Statistik: Mehr Sterbefälle als Geburten in der Region Hannover

In der Region Hannover sind im vergangenen Jahr mehr Menschen gestorben als geboren worden: Die Statistik verzeichnet 11.299 Geburten, gleichzeitig sind 13.509 Personen verstorben. Daraus ergibt sich für das Jahr 2021 ein so genannter Sterbefallüberschuss von 2.210 Personen. In al­len 21 Städten und Gemeinden der Region Hannover liegt die Zahl der Sterbefälle über der Zahl der Geburten. Der natürliche Bevölkerungssaldo ist entsprechend durchgängig negativ.

In den Städten und Gemeinden des hannoverschen Umlandes ist seit 2011 die Zahl der Sterbefälle nahezu konstant angestiegen. Die Zahl der Geburten ist im Umland bis 2017 ebenfalls steigend gewesen, ehe sie dann bis 2019 wieder gesunken ist und 2020/2021 leicht über beziehungsweise leicht unter dem 2017 erreichten Wert gelegen hat und sich somit insgesamt auf dem erreichten Niveau stabilisiert hat. Insgesamt ergibt sich damit für die Kommunen Umlands ein anhaltender struktureller Sterbefall­über­schuss. Durch den vergleichsweise steilen Anstieg der Geburten­zahlen in den Jahren 2014 bis 2016/17 und dem danach ge­hal­tenen Geburtenniveau liegt dieser Sterbefall­über­schuss im Umland jedoch 2021 nur unwesentlich höher als noch 2011. Insgesamt stellt sich die demographische Situation im Umland so dar, dass ohne Zuzüge die Bevölkerungszahl rückläufig wäre.

Bezogen auf die 228 Stadt- und Gemeindeteile im Umland stellt sich die Lage etwas dif­­­feren­­­zierter dar. Immerhin 69 Stadt- und Gemeindeteile haben 2021 einen Ge­burten­­­­über­schuss erzielt. Ohne Zu- und Fortzüge wären diese Orte also allein auf Grund dessen in der Zahl ihrer Personen am Hauptwohnsitz gewachsen. 134 hatten einen Sterbeüberschuss. In 25 halten sich Geburten- und Sterbefälle die Waage. Um die Geburten- und Sterbefallüberschüsse für Ortsteile unterschiedlicher Größen­ord­nung zu normieren, ist der Saldo in Relation zur Bevölkerung an Hauptwohnsitz zur Mit­te des Jahres gesetzt worden. Mit 1.000 multipli­ziert ergibt sich dadurch ein Maß des Zuwachses oder Rückgangs der Bevölkerung am Ort der Haupt­wohnung ohne Wan­derungen.

Dabei hat sich in Klein Lobke (-94 je 1.000 Personen am Hauptwohnsitz), Dachtmissen (-44) und Meyenfeld (-30) die Bevölkerung um mehr als zwei Prozent durch die natürliche Bevölkerungsentwicklung vermindert. Umgekehrt wuchs die Bevölkerung in Luttmersen (+36), Döteberg (+20), Oldhorst (+17), Lemmie (+13) und Hülptingsen (+11) um mehr als ein Prozent durch die natürliche Bevölkerungs­entwicklung an.

Die höchste Geburtenziffer in der Region Hannover erreicht die Gemeinde Isernhagen mit einem Wert von 65,7, gefolgt von der Stadt Garbsen mit 63,2 und der Stadt Gehrden mit 62,7. Die niedrigste Geburtenziffer weist die Stadt Sehnde mit 48,9 auf. Die zweitgeringste Geburtenziffer weist die Landeshauptstadt Hannover mit 49,7 aus.

Übersterblichkeit durch Corona?

Die Zahl der Todesfälle in den Jahren 2020 und 2021 hat das Team Statistik der Region Hannover auch unter dem Gesichtspunkt der Coronapandemie betrachtet. Die Zahlen zeigen eine Übersterblichkeit für die Monate April 2020, Juni 2020, Juli 2020, Oktober 2020, Dezember 2020, Januar 2021, Mai 2021, Juni 2021, September 2021, Oktober 2021 und Dezember 2021 an. Wenn man die Monate mit Übersterblichkeit mit den Coronatoten im Umland abgleicht, fällt auf, dass die Übersterblichkeit im April 2020, im Dezember 2020, im Januar 2021 und im Mai 2021 durchaus auf die Pandemie zurückzuführen sein könnte. "In diesen vier Monaten lag die Zahl der Coronatoten deutlich über der errechneten Übersterblichkeit, ohne sie wäre diese Monate ohne Übersterblichkeit gewesen", so die Region Hannover.

"Auffallend ist, dass die Zahl der Todesfälle durch Corona im Herbst 2021 deutlich unter der Zahl der Todesfälle im Herbst 2020 geblieben ist. Hier wirken sich die Effekte des Impfens deutlich aus", erklärt die Regionsverwaltung.

Alle Zahlen der "Statistischen Kurzinformationen 08/2022" können im Internet unter www.hannover.de wie auch unter diesem Text eingesehen oder heruntergeladen werden.