Rückkehr des Wolfes: Wie werden Pferdehalter entschädigt?

Der Abgeordnete Oliver Brandt mit Morris, ein 4 Jahre alter Hannoveraner Wallach.

Die Rückkehr des Wolfs wirft bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Fragen auf – besonders aber auch bei Reiterinnen und Reitern und Pferdehalterinnen und Pferdehaltern: Wie groß ist die Gefahr tatsächlich, wie können Pferde effektiv geschützt werden und wie hoch werden Pferdehalterinnen und Pferdehalter im Fall eines Falles bei einem bestätigten Wolfsriss entschädigt? Kostet doch ein vollausgebildetes Hannoveraner Reitpferd schon bei der Anschaffung mehrere tausend Euro. Dazu kommt der immaterielle Schaden, da Pferde für viele Reiterinnen und Reiter Freund, Partner und beinahe Familienmitglied sind.

Fast jede Woche gibt es neue Meldungen über Wolfsattacken. Zuletzt sind Mitte Juni auf einer Weide im Landkreis Nienburg zwei etwa 400 Kilogramm schwere Hannoveraner und wenige Tage später in der Feldmark nördlich von Lehrte-Immensen ein Shetlandpony gerissen worden.

Pferdehalter sind verunsichert, ob und wie sie ihre Tiere schützen können. Reiter beschäftigt die Frage: Was mache ich, wenn mir bei einem Ausritt plötzlich ein Wolf gegenübersteht? Was klar ist: In Niedersachsen wissen wir noch viel zu wenig über den Wolf, der 150 Jahre verschwunden war und nun Mensch und Tier vor neue Herausforderungen stellt.

"Wenn ein Politiker bei diesem Thema Unsicherheit und Unwissenheit verspürt, empfehle ich ein Gespräch mit den Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzern aus dem Umland. Die Betroffenen haben eine Menge zu berichten", so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion Region Hannover Oliver Brandt.

Die vielen unbeantworteten Fragen greift Oliver Brandt in einer umfangreichen Anfrage an die Verwaltung auf. In der Anfrage an die Regionsverwaltung vom 26. Juni 2020 geht es inhaltlich um drei Themenschwerpunkte. Der erste Fragenschwerpunkt beschäftigt sich mit den konkreten Zahlen. Wie viele solcher Risse sind der Verwaltung bekannt? Im zweiten Themenfeld des Fragenkatalogs geht es um den "Schutz der Pferde vor dem Wolf". Wie können Pferde und Reiterinnen und Reiter in der Region effektiv vor dem Wolf geschützt werden Abschließend beleuchten die Fragen den Bereich der Entschädigung. Wie hoch ist die Entschädigung für Reiterinnen und Reiter, wenn ihr Pferd von einem Wolf gerissen worden ist?

"Die Region Hannover ist Pferderegion, das wird auch so bleiben. Allerdings gibt es in der Region auch drei Wolfsrudel, die bestätigt reproduziert haben und junge Wölfe aufziehen. Es kann daher nicht sein, dass das Thema Wolf in der Regionsversammlung nur am Rande thematisiert wird. Verwaltung und Politik müssen mit den Pferdehalterinnen und Pferdehaltern in der Region Hannover ins Gespräch kommen und deren Sorgen und Ängste aufnehmen", so der Regionsabgeordnete für den Wahlbereich Lehrte, Burgdorf und Uetze Oliver Brandt abschließend.

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9 Kommentare

  • Viele Fragen, keine Antworten.

  • Annegret Sproesser

    Wofür wird sich ein Wolfsrudel entscheiden, wenn ein Pferd beim Anblick von Wölfen beim Ausritt durchgeht? Für das davonstürmende Pferd oder den gehunfähig gestürzten Reiter? Vor Allem, wenn dieser ein Kind ist.

    • Ja, da würde ich mal den BUND fragen, oder die Wolfsschützer im 8. Stock in der Großstadt. Die kennen sich da aus.

    • Christian Hermann Hörr

      Unglaublich diese vermeintlichen Weltverbesserern. 7 Koniks verhungert, Dutzend Rinder jämmerlich ersoffen, Ponys mit Hufrehe… und Betreiber von Windrädern erpressen .- wenn gezahlt wird, wird die Klage zurückgezogen

  • Drei Rudel? Das ist wohl untertrieben. Wenn man mal die aktuelle Karte zur Verbreitung der Tiere anschaut, dann ist da Kreis an Kreis. Hier in Wettmar haben wir auch ein Rudel mit sieben Tieren. Vor ein paar Tagen haben sie ein paar Weiden weiter vier Scharfe gerissen. Ich mache mir Sorgen. Der Wolf ist ein großes Raubtier ohne Feinde. Er sollte bejagt werden und die Rudel, die in so dicht besiedeltem Gebiet leben sollten umgesiedelt werden.
    Warum soll er auf eine anstrengende jagt gehen, wenn ihm das Futter auf der Weide serviert wird? Pferde artgerecht zu halten ist auch wichtig. Die ganze Struktur ist einfach eine andere als vor 150 Jahren. Wir müssen uns darum kümmern, dass nur romantisch zu betrachten führt hier zu nichts.

  • Christian Hermann Hörr

    Die Hauptargumente u.a. Des Nabus
    Waren 1.der Wolf sucht nicht die Nähe des Menschen. 2. er würde keine Nutztiere reisen und Pferde würden keines Falles in das Beuteschema des Wolfes entsprechen.
    Das war und ist unwahr
    Es doch sehr leicht über das Eigentum anderer zu entscheiden.
    Und die Rechtslage ist völlig abstrus.

  • Beatrice Seichter

    Was wir zu den Wolfen noch brauchen sind Bären. Eine für mich so.geliebte Radtour/Wanderung in den frühen Morgenstunden oder der Dämmerung fällt nun leider aus. Da sich das Beutechema des.Wolfes verändert hat, möchte ich allen Eventualitäten vorbeugen .Schade!!

  • Beatrice Seichter

    Ich.gehe mit vielen Vorstellungen.und Forderungen des NABU ’s konform. Was die Naivität und Unvernuft bezgl. der Wölfe angeht, “ sträuben sich mir die Nackenhaare“. Wir leben weder in Kanada, den Pyrenäen, noch in den.Karpaten. Im dicht besiedelten Deutschland hat der.Wolf m.E. nichts zu suchen.
    E.

  • Dr. Hartmut Janssen

    Der Anstieg der Zahl der Wolfsrudel in Niedersachsen ist Besorgnis erregend. Das Verhalten der Rudel wird sich bei Verkleinerung ihrer Reviere nicht zu Gunsten von Tier und Mensch verbessern. Ich erwarte in den nächsten drei Jahren die ersten Angriffe auch auf Menschen. Im Harz hat die Wildtier-Liebe für Luchse dazu geführt, dass die beiden frei lebenden wehrlosen Muffel-Herden von je 1.500 Tieren auf je 100 dezimiert wurden. Wollen wir das oder sind wir nur verrückt geworden? Den Nachruf auf ein Menschenopfer könnte eine Arbeitsgruppe der Wolfsflüsterer schon vorbereiten.

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