Kategorienarchiv: Tipps & Infos

Polizei warnt vor Schockanruf: „Oma, ich habe jemanden totgefahren“

"Oma, ich habe jemanden totgefahren – ich komme in Untersuchungshaft und die Polizei, bzw. Staatsanwaltschaft, verlangt eine Kaution in Höhe von 50 000 Euro": So, oder so ähnlich, lauten die Worte von Trickbetrügern am Telefon.

Falsche Polizisten rufen ältere Menschen an und überrumpeln diese am Telefon mit einer schreienden und weinenden Stimme. Die Senioren verfallen in eine Schockstarre und glauben tatsächlich, dass ein Familienmitglied in Not geraten ist.

Im Bereich der Region Hannover haben sich solche Trickanrufe in den vergangenen Tagen gehäuft. Die Betrüger geben sich am Festnetztelefon mal als Verwandte oder als Mitarbeiter einer Behörde (Polizei oder Staatsanwaltschaft) aus. Die Betrüger schildern, dass das vermeintliche Familienmitglied einen Menschen totgefahren habe. Die vermeintliche Staatsanwaltschaft verlangt eine Kaution zumeist in einem hohen fünfstelligen Bereich. Senioren werden gebeten ihre Handynummern mitzuteilen und in einem ständigen in telefonischen Kontakt zur vermeintlichen Staatsanwalt oder zum vermeintlichen Polizisten zu bleiben. Zumeist werden die Senioren zu einer Bank gelotst und sollen das entsprechende Bargeld abheben. Auch werden Tipps bei der Abhebung des Geldes gegeben, falls der Bankangestellte kritisch nachfragen sollte, warum eine größere Summe abgehoben wird. "Für eine größere Anschaffung" sollen die betroffenen Personen des öfteren antworten. Anschließend wird die Adresse von einem Amtsgericht, einer Polizeidienststelle oder einer Staatsanwaltschaft genannt. Kurz vor dem Gebäude wird dem älteren Menschen über das Telefon gesagt, dass ein Polizist in Zivil kommt und man das Geld auf offener Straße in einem Briefumschlag übergeben soll. Zum Schluss werden die Betroffenen noch eindringlich darauf hingewiesen, dass man eine Schweigepflicht hat und es niemanden erzählen darf, da sonst dem in Not geratenen Familienangehörigen etwas passieren wird.

Die Betrüger sind in ihren betrügerischen Sachverhalten sehr kreativ. Sollten Sie von vermeintlichen Polizeibeamten oder vermeintlichen Angehörigen in Notsituationen angerufen werden, gelten folgende Hinweise der Polizei und der Justiz:

  • Seien Sie misstrauisch am Telefon und gegenüber fremden Personen
  • Lassen Sie sich keine Informationen über Familienmitglieder oder Vermögenswerte entlocken
  • Legen Sie umgehend auf! (Ganz wichtig: Den Hörer richtig auflegen!) Und wählen Sie die 110! Oder gehen Sie zur nächsten Polizeidienststelle
  • Falls zivile "Polizisten" vor Ihrer Haustür stehen: Wählen Sie die 110! Lassen Sie sich von der Leitstelle bestätigen, dass es tatsächlich Polizeibeamte sind – die Leitstelle weiß, wo sich die Funkstreifenwagen befinden
  • Die Polizei und Justiz verlangen niemals eine Bargeld- oder Schmuckübergabe

"Die Staatsanwaltschaft tritt an keine Angehörigen heran und fordert Kautions- bzw. Geldbeträge", teilt Staatsanwältin Frau Söfker, von der Staatsanwaltschaft Hannover, mit. Herr Freudenberg, Richter am Amtsgericht Hannover, weist auf den Servicepoint im Amtsgericht hin: "Am Amtsgericht gibt es den Servicepoint und dort Fragen Sie nach! Es kommt kein Mitarbeiter vor das Gebäude heraus!". Der Servicepoint ist unter der Rufnummer 0511/347-3504 für Fragen erreichbar.

