlage grünen Strom erzeugt, ist die Dämmung förderfähig. Neben der finanziellen Unterstützung war Beer aber auch etwas anderes wichtig: "Wenn bei der Sanierung Fragen aufgekommen sind, hatte ich mit der Klimaschutzleitstelle in den meisten Fällen gleich den richtigen Ansprechpartner."

"Bisher haben sich vor allem Privatpersonen bei uns um eine Förderung beworben", berichtet Rike Arff, Leiterin der Klimaschutzleitstelle. Für das zweite Jahr der Förderperiode wünscht sie sich, dass noch mehr Unternehmen und Kommunen Geld aus dem Fördertopf abrufen: "Ob Produktions- oder Verwaltungsgebäude, Kita, Vereinsheim, Ein- oder Mehrfamilienhaus: Die Dach-Solar-Richtlinie steht allen Eigentümerinnen und Eigentümer in der Region Hannover offen und soll sie dazu motivieren, das Dach energetisch zu modernisieren und gleichzeitig auf erneuerbare Energien zu setzen." Geld dafür ist noch da: Aufgrund der hohen Nachfrage hat die Regionsversammlung den Fördertopf für die Jahre 2020 bis 2022 bereits auf 2,7 Millionen Euro aufgestockt.

"Private Solaranlagen sind ein wichtiger Baustein der Energiewende. Wirklich nachhaltig wird ein Gebäude aber erst, wenn es nicht nur selber Strom oder Wärme produziert, sondern auch möglichst viel Energie spart. Da setzt unser Förderprogramm an", erklärt Umweltdezernentin Christine Karasch. Je Quadratmeter gedämmter Dachfläche beträgt die Förderung aus der Dach-Solar-Richtlinie 50 Euro – maximal pro Gebäude 50.000 Euro.

Solar-Offensive

Die Richtlinie ist Teil der Solar-Offensive der Region Hannover. Der Eigentümerin oder dem Eigentümer ist es freigestellt, ob im Rahmen der Dachsanierung eine Solarstrom- oder eine Solarwärme-Anlage gebaut wird. Auch die Förderung von Solarwärme-Anlagen nach der regionseigenen Förderrichtlinie oder eine Förderung der Solaranlage mit vorhandenen Bundesprogrammen ist möglich. Weitere Informationen zur Dach-Solar-Richtlinie gibt es auf www.hannover.de/solaroffensive oder per Mail an klimaschutzleitstelle@region-hannover.de.

Ob sich eine Dachfläche zur Installation einer Solarenergieanlage eignet, lässt sich mit einem Schnell-Check über das Solarkataster der Region Hannover feststellen.

Vermisster 12-Jähriger aus Sehnde wird wohlbehalten in Isernhagen aufgefunden

Seit Donnerstagmittag, 29. Oktober 2020, hat die Polizei Hannover nach dem zwölfjährigen Leon G. gesucht. Er war im Bereich einer Schule an der Kirchröder Straße in Hannover-Kleefeld davongelaufen und zunächst spurlos verschwunden.

Wie die Polizei mitteilt, wurde der Junge am späten Nachmittag wohlbehalten im Bereich Isernhagen gefunden. Ein Anwohner hatte das Kind bemerkt und die Polizei informiert. Die Polizei bedankt sich bei allen, die sich an der Suche nach Leon G. beteiligt haben.

Fördermittel für beispielhaften Klimaschutz

Ein Pilothaus für das Ökodorf auf dem Kronsberg, eine Wohnsiedlung aus Holz, Stroh und Lehm oder mehr Regionalisierung in der Nahrungsmittelvermarktung – die Region Hannover unterstützt mit ihrer "Leuchtturmrichtlinie" Akteurinnen und Akteure, die beispielhafte Klimaschutzprojekte praktisch umsetzen. Über die Förderung von drei weiteren Projekten mit jeweils 50.000 Euro hat die Leiterin der Klimaschutzleitstelle der Region Hannover, Rike Arff, den Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz der Region Hannover informiert. "Die Vorhaben zeigen, wie wichtig es ist, innovative Technik für den Klimaschutz zu entwickeln und einzusetzen", erläuterte Frau Arff: "Nachhaltiger Wohnungsbau und neue Strategien für eine ‚Ernährungswende‘ sind in diesem Kontext wichtige Ansätze." Ein Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro geht des Weiteren an das Klimazentrum in Sehnde-Bolzum.

Pionierhaus für das Ecovillage

Im Norden des hannoverschen Stadtteils Kronsberg entsteht ein Projekt mit rund 500 ökologisch optimierten Wohneinheiten für rund 900 Menschen: mit Tiny-Häusern, aber vor allem mit vielen Gemeinschaftsprojekten und besonderen Ideen. "Ein Wohnquartier der Genügsamkeit", nennt es die Genossenschaft ecovillage hannover eG, die die Vorzeigesiedlung plant. Schon im nächsten Jahr soll auf der 50.000 Quadratmeter großen Baufläche das erste Gebäude stehen. Ökologische Bauweise, innovative Technologien und eine weniger konsumorientierte (suffiziente) Lebensweise seiner Nutzerinnen und Nutzer machen das Modulhaus über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg klimaneutral. Das Pilotgebäude dient als Präsentationsobjekt für die Öffentlichkeit und als Projektbüro für die Genossenschaft. In der oberen Etage wird eine Wohnung zum Probewohnen für Interessierte eingerichtet werden.

Regionalisierung des Ernährungssystems

Landwirtschaftliche Produkte, saisonal geerntet, sind gesund und günstig. Auch für das Klima. Der Ernährungsrat Hannover hat sich deshalb vorgenommen, die "Ernährungswende" auch in der Region Hannover voranzubringen – als ein wichtiges Element der Energiewende und des Klimaschutzes. Mit dem Projekt sollen die Weichen für eine klimaneutrale, regenerative Agrarökonomie gestellt werden. Der Ernährungsrat will aus seinem Netzwerk heraus Kooperationen zwischen den Erzeugern fördern. Daneben werden naheliegende Strategien für regionalisierte Logistik, Vertrieb, mittelfristig auch Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse entwickelt und zeitnah umgesetzt. Das Nahziel ist, mit einer fundierten Datenrecherche die Grundlage für alle weiteren Schritte und Strategieentwicklungen zu schaffen. Ein Fernziel ist die Schaffung eines Softwareportals zur digitalen Unterstützung regionaler Strukturen.

Wohnsiedlung in Strohballenbauweise

Auf der ehemaligen Hofstelle der Familie Prüße in Hannover-Wülferode soll anstelle der bisherigen Wirtschaftsgebäude eine Wohnsiedlung errichtet werden. Die Gebäude werden in Holzständerbauweise mit einer Außenwand- und Dachdämmung aus Strohballen errichtet und mit Lehm verputzt. Für die Fassade werden die Klinker der Altgebäude recycelt, es werden keine synthetischen Baustoffe verwandt. Die Wärmedämmung ist nachhaltig, sogar regional produziert und minimiert die notwendige Heizenergie für das Gebäude. Die Gebäude werden in ihrem gesamten Lebenszyklus die Umwelt nur minimal belasten. Das Projekt fügt sich im Design zudem in das Dorfbild.

Innovative Solartechnik in Sehnde

In einem leerstehenden Gebäude im Sehnder Ortsteil Bolzum beabsichtigt die Stadt im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Verbundprojekts "GutKlima" ein Klimazentrum einzurichten. Bei der zukünftigen Nutzung geht es nicht nur um klimafreundliches und nachhaltiges Alltagshandeln, bereits bei der Sanierung des Gebäudes stehen Lösungen zur energetischen Sanierung einer älteren Bestandsimmobilie im Mittelpunkt. Als Vorbild und Anschauungsobjekt sollen sowohl auf dem Dach als auch an den Giebeln des Gebäudes verschiedene Lösungen zur Nutzung von Solarenergie realisiert werden.

Förderrichtlinie für Projekte mit "Leuchtturmcharakter"

Die Region Hannover vergibt die Zuschüsse auf Basis der Richtlinie zur Förderung regional bedeutsamer Klimaschutzvorhaben. Ein Faltblatt mit allen wesentlichen Informationen, das Antragsformular und Projektbeispiele sind abrufbar auf www.hannover.de/leuchtturmrichtlinie.

