Polizei warnt: Betrüger fragen nach Kreditkartendaten und schröpfen Konten

Seit etwa Ende November 2021 haben sich nach Angaben der Polizei vermehrt private Verkäufer einer Online-Verkaufsplattform an die Polizei Hannover gewandt und insgesamt etwa 30 Strafanzeigen wegen Betrugs erstattet. Die Polizei warnt nun vor der relativ neuen Betrugsmasche der noch zu ermittelnden Täter. 

Nach aktuellen Erkenntnissen der Polizeidirektion Hannover häuften sich in den vergangenen zwei bis drei Monaten die Strafanzeigen wegen Betruges zu folgender Vorgehensweise. Betroffen waren unterschiedliche private Anbietende, welche gebrauchte oder neuwertige Artikel über eine Verkaufsplattform per Anzeigen inserierten. Der oder die Betrüger suggerierten bei unterschiedlichsten Anzeigen von verschiedener Ware und Preishöhe Kaufinteresse. Dazu nahmen sie zu dem jeweiligen Verkaufenden Kontakt auf und boten an, über eine abgesicherte Zahlungsmöglichkeit des Verkaufsportals bezahlen zu wollen. Hierbei handelt es sich um einen Treuhandservice eines Vertragspartners des Verkaufsportals, der die Nutzenden in der Zahlungsabwicklung unterstützt.

Im weiteren Verlauf sendete der vermeintliche Käufer einen Link an den Verkäufer, der den Anschein erweckt, von dem Anbieter zu stammen oder dorthin zu leiten. Auf der so erreichten Website wurden die jeweiligen Verkaufenden dazu aufgefordert, ihr Zielkonto in Form von zumeist Kreditkartendaten, aber auch in Form der IBAN anzugeben. Mit Hilfe der so erlangten Daten führten die Betrüger diverse Transaktionen zumeist über Zahlungsdienstleister durch. Die Gelder flossen auf diesem Weg meist über Finanzagenten in die Ukraine. Auch Personen oder Firmen in Polen und Russland wurden bereits begünstigt.

In einem Fall vom 13.  Dezember 2021 wollte eine 51-Jährige aus Hannover Esszimmermöbel über das Portal für 800 Euro verkaufen. Über die Plattform kontaktierte sie ein vermeintlicher Kaufinteressent. Im weiteren Verlauf erhielt die Frau aus dem Stadtteil Kirchrode über einen Messengerdienst auf ihrem Handy einen angeblich sicheren Link zur Kaufabwicklung. Auf der verlinkten Internetseite wurde sie dazu aufgefordert, ihre Kreditkartendaten einzugeben. Sie folgte den weiteren Anweisungen und ermöglichte den Betrügern dadurch unwissend die Finanztransaktion in Höhe von 500 Euro. Recherchen ergaben, dass das Geld auf das Konto eines 18-Jährigen in der Ukraine, vermutlich eines Finanzagenten, geflossen ist. Die Ermittlungen in diesem und insgesamt etwa 30 weiteren Strafverfahren dauern an.

Kriminelle versuchen auf verschiedenste Wege an die Daten der Zahlungskarten zu kommen. Die Polizei Hannover warnt daher: "Geben Sie die Daten Ihrer Zahlungskarten nur mit verschlüsselter Internetverbindung ein und nutzen Sie zum Bezahlen keine Links oder E-Mails von unbekannten Absendern. Grundsätzlich gilt es bei Internet-Transaktionen ein aktuelles Virenschutzprogramm und eine aktuelle Firewall zu verwenden."

Weitere Informationen und Verhaltenshinweise zum EC- und Kreditkartenbetrug sind unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/ec-und-kreditkartenbetrug/ zu finden.

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