Aktion „Rote Hand“ an der IGS Burgwedel

Die IGS Burgwedel nahm an der Aktion "Rote Hand" teil.

Kilama (13) und Rita (11) sind nur zwei Namen unter den weltweit geschätzten 250.000 Kindersoldaten, mit denen sich die Schüler aus dem 6. Jahrgang der IGS Burgwedel auseinandergesetzt haben. Die Dunkelziffer wird deutlich höher geschätzt.

Seit 1999 erinnert das Deutsche Bündnis Kindersoldaten hieran jährlich am 12. Februar. Mit der Aktion "Rote Hand" wird an das Kinderrecht "Schutz in bewaffneten Konflikten" der Kinderrechtskonvention erinnert und ein Zeichen gegen die Rekrutierung von minderjährigen Kindersoldaten gesetzt. Diese Aktion erfährt bundesweit als auch international viel Aufmerksamkeit.

Auch an der IGS Burgwedel haben rund 60 Schüler sowie Lehrkräfte und der Schulleiter, Dr. Marco Schinze-Gerber, eine rote Hand für die Einhaltung aller Kinderrechte gesetzt. Um die politischen Forderungen weiterleiten zu können, wurde die Bürgermeisterin Ortrud Wendt in die IGS eingeladen. Hierdurch hatten die Kinder des 6. Jahrgangs die Chance, die Bürgermeisterin kennenzulernen und ihre Fragen und Forderungen an sie weiterzuleiten.

Im Rahmen eines Interviews, welches von Jari Homeyer (6a), Nalin Toluk (6b) sowie Lia-Sophie Wolf (6c) geführt wurde, konnten vielschichtige Fragen gestellt und besprochen werden. Diese reichten von Interessensfragen über die Kindheitswünsche sowie der Berufswahl von Ortrud Wendt bis zu Fragen politischer Natur. Vor allem die Forderung nach Veränderungen wurde von den Schüler deutlich gemacht und nach Gründen für die Missstände gesucht.

"Armut ist das elementarste Problem", verdeutlichte Ortrud Wendt. Um Kinder des Globalen Südens besser schützen zu können, müssen westliche Länder nicht nur Entwicklungshilfen anbieten, auch sei es wichtig, dass jedes Individuum den eigenen Konsum hinterfragt und, wenn möglich, nachhaltige und somit faire Produkte bevorzugt. Deswegen betont Ortrud Wendt: "Ich finde die Aktion klasse. Nur durch solche Aktionen kann man auf Missstände aufmerksam machen." Die roten Handabdrücke und politischen Forderungen werde sie an einen befreundeten Politiker aus Berlin weiterleiten, damit die Hände "weiterwandern" können.

Aber nicht nur die Schüler durften Fragen stellen. Auch Ortrud Wendt zeigte große Neugier am vergangenen Homeschooling und fragte die Schüler nach ihren persönlichen Erfahrungen in dieser besonderen Zeit. Durch mehrere Wortmeldungen wurde deutlich: Die Schüler haben durch die Homeschooling-Phase das Recht auf Bildung schätzen gelernt. "Ich finde Unterricht in der Schule viel besser als Videokonferenzen", verdeutlicht Dilan Ahmad (6b). Dennoch fand sie die Homeschooling-Zeit aufschlussreich: "Einige meiner Lehrer haben mich sogar zu Hause besucht und mir geholfen, weil ich manchmal Probleme hatte, die Aufgaben zu bearbeiten und an Videokonferenzen teilzunehmen". Hier habe sie gemerkt, wie sehr sie durch die Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter und damit einhergehend durch das Schulsystem der IGS Unterstützung erfährt.

"Die Kinder haben durch die Aktion Rote Hand einerseits ihre Privilegien reflektieren können. Andererseits haben sie Rechte kennengelernt, die ihnen vorher nicht bekannt waren", äußert Frau Erden, die Initiatorin dieses Projektes und Klassenlehrerin der 6b. Auch Frau Hölscher und Frau Behrens, Klassenlehrerinnen der 6a und 6c sind begeistert von der Aktion: "Es ist immer schön, sinnvolle Projekte außerhalb des Regelunterrichts anbieten zu können." verdeutlicht Frau Hölscher. Ebenso bedankt sich Dr. Schinze-Gerber für das erfolgreiche Projekt, insbesondere bei Frau Erden und den Schüler des 6. Jahrgangs.

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