Abstimmung über den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises 2020

Die heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Maria Flachsbarth freut sich, dass mit Kleine Herzen Hannover e. V. ein Bewerber aus Sehnde für den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises nominiert worden ist.

Die Mitglieder von "Kleine Herzen Hannover e. V." um Ira Thorsting aus Sehnde engagieren sich seit 2006 ehrenamtlich für neue Standards der Betreuung in der Kinderkardiologie und Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover. Nachhaltige und bundesweit beachtete Projekte wurden und werden entwickelt, um betroffenen Kindern Angst zu nehmen, soziale Beratung und Betreuung für die Familien anzubieten und letztlich den kranken Kindern und ihren Eltern seelische Kraft zu geben.

"In Deutschland sind über 30 Millionen Menschen bürgerschaftlich engagiert. Dies ist ein beeindruckendes Engagement, das Anerkennung und Wertschätzung verdient", so die Parlamentarische Staatssekretärin. "Viele Aufgaben und Herausforderungen sind ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in den Kommunen nicht zu leisten. Die Arbeit vieler freiwillig helfender Menschen vor Ort ist nicht bezahlbar. Ich freue mich, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger aus Sehnde für die "Kleinen Herzen" abstimmen!", so Maria Flachsbarth weiter.

Mit dem Deutschen Engagementpreis zeichnet das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit Förderpartnern seit 2009 Einzelpersonen, Initiativen, Organisationen und Unternehmen aus, die sich vorbildlich für das Gemeinwohl einsetzen.

Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden Anfang Dezember ausgezeichnet. Alle weiteren Wettbewerbsteilnehmenden, darunter auch Kleine Herzen e.V., haben nun noch die Chance auf den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis. Zwischen dem 15. September und dem 27. Oktober 2020 können Bürgerinnen und Bürgern durch ein öffentliches Online-Voting über die Verleihung des Publikumspreises abstimmen. Die Abstimmung ist unter www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis möglich.

SNNTG zu Gast im Hannoverschen Straßenbahn Museum

Nostalgie-Reise oder modernes Kulturprogramm? Am Entdeckertag geht im Sehnder Ortsteil Wehmingen beides. Das Hannoversche Straßenbahn Museum schickt am kommenden Sonntag, 13. September 2020, von 11 bis 17 Uhr, seine Oldies auf die Schienen. Ein besonderes Highlight: die Tram-Parade um 15 Uhr. Hier dürfen sich echte Schmuckstücke aus der Wehminger Kollektion in voller Fahrt präsentieren. Ein bildschönes Erlebnis – nicht nur für Trainspotter. Das Blasorchester der ÜSTRA unter der Leitung von Armin Berlich sorgt für Unterhaltung.

Auf Einladung der Region Hannover ist auch das SNNTG-Festival am Entdeckertag zu Gast, dass mit seiner bunten Mischung aus Live-Musik, Kunst, Lesungen, Party und Workshops in diesem Juli seine dritte Saison auf dem Museumsgelände erlebt hätte. Anklänge sind am kommenden Sonntag nun trotz Corona zu erleben: Auf zwei Bühnen wird es Live-Musik geben. Das Spektrum reicht von Neo-Klassik mit dem Ensemble Geräuschkulisse über sphärische Instrumentalmusik von Malte Winter bis hin zu Aud Syn, der Gitarrenriffs, elektronische Beats, Indie, Hiphop und House kombiniert.

Anmeldungen zu den Konzerten sind unter www.entdeckertag.de erforderlich. Zwei Zeitfenster stehen zur Verfügung: 10:00 bis 14:00 Uhr und 14.30 bis 18.30 Uhr. Einlass ist je eine halbe Stunde vor Beginn. Das Programm ist vormittags und nachmittags identisch. Eintritt für Straßenbahn-Museum und Festival am Entdeckertag: Erwachsene 6 Euro, Kinder 3 Euro, Familienticket 17 Euro.

