Burgwedel

Lesung in Burgwedel thematisiert Rechtsextremismus im Schulalltag

[GRO0BURGWEDEL]

SPD Burgwedel und Bündnis 90/Die Grünen Burgwedel haben am Sonnabend, 20. Juni 2026, zu einer gemeinsamen Lesung in den Amtshof in Großburgwedel eingeladen. Zu Gast waren die Lehrkräfte und Autoren Laura Nickel und Max Teske mit ihrem im März 2026 erschienenen Buch „Rechtsruck im Klassenzimmer – Wie neurechte Ideologien die Schulen durchsetzen und unsere Kinder bedrohen“.

Eingeführt und moderiert wurde der Abend von Anke Bsteh und Bianca Fitzthum. Sