Region Hannover

Gastro-Gewerkschaft fordert faire Dienstpläne zur Fußball-WM

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Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert zur Fußball-Weltmeisterschaft faire Dienstpläne für die rund 25600 Beschäftigten in der Gastronomie in Stadt und Region Hannover. Betroffen sind Mitarbeiter in Küchen und im Service, an Theken und Bars. Nach Angaben der NGG Hannover sollten die Arbeitszeiten während der WM frühzeitig abgesprochen werden.

„Eines darf es auf keinen Fall geben: Alles rechts ran für den Fußball und WM-Überstunden bis zum Abwinken. Gastronomen, die das verlangen, spielen sich ins Abseits“, sagt Philipp Thom von der NGG Hannover. Bei den Dienstplänen müsse auf die Kellnerin mit Kind ebenso Rücksicht genommen werden wie auf die Köchin, die zu Hause einen Angehörigen pflege. Mit gut geplanten WM-Schichten in der Gastronomie lasse sich der Fußball auch in Hannover feiern.

Zu Spitzenzeiten der Fußballübertragungen müsse zudem zusätzliches Personal eingesetzt werden. „Das darf keine ‚Überstunden-WM‘ werden. Mal ganz abgesehen davon, dass jede Überstunde von den Wirten und Restaurantbetreibern auch bezahlt werden muss. Denn in der Gastronomie sind selbst die spannendsten WM-Spiele Arbeits- und keine Freizeit. Daran ändert auch König Fußball nichts“, betont Thom. Jedem Gastronomen, der dies anders sehe, werde die NGG Hannover „die Rote Karte zeigen“.

Die Gewerkschaft hofft nach eigenen Angaben auf Fair Play in der Branche. Beschäftigte würden es übelnehmen, wenn sich Betriebe während der WM durch schlechte Planung ein Eigentor schießen. Gleichzeitig setzt die NGG Hannover auf gute Umsätze in der Gastronomie bei spannenden Spielen und Public Viewing in Stadt und Region.

Als Herausforderung sieht die Gewerkschaft allerdings die Zeitverschiebung. Die Fußball-Weltmeisterschaft findet in Kanada, Mexiko und den USA statt. Viele Live-Übertragungen laufen daher spät. „Die Live-Übertragungen der Spiele laufen also spät – die meisten zu spät für alle, die am nächsten Tag wieder arbeiten müssen. Das wird also eine ‚Nacht-WM‘“, sagt der Geschäftsführer der NGG Hannover.

Der früheste Anstoß ist nach Angaben der Gewerkschaft um 18 Uhr, der späteste erst um 6 Uhr morgens. Etliche Spiele beginnen um 19 Uhr, viele aber um 22 Uhr oder sogar erst um 1 Uhr. Die Gastronomie in Hannover könne Public Viewing deshalb nur für einen Teil der Spiele anbieten. Vielen Wirten dürfte dies nicht rentabel genug sein, sodass sie möglicherweise auf Großbildschirme und Leinwände verzichten.

Die NGG Hannover erwartet deshalb, dass Plätze beim Public Viewing in Stadt und Region knapp werden könnten. Vor allem bei spannenden Spielen sei mit einem Ansturm auf die wenigen Plätze zu rechnen. Zugleich stellt Thom klar, dass dies nicht an den Beschäftigten liege. Diese seien für Küche, Service, Theken und Bars während der WM „spielbereit“, vorausgesetzt, Lohn und Dienstpläne passten.

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