Die SNNTG-Künstler im Überblick:

Aud Syn 
Das Duo verbindet englische Texte. eingängige Gitarrenriffs und elektronische Beats zu einem zeitgemäßen Sound, der Einflüsse aus Indie, Hiphop und House erkennen lässt. Nach zahlreichen Konzerten und Single-Veröffentlichungen in den vergangenen zwei Jahren ist für diesen Herbst 2020 der Release einer neuen EP geplant. Eine Hörprobe gibt es vielleicht schon am Entdeckertag.

Ensemble Geräuschkulisse

Um der Musik offen und frei begegnen zu können, ist der Verein Geräuschkulisse entstanden: Er hat ein Ensemble junger Musikerinnen und Musiker der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover unter der musikalischen Leitung von Tammo Krüger gebildet, das mit ungewöhnlichen Konzertformaten frischen Wind in die klassische Musikszene bringen will.

Jakob Nolte

Jakob Nolte, geboren 1988, wuchs in Barsinghausen am Deister auf und lebt nun in Berlin. Seine Theaterstücke wurden mehrfach prämiert und an zahlreichen Bühnen Europas gespielt. Sein Debütroman ALFF wurde mit dem Kunstpreis Literatur 2016 ausgezeichnet. Im selben Jahr war er Stipendiat der Villa Kamogawa in Kyoto. Sein Roman Schreckliche Gewalten war für den Deutschen Buchpreis. Zum Entdeckertag kommt er für ein kleines Heimspiel in die Region Hannover zurück.

KID BE KID

Die Berliner Musikerin, Komponistin und Produzentin singt, beatboxt, spielt Klavier sowie Synthesizer – und das alles gleichzeitig. Dabei entsteht ein einzigartiger Sound im futuristischen Neo-Soul-Stil mit Beatbox- und Jazz-Elementen. KID BE KID schafft es mit ihrer charismatischen Stimme zwischen Basslines, Akkorden und Melodien wie eine Band zu klingen, obwohl sie alleine auf der Bühne ist und keine Overdubs, Loops oder Pre-Recordings nutzt. Das Multi-Talent legt eine Live-Performance hin, die verzaubert und erstaunt.

Malte Winter

Der Pianist, Produzent und Komponist aus Hannover versucht in seinem elektronischen Soloprojekt "Nathanael" seit langer Zeit, zu etwas anderem vorzudringen als zu melancholischer, sphärischer Instrumentalmusik – erfolglos.In den weiten Welten der analogen elektronischen Klangsynthese kämpft er mit pianistischen Auswüchsen seines Jazzmusikstudiums, so treffen simple wiederkehrende musikalische Themen auf freie Soundimprovisation.

Rabea

Gesang und Cello – eine einzigartige Kombination, die man viel zu selten zu Gehör bekommt. Rabeas Musik zeichnet sich durch diese Kombination aus: Sie singt und begleitet sich dabei am Cello – mal mit gezupften, mal mit gestrichenen Tönen – und verschafft ihren aufrichtigen und persönlichen Texten dadurch einen gefühlvollen Rahmen. Untermalt wird dies von ihrer Band, welches dem gesamten Klang eine indie-elektronische Note verleiht.

WEZN [ve z n]

Paul und Maischa sind zwei Wesen, die sich in Bremen zwischen Raves und Proberaumsessions getroffen und dort ihre gemeinsame Leidenschaft für elektronische Musik entdeckt haben. Die beiden gehen seither neue Wege und finden ihren ganz eigenen Sound in der Welt zwischen Pop und elektronischer Musik. Dabei erschaffen sie Klangwelten zwischen Ekstase und Melancholie.

Zwei bestätigte Corona Fälle in der Kooperativen Gesamtschule Sehnde

Am gestrigen Freitagnachmittag, 4. September 2020, wurden der Schulleitung der Kooperativen Gesamtschule Sehnde (KGS) vom Gesundheitsamt der Region Hannover zwei laborbestätigte an Corona erkrankte Schülern aus zwei unterschiedlichen Jahrgängen gemeldet. "Über das schulinterne Informationssystem wurden umgehend alle notwendigen Maßnahmen und die nun für alle Betroffenen geltenden Regeln kommuniziert", so die Stadt Sehnde. Zusätzlich informieren die Lehrkräfte ihre Klassen und Kurse telefonisch, um die persönliche Ansprache zu gewährleisten und Detailfragen zu klären. Der Schulelternrat ist informiert.

Betroffen sind nach Angaben der Stadt Sehnde zwei Klassen und einige Kurse, in denen klassenübergreifend unterrichtet wird. Die Schulleitung der KGS hatte sich mit Schulöffnung für strenge Hygieneregeln entschieden und eine generelle Maskenpflicht ausgesprochen, die nur in den Unterrichtsräumen ausgesetzt wurde. "Diese Maßnahme führt nun dazu, dass sich in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt nicht ganze Jahrgänge, sondern nur die direkt betroffenen Schüler*innen sowie Lehrkräfte der Klassen und Kurse für vierzehn Tage in Quarantäne begeben müssen", so die Sehnder Stadtverwaltung.

Die Schulleitung der KGS arbeite in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und der Landesschulbehörde. Die betroffenen Personen werden ermittelt, Handlungsrichtlinien weitergegeben und telefonisch Gespräche geführt.

KGS-Schulleiterin Sandra Heidrich ist zuversichtlich: "Dank der guten Vorarbeit und der strengen Regeln müssen sich bisher nicht ganze Jahrgänge in Quarantäne begeben. Auch wenn wir gehofft hatten, dass ein Quarantänefall nicht eintritt, sind wir aber gut vorbereitet und werden auch diese Situation gemeinsam bewältigen."

Bürgermeister Kruse ist besorgt, was die Gesundheit der betroffenen Schüler, Lehrkräfte und Familien angeht und bietet Hilfe für die Familien an, die sich nun in Quarantäne begeben müssen. Die Stadtverwaltung bietet hierbei Unterstützung beispielsweise für Einkäufe und Erledigungen an. Ansprechpartnerin ist die Ehrenamtskoordinatorin Anja Hettling anja.hettling@sehnde.de.

Kruse lobt die vorbildliche und schnelle Zusammenarbeit der zuständigen Behörden: "Die Corona-Fälle sind erst seit wenigen Stunden laborbestätigt, die Krisenarbeit der KGS läuft auf Hochtouren und reibungslos. Dank des internen Schulinformationsdienstes war eine unmittelbare Weiterleitung aller Informationen möglich. Auch wenn sich niemand eine solche Situation wünscht, zeigt sich hier aber deutlich die gute Zusammenarbeit der zuständigen Behörden und betroffenen Entscheidungsträger*innen."

Die Stadtverwaltung bittet die Sehnder noch einmal nachdrücklich, die Corona-Hygieneregeln einzuhalten, private Kontakte und Feiern einzuschränken und achtsam miteinander umzugehen. "Die Corona-Pandemie besteht weiterhin und die Fallzahlen steigen auch aufgrund der neuen Bewegungsfreiheit, der Reisetätigkeit und der vielen Feiern und Veranstaltungen im privaten Umfeld", so die Stadt Sehnde

Hinweise zum Umgang mit privaten Feiern, viele Informationen und Links zu weiteren Institutionen sind unter auf www.sehnde.de/corona zu finden.

„Wenn einem alles zu viel wird…“

Der Musiker Tim Bendzko singt "Ich bin doch keine Maschine, ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut". Dieser Titel trifft gerade nicht nur vielen Ärzten und Pflegekräften mitten ins Herz, sondern auch Eltern schwerkranker Kinder. Denn zusätzlich zu den üblichen Sorgen verlangt ihnen die Corona-Pandemie gerade alles ab. Zu wenig Personal, zu viele Überstunden in den Kliniken – Kontaktsperren und Hygienevorschriften für Eltern und Kinder – und immer die Angst im Nacken, sich mit dem Virus anzustecken. "Wir müssen den Pflegekräften und den Eltern in dieser Situation helfen", betont Ira Thorsting, die Vorsitzende des Vereins "Kleine Herzen Hannover". So lud sie einen Fachmann für "Resilienz im Alltag" zu zwei Video-Vorträgen im Internet ein, und der Verein übernahm dafür die Kosten. Michael Steil ist Diplom-Theologe und Notfall-Psychologe. Er gab Ärzten und Pflegern sowie Eltern und Angehörigen wichtige Ratschläge, wie sie die Ausnahmesituation bewältigen können.