Die Polizeidirektion, Staatsanwaltschaft und Amtsgericht Hannover bitten darum, dass Sie ihre Großeltern und Eltern vor diesen Trickbetrügereien warnen und sensibilisieren.

Weitere Verhaltenshinweise bei Trickanrufen und anderen Betrugsmaschen sind unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/ zu finden.

Kinderbetreuung: Region und alle 21 Städte und Gemeinden beschließen neue Vereinbarung

Kinderbetreuung und Beruf miteinander zu vereinbaren, ist für jede Familie ein zentrales Thema. Umso wichtiger ist es, Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen zu finden, die sich mit dem familiären Alltag verbinden lassen. So ist es für manche Berufstätige beispielsweise leichter, ihre Kinder nicht in ihrem Wohnort, sondern dort betreuen zu lassen, wo sich der Arbeitsplatz befindet. Die Region Hannover und alle 21 regionsangehörigen Kommunen haben miteinander nun eine gemeinsame Vereinbarung erarbeitet, die genau dies leichter ermöglichen soll.

"Bisher gibt es noch keine einheitlichen Regelungen vom Land bei wohnortfremder Kinderbetreuung – obwohl das mit erheblichen Kosten für die Kommunen verbunden ist. Diese Lücke schließen die Region und die Kommunen nun in eigener Initiative. Durch die neue Vereinbarung und den pauschalen Kostenausgleich entfallen die bisher aufwändigen Einzelabrechnungen, was für alle Städte und Gemeinden eine Arbeitserleichterung ist", so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. "Ich freue mich, dass alle Kommunen der Region hier mitziehen und sich für die Vereinbarung einsetzen. Der größte Posten liegt hierbei ganz klar bei der Landeshauptstadt – viele Berufstätige arbeiten in Hannover, wohnen aber in den Umlandkommunen. Für diese Familien wird die Kita-Wahl künftig unkomplizierter."

Rita Maria Rzyski, Dezernentin für Bildung, Jugend und Familie der Landeshauptstadt Hannover, ergänzt: "Mit den neu vereinbarten Pauschalen realisieren wir einen fairen Lastenausgleich zwischen den regionsangehörigen Kommunen. Zugleich etablieren wir ein Verfahren, das ebenso unbürokratisch wie transparent und nachvollziehbar ist."

Bereits 2007 hatten die Region, die Landeshauptstadt und die regionsangehörigen Umlandkommunen eine Vereinbarung zur gemeindeübergreifenden Nutzung von Betreuungsplätzen beschlossen. Doch die alten Regelungen waren aufgrund der Einführung der Beitragsfreiheit im Jahr 2018 und der allgemeinen Entwicklung der Kosten für die Kindertagesbetreuung nicht mehr aktuell. Überdies hatte das Verwaltungsgericht Hannover 2019 bemängelt, dass die Vereinbarung in einigen Teilen im Widerspruch zum Bundesrecht stand – unter anderen war dabei ein Punkt, dass das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern nicht eingeschränkt werden darf. So war in der alten Fassung der Vereinbarung noch eine Zustimmung derjenigen Kommune erforderlich, in der sich die Kita befindet. Die neue Vereinbarung berücksichtigt diese Punkte und hat außerdem alle Pauschalen mindestens verdoppelt. Neu ist außerdem, dass die Kostenpauschalen regelmäßig angepasst werden.

Führerscheine können jetzt online beantragt werden

Den Führerschein online beantragen – das geht ab sofort für alle Fahrschülerinnen und -schüler in der Region Hannover. Vorerst am Computer der jeweiligen Fahrschulen, die in dieser Woche Post von der Region Hannover bekommen haben mit Informationen, wie die Webanwendung "Führerschein-Antrag Online" funktioniert. "Damit werden wir schneller in der Bearbeitung und für die Fahrschülerinnen und Fahrschüler wird der Antrag wesentlich einfacher, flexibler und spart Papierkram", sagt Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Sicherheit der Region.

Rund 140 Fahrschulen haben das Infoschreiben von der Region in diesen Tagen erhalten. Das soll aber nur der erste Schritt sein. "Im Laufe des Jahres soll die Anwendung auch für alle Bürgerinnen und Bürger von zu Hause aus erreichbar sein", sagt Roland Niehoff, Leiter des Teams Fahrerlaubnisangelegenheiten. Vorerst können die Fahrschülerinnen und Fahrschüler den Antrag am Computer ihrer Fahrschule ausfüllen – mit ihrer Unterstützung. Ein enormer Vorteil der Webanwendung "Führerschein-Antrag Online" sieht Niehoff in der automatischen Übertragung der personenbezogenen Daten durch den Personalausweis mit Online-Funktion. "Die Daten werden automatisch in die Felder übertragen, so dass Übertragungsfehler, Tippfehler et cetera nicht mehr vorkommen", so Niehoff. Sein Team erhofft sich dadurch eine wesentlich schlankere Bearbeitung.

Die Region Hannover ist Fahrerlaubnisbehörde für die 20 Städte und Gemeinden im Umland Hannovers. Jährlich werden durchschnittlich 30.000 Anträge bearbeitet – von der Erstausstellung eines Führerscheins über seine Erweiterung bis hin zum begleiteten Fahren ab 17.

DRK-Telefonfilter beugt Betrug vor

Ab sofort bietet das Deutsche Rote Kreuz in der Stadt und Region Hannover mit einem neuen Produkt die Möglichkeit, sich vor Betrügern am Telefon zu schützen.

Vor allem ältere Menschen werden immer häufiger Opfer von Telefonbetrügern. Diese geben sich beispielsweise als angebliche Polizeibeamte aus, als Bankmitarbeiter oder wenden den so genannten "Enkeltrick" an. Die Betrugsmasche führt häufig zum Erfolg. "Die Betrüger wollen Bargeld und Wertgegenstände. Sie sind oft rhetorisch sehr gut ausgebildet und überzeugen dann die Menschen am Telefon. Mit dem DRK-Telefonfilter kann proaktiv verhindert werden, dass es überhaupt zu einem Betrugsversuch kommt", erklärt Torsten Loeffler, Leiter des DRK-Hausnotrufteams.

Der Filter selbst ist ein kleiner, dezenter Kasten, etwa so groß wie ein Kartenspiel. Dieser wird einfach zwischen Telefonanschlussdose und Telefon geschaltet. Unbekannte Anrufer können ganz nach Wunsch beispielsweise aufgezeichnet, geblockt oder an eine Vertrauensperson weitergeleitet werden. Die bekannten Telefonnummern werden wie gewohnt durchgestellt. "Wir besprechen vorher, welche der fünf individuellen Sicherheitsoptionen die Beste ist und installieren diese auf dem DRK-Telefonfilter. Auf Wunsch installieren wir auch die bekannten / vertrauenswürdigen Telefonnummern auf dem DRK-Telefonfilter. Diese Telefonnummern werden immer, unabhängig von der gewählten Sicherheitsoption, durchgestellt", so Loeffler.

Die monatlichen Kosten für den DRK-Telefonfilter liegen bei 10 Euro, für DRK-Hausnotrufkunden bei 8 Euro. Die Einrichtung kostet einmalig 30 Euro. Auf Wunsch wird zusätzlich die Rufnummernliste für einmalig 30 Euro eingerichtet. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0511/19219 oder per Mail an hnr@drk-hannover.de.

Regionssportbund Hannover lädt zum 15. FrauenSportTag ein

Das Team des Regionssportbund Hannover (RSB) bietet am 3. Sonnabend im September, 18. September 2021, wieder das beliebte Angebot für Frauen ab 16 zum Mitmachen, Ausprobieren und Kennenlernen in Langenhagen an. Natürlich unter Berücksichtigung der bestehenden Hygieneauflagen und möglichen Kapazitäten.

