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Typisierungsaktion in Sehnde: Schüler aus Sehnde kämpft um sein Leben

Vor vier Jahren haben Ali und seine Mutter den Iran verlassen. Ihnen drohte politische Verfolgung, da sich die Mutter dort für die Frauenrechte einsetzte. Sein Vater ist verschollen. In der Hoffnung auf eine neues Leben kam die kleine Familie nach Sehnde, wo bereits die Tante und der Onkel zu Hause waren. Jetzt kämpft Ali bei uns gegen Tod. Er leidet an einer schweren Bluterkrankung, die nur durch eine Stammzelltransplantation geheilt werden kann.

Das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) organisiert groß angelegte Typisierungsaktionen, um einen Stammzellspender für ihn zu finden. Unter anderen auch dort, wo Menschen leben, die aus seiner Heimatregion stammen und deren Gewebemerkmale eher mit seinen übereinstimmen. So rief das NKR zusammen mit den Johannitern jüngst zu einer Typisierungsaktion in einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Sarstedt auf – 53 Bewohner ließen sich sofort als potenzielle Spender registrieren.

Die nächste Aktion findet am kommenden Sonnabend, 30. April 2016, an der KGS Sehnde statt, von 10 bis 17 Uhr. Dort besucht Ali, der wie auch seine Mutter in Deutschland politisches Asyl erhielt, die 9. Klasse des Realschulzweigs. Er ist ein fleißiger Junge, er träumt davon, einmal Polizist zu werden wie sein Großvater. Ali nimmt sein Schicksal selbst in die Hand, so wird er auch bei dieser Typisierungsaktion mithelfen. Eine Typisierung erfolgt hierbei nicht mehr durch eine Blutabnahme, sondern ganz harmlos über einen Abstrich der Wangenschleimhaut mit Wattestäbchen.

Um die Chancen für Ali auf einen passenden Spender zu erhöhen, wird das NKR auch mit der Stadt Hannover zusammenarbeiten. Experten des NKR werden den von der Stadt Hannover angebotenen Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge besuchen und dort über Alis Schicksal und die Möglichkeit der Hilfe informieren.

37 Teilnehmer des ABC-Zuges üben für den Ernstfall

Das immer größer werdende Gefährdungspotential durch Transporte von gefährlichen Stoffen und Gütern auf Schiene, Straße und Wasser sowie Risikobetriebe, erfordert mehr und mehr, dass Spezialfahrzeuge und -geräte vorgehalten werden müssen. Aber auch geschultes Personal wird benötigt, um Einsätze dieser Art Fachgerecht abarbeiten zu können.

Hierzu wurden im Brandabschnitt 4 der Region Hannover erneut Teilnehmer aus Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze im Umgang mit Gefahrstoffen geschult. An mehreren Abenden und am vergangenen Wochenende mussten die 37 Teilnehmer, darunter 5 Frauen, die theoretische und praktische Ausbildung im Umgang mit Gefahrstoffen absolvieren. Alle Teilnehmer kommen aus verschiedenen Ortsfeuerwehren, die zudem im ABC Zug Region Hannover Ost tätig sind.

Das Technische Hilfswerk war mit einigen Teilnehmern ebenfalls vertreten. Die Ausbildung findet nur einmal im Jahr statt. "Die Ressourcen werden genutzt und die Zusammenarbeit wird gefördert", sagte Florian Menklein, stellvertretender Zugführer des ABC Zug Region Hannover Ost. Die für den Aufgabenbereich "Einsatz der Feuerwehren bei gefährlichen Stoffen und Gütern" vorgesehenen Feuerwehrmitglieder werden nach der Feuerwehrdienstvorschrift 500 besonders ausgebildet und geschult.

Unter Chemikalienschutzanzügen – genannt CSA – mussten zwei Übungen abgearbeitet werde. Jeder Teilnehmer musste dabei einmal einen Schutzanzug getragen haben. Ein Leck geschlagener Behälter musste abgedichtet werden. Danach war das Umfüllen in einen nicht beschädigten Behälter nötig, um den vermeintlichen Gefahrstoff zu transportieren. Bei einem dargestellten Verkehrsunfall waren etliche Behälter, die als Stückgut transportiert wurden, an einem Fahrzeug verteilt worden. Hierzu konnten die Kanister und Kartons aber nicht einfach eingesammelt und irgendwo abgestellt werden, alles musste in auslaufsichere Behälter umgelagert werden.

Die ersten Trupps mussten den Einsatzort erkunden und kleinere Beschädigungen, soweit es möglich war, sofort beheben. Danach wurden weitere Trupps in den Einsatz geschickt, die mit Spezialausrüstung die Gefahrstoffe sichern und zum Abtransport fertig machen mussten. Der richtige Umgang mit Gefahrstoffen sollte hier geübt werden.

Der ABC Zug versucht jedes Jahr neue Mitglieder auszubilden, um eine stetige Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Mitglieder die Interesse haben, müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Vorteilhaft ist es dabei, bereits ein ausgebildeter Atemschutzgeräteträger zu sein. Am Ende der Ausbildung konnte allen Teilnehmern die Lehrgangsbescheinigung aushändigt werden. 

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