"Durch die enorme finanzielle Unterstützung in Höhe von 2.000 Euro der proWIN-Stiftung und den beiden proWIN-Mitarbeiterinnen Melanie Kador aus Sehnde und Michaela Wandschneider aus Isernhagen konnten wir diese Webinare kostenfrei anbieten," freut sich Ira Thorsting von "Kleine Herzen Hannover", ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 bundesweit bereits mehrfach ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) anbietet. "Es ist bereits das dritte Mal, dass die proWIN-Teams und die proWIN-Stiftung unsere Projekte unterstützen", betont Thorsting. "Die Online-Projekte finden wir beide richtig gut, denn das ist in der momentanen Zeit eine optimale Möglichkeit. Eine sehr gute Idee, die wir gern unterstützen, da auch wir mittlerweile sehr erfolgreich damit arbeiten," betonen die beiden proWIN-Mitarbeiterinnen Michaela Wandschneider und Melanie Kador.

Michael Steil stellte den Ärzten und Pflegern zu Anfang die Frage: "Wie kann ich dauerhaft für meine Tätigkeit brennen, ohne dabei auszubrennen?" Jeder müsse sich immer wieder fragen, was ihm guttut und sich so kleine Kraftquellen im Alltag schaffen. "Ich trinke jeden Mittag einen guten Espresso", sagte der Dozent. Oft seien es solch kleine "goldene Minuten", die helfen könnten, wieder etwas Abstand zu gewinnen. Jeder solle sich auch fragen, wer ihm guttut und dann die Kontakte zu diesen Menschen pflegen. Und ganz wichtig sei es, sich immer wieder die Fragen zu stellen: Was kann ich? Worin bin ich gut?

Wenn es einem alles zu viel wird, sagte Michael Steil, dann könne man Strategien anwenden, die einfach, aber sehr wirksam seien. Beispielsweise kurz die Situation verlassen, ein paar Schritte gehen, tief in den Bauch atmen oder ein großes Glas Wasser im einem Zug austrinken. Und am Ende eines Tages solle man sich vergegenwärtigen, was alles gut war. Das Ganze vielleicht sogar in einem Tagebuch aufschreiben und positiv bleiben. Dieses gelte auch für die Eltern. "Ein krankes Kind besteht nicht nur aus Krankheit. Es kann auch Glück empfinden. Darum gestalten Sie leichte, glückliche Momente für Ihre Kleinen", appellierte er an die Eltern. Viele hätten nicht nur mit ihren eigenen Ängsten zu kämpfen, viele wüssten auch nicht, wie sie sich ihrem Kind gegenüber richtig verhalten sollen. "Offenheit ist ein sehr guter Weg", sagte Michael Steil: Man solle dem Kind nichts vormachen – aber: "Alles, was ich sage, muss wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, muss ich auch sagen."

Michael Steil bestärkte die Eltern aber auch darin, an sich selbst zu denken: "Es darf Ihnen auch gut gehen, wenn es Ihrem Kind schlecht geht." Der Dozent riet dazu, sich ab und zu Abstand zu verschaffen und den Akku aufzuladen. Sich mit Freunden treffen und nicht immer nur über die Krankheit reden. "Dann können sie Ihrem Kind wieder mit einem Lächeln begegnen und ihm dadurch neue Kraft geben." Den Eltern empfahl er weiter, zu versuchen, die oft so traurige Realität zu akzeptieren und die Angst anzunehmen. Dafür müsse sich niemand schämen – und man müsse auch nicht immer nur stark sein. Sie sollten aktiv gegen die Sorgen vorgehen. Für viele sei auch die Musik oder das Malen ein guter Ausgleich. Weitere Praxis-Tipps gegen die Angst:  Entspannungsübungen, körperliche Betätigung und richtiges Atmen. Zum Schluss der Seminare gab es viel Lob und Dankbarkeit der Teilnehmer.

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