"Da wir bei unserem großen Sportfestival am Ende des Sommers auch in diesem Jahr bei der Festlegung der Teilnehmerinnenzahl auf die Inzidenzwerte im September angewiesen sind, können wir im Moment nur 300 Plätze freigeben. Sollte der Inzidenzwert Ende August immer noch niedrig sein, können wir sicherlich noch weitere Plätze freischalten. Wer sich nicht darauf verlassen will sollte sich möglichst schnell entscheiden, um aus allen Kursen wählen zu können", empfiehlt Petra Busche, zuständige Mitarbeiterin des Regionssportbundes Hannover.

Der Teilnahmebeitrag von 10 Euro beinhaltet das Workshopangebot sowie die Getränkeversorgung während der Veranstaltung. Wichtiger Hinweis für ehemalige Teilnehmerinnen: Mittagessen und eine kostenfreie Kinderbetreuung können wie im letzten Jahr nicht angeboten werden.

Teilnehmerinnen bekommen von der BKK24 die Teilnahmegebühr erstattet, wenn Sie bei der BKK24-Gesundheitsinitiative "Länger besser leben." unter www.bkk24.de/lbl mitmachen.

Weitere Änderungen und Besonderheiten 2021:

  • ·m Angebot sind drei verschiedene Workshops, die nun von jeder Frau gewählt werden können
  • Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über das Online-Formular über das LSB-Bildungsportal. Den Link dahin findet man wie gewohnt über die Veranstaltungsseite: www.rsbhannover.de/frauensporttag
  • Beginn der Veranstaltung sowie Start für den 1. Workshop ist 10 Uhr
  • Um 14 Uhr endet sowohl der 3. Workshop als auch der FrauenSportTag 2021

Unverändert ist, dass jede Frau ab 16 Jahren mitmachen kann und eine Vereinszugehörigkeit nicht erforderlich ist. Zudem heißt es für alle Interessierten Action und Ausdauer, Turnen und Trendsport, Fitness und Balance – all das kann auch bei unserem diesjährigen Angebot erlebt und näher kennengelernt werden. 20 Angebote aus bewährten und neuen Sportarten und Bewegungsformen warten am 18. September darauf, ausprobiert zu werden. Alle Workshops werden auf der Homepage in Kurzform erklärt.

Alle aktuellen Infos zum Programm sowie Kontaktdaten für Rückfragen findet man auf der Veranstaltungsseite www.rsbhannover.de/frauensporttag.

Bücherei Großburgwedel in den Ferien geöffnet – analoge und digitale Ausleihen für die Reise

Nachdem viele Monate kein Reisen möglich war, bieten die aktuellen Lockerungen nun viele Möglichkeiten, das Fernweh etwas zu besänftigen. Ob ins benachbarte Ausland oder zu Reisezielen innerhalb von Deutschland, Reiseführer informieren und bereichern die Reisezeit – analog und auch digital. Beides kann man als Mitglied der der Bücherei Großburgwedel ausleihen.

Die Bücherei ist seit 2015 Teilnehmer im Verbund der Onleihe Niedersachsen und mit einem gültigen Leseausweis hat man Zugriff auf ein vielfältiges und kostenloses, digitales Angebot. Der Verbund ist ein Gemeinschaftsprojekt der beteiligten Bibliotheken unter Koordination der Büchereizentrale Niedersachsen. Unter www.onleihe-niedersachsen.de stehen aktuelle Bestseller, Biografien, Reise- und Sprachführer, verschiedenen Tageszeitungen und Magazine und selbst E-Audios zur Verfügung.

Eine Ausleihe von zehn Medien ist gleichzeitig möglich. Damit kann man beruhigt auf Reisen gehen. Wenn der Urlaub etwas länger dauert, ist ein Nachladen von unterwegs möglich, denn rund um die Uhr kann der Lesehunger ohne zusätzliche Kosten gestillt werden – einfach durch einen Download.

In ersten Halbjahr 2021 nutzten 333 Leser den Service der Onleihe und liehen sich insgesamt 8.415 digitale Medien aus.

Ob auf dem E-Reader, Smartphone oder Tablet – so passt die persönliche Bibliothek in jedes Gepäck und ist am Urlaubsort mit am Start! – Neugierig? Das Team der Bücherei Großburgwedel steht für Fragen gern zur Verfügung.

Wer es lieber analog mag, erreicht die Bücherei Großburgwedel durchgehend während der Sommerferien am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Romane und Sachbücher zu vielen Themen, Spiele für Regentage, Hörbücher oder Konsolenspiele für die Autofahrt, Kinder- und Jugendbücher für Mußestunden warten auf ihren Einsatz. Eine Mitgliedschaft kostet einmalig 12 Euro, für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist sie kostenfrei.

Wer ganz ohne Zeitdruck lesen möchte, kann sich auf dem Mini-Flohmarkt im Foyer der Bücherei umschauen. Hier werden in den nächsten Wochen aus dem Bestand aussortierte Bücher und Medien zum Schnäppchenpreis von 1 Euro verkauft. Private Buchspenden können nicht angenommen werden.

Für einen sicheren Büchereibesuch gelten weiterhin die Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes.

Perfide Tricks: Betrüger bringen vermehrt Senioren um Erspartes und Wertsachen

In der Region Hannover sind in den vergangenen Tagen vermehrt Betrugsstraftaten der Polizei angezeigt worden, bei denen die Täter hohe Geldsummen und Wertsachen erbeuten konnten. Die Polizei Hannover warnt erneut vor Anrufen von Enkeltrickdieben und falschen Polizeibeamten und erläutert deren Vorgehensweise.

Der Kriminalpolizei Hannover werden immer mehr Fälle bekannt, bei denen meist Senioren um ihr Erspartes und Wertsachen gebracht werden. Dabei wenden die verschiedenen Täter unterschiedliche Betrugsmaschen an, wie die Polizei mitteilt.

Bei dem klassischen Enkeltrickdiebstahl nimmt ein Täter telefonisch Kontakt zu einem Senior oder einer Seniorin auf, täuscht vor, dessen Angehöriger oder deren Angehörige (meist Enkelkind) zu sein und für beispielsweise einen Immobilien- oder Autokauf dringend Geld zu benötigen. Durch den vermeintlichen Enkel oder die vermeintliche Enkelin wird im Gesprächsverlauf (Bar-)Geld, Schmuck und Gold gefordert, welcher durch eine weitere Person von dem Senior oder der Seniorin abgeholt werden soll.

Eine weitere Variante nutzt den Corona-Kontext: Zunächst meldet sich der verzweifelte (Enkel-) Sohn und gibt vor, schwer an dem Corona-Virus erkrankt und daher im Krankenhaus zu sein. Für ein nunmehr neues, noch nicht zugelassenes Medikament, das die Krankenkasse nicht bezahlen würde, wird dringend Geld von den Großeltern oder Eltern benötigt. Der angebliche (Enkel-) Sohn bringt durch Weinen und verzweifelte Sätze wie "Mutter, ich will nicht sterben." oder "Bitte, bitte hilf mir. Das werde ich dir nie vergessen." die Senioren aus der Fassung und setzt sie unter Zeitdruck. Zusätzlich wird das Gespräch gezielt in die Länge gezogen, um zu verhindern, dass die Angerufenen sich bei der Polizei oder ihren Angehörigen rückversichern.

Eine neue Vorgehensweise der Trickbetrüger kombiniert den Enkeltrick mit dem Ausgeben als angebliche Polizeibeamte. Beispielsweise wird den Angerufenen vorgegaukelt, dass eine angehörige Person einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätte, bei dem zwei Kinder einer schwangeren Frau tödlich verletzt worden sei. Zur Verhinderung einer Inhaftierung des angehörigen Unfallverursachenden sei eine Kaution beim Amtsgericht zu zahlen. Auf die geschockten Senioren wird in der Folge massiver Druck durch mehrere Sprecher wie Polizei, Staatsanwaltschaft und Richter ausgeübt, so dass diese schließlich dazu bewegt werden, ihr Geld bereitzustellen.

Eine weitere Betrugsmasche sind die sogenannten "falschen Polizeibeamten" (Callcenter-Betrugsdelikte). Dabei geben sich die Täter den älteren Menschen gegenüber als Polizeibeamte aus, die von Einbrüchen in der Nachbarschaft berichten. Nach einer Festnahme hätten sich Hinweise auf weitere potenzielle Einbruchsobjekte ergeben und dabei wären die Daten des Seniors oder der Seniorin aufgefunden worden. Die angeblichen Polizeibeamten fragen nach vorhandenen Wertgegenständen und bieten an, diese in Verwahrung zu nehmen bis die Gefahr vorüber ist. Bei dieser Tatbegehungsweise nutzen die Täter das Vertrauen der Menschen in die Polizei aus und erbeuten häufig hohe Summen.

Folgende Hinweise gibt die Polizei Personen, die von vermeintlichen Polizeibeamten oder vermeintlichen Angehörigen in Notsituationen angerufen werden:

  • Lassen Sie sich von solchen Anrufen nicht beunruhigen und legen Sie auf!
  • Gehen Sie nicht auf die Forderungen der Anrufenden ein!
  • Detaillierte Nachfragen zu Vermögen und Wertgegenständen werden durch die tatsächliche Polizei nie am Telefon getätigt!
  • Weder Polizei noch Justiz setzen Angerufene im Gespräch dermaßen unter Druck!
  • Trotz gegenteiliger Aufforderungen der Täterseite, wenden Sie sich an Verwandte, Freunde oder sonstige Vertrauenspersonen!

Weitere Verhaltenshinweise bei Trickanrufen und anderen Betrugsmaschen sind unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/ zu finden.

Akuthilfen für pflegende Angehörige verlängert bis zum 31. Dezember 2021

Ungefähr vier von fünf Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt und versorgt und die Corona-Pandemie belastet diese Familien schwer. Die bereits geltenden Akuthilfen für pflegende Angehörige, die bislang bis zum 30. Juni 2021 galten und Hilfen während der Pandemie bieten, sind verlängert bis zum 31. Dezember 2021, wie die Gemeinde Wedemark mitteilt.

Im Akutfall besteht die Möglichkeit, kurzzeitig eine Arbeitsverhinderung von bis zu 20 Arbeitstagen, statt 10 Tagen, in Anspruch zu nehmen. Sollte ein Engpass in der Pflege im Zuge der Pandemie entstehen den nur Angehörige auffangen können, bietet die Verlängerung auch hier die Möglichkeit des vereinfachten Zugangs zum Pflegeunterstützungsgeld. Bis zum 31.Dezember 2021 können Beschäftigte das Pflegeunterstützungsgeld insgesamt bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch nehmen, bereits genutzte Tage werden angerechnet. "Das können auch geringfügig Beschäftigte und Rentnerinnen beziehungsweise Rentner, die eine Beschäftigung ausüben, in Anspruch nehmen", erläutert Silke Steffen-Beck, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Wedemark. Das Pflegeunterstützungsgeld muss bei der Pflegekasse beantragt werden.

Berufstätige, die aufgrund der Sonderregelungen Freistellungen in Anspruch genommen haben oder aktuell nehmen, haben die Möglichkeit, "restliche" Monate, die ihnen für eine Freistellung darüber hinaus zuständen, auch nach dem 31. Dezember 2021 in Anspruch zu nehmen. Diese Restzeiten bleiben bis zu 24 Monate erhalten.

"Die Flexibilisierungen, wie eine kürzere Frist für die Ankündigung der Familienpflegezeit oder auch die Möglichkeit, diese per E-Mail anzukündigen, gelten bis zum 31. Dezember 2021 und entlasten zumindest punktuell an dieser Stelle Berufstätige mit dieser doppelten Belastung, vor der sie akut stehen", sagt Silke Steffen-Beck.

"Wer berufstätig ist und Angehörige pflegt, muss flexibel auf neue Pflegesituationen reagieren können und ist auf eine gute Vereinbarkeit von Pflege und Beruf angewiesen", führt die Gleichstellungsbeauftragte weiter aus. "Nach wie vor ist das vornehmlich ein Thema, das Frauen betrifft, da sie auch überwiegend Angehörige pflegen. Die Maßnahmen sind eine Unterstützung für die Personen, die Pflege leisten. Dass in diesem Bereich viel mehr getan werden muss, liegt nicht erst seit der Pandemie auf der Hand", konkretisiert Silke Steffen-Beck.

Weitere Informationen rund um das Thema Pflege stehen unter anderem auf der Internetseite www.wege-zur-pflege.de zur Verfügung. Sie wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betrieben.

Makabrer Schockanruf: Betrüger erbeuten Bargeld in fünfstelliger Höhe von Seniorin

Am vergangenen Freitag, 9. Juli 2021, übergab eine Hildesheimerin einem unbekannten Mann mehrere tausend Euro in Hannover, weil sie glaubte, so ihrem Sohn, der an Corona erkrankt sei, helfen zu können.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei klingelte am Freitag gegen 13 Uhr das Telefon der älteren Dame, die in dem Ortsteil Nordstadt von Hannover wohnhaft ist. Am Apparat stellte sich der angebliche Sohn vor und gab an, in einem Krankenhaus in Hannover zu liegen und an Corona erkrankt zu sein.

Der Verlauf seiner Krankheit wäre so schwer, dass nur eine Spritze mit einem Medikament, welches sehr teuer sei, sein Leben retten könne. Nach der dramatischen Darstellung seines vermeintlichen Gesundheitszustandes bat er die Hildesheimerin um eine finanzielle Unterstützung. Sie sagte ihm ihre Hilfe zu und packte die geforderte fünfstellige Summe in einen Beutel. Es folgten weitere Telefonate und Anweisungen, wo sie das Geld in Hannover übergeben soll. Anschließend fuhr sie mit dem Auto in die Burgstraße in Hannover und überreichte mehrere tausend Euro an einen unbekannten Mann.

Erst nachdem ihr Sohn am selben Tag bei ihr erschien, war der älteren Dame klar, dass sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen war.

Der unbekannte Mann soll etwa 20 bis 30 Jahre alt und 1,60 bis 1,70 Meter groß gewesen sein. Er hatte gebräunten Teint und schwarzes Haar. Er trag eine Brille mit schwarzem Gestell, hatte keinen Bart und hatte eine schwarze Umhängetasche bei sich.

Hinweise nimmt die Polizei Hildesheim unter der Telefonnummer 05121/939-115 entgegen.

Präventionstipps der Polizei:

  • Übergeben Sie NIEMALS Bargeld oder Schmuck an unbekannte Personen.
  • Vergewissern Sie sich IMMER, ob die dargestellte Geschichte der Wahrheit entspricht. Nehmen Sie dafür mit Nachbarn, Freunden oder Verwandten Kontakt auf. Nutzen Sie dafür die Ihnen bekannten Telefonnummern.
  • Lassen Sie sich NIE unter Druck setzen. Holen Sie sich Hilfe.

Ernährung und Immunfunktion im Alter: AWO Seniorenarbeit bietet kostenlosen Online-Vortrag

Die Seniorenarbeit der AWO Region Hannover lädt interessierte ältere Menschen am Freitag, 23. Juli 2021, um 10:30 Uhr lädt zu einem digitalen Vortrag zum Thema "Wechselwirkung von Ernährung und Immunfunktion im Alter" ein.

Felix Kerlikowsky vom Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung der Leibniz Universität Hannover erläutert, welche Rolle die Ernährung bei der Alterung des Immunsystems spielt und in wieweit eine gute Versorgung mit Vitamin- und Mineralstoffen die Immunalterung vermindern könnte.

Die Veranstaltung findet über die Plattform Zoom statt. Die Zugangsdaten, weitere Informationen sowie Hilfestellungen bei technischen Fragen erhalten die Teilnehmenden bei der AWO-Seniorenarbeit unter Telefon 0511/21978-123 oder per Mail an amely.wulf@awo-hannover.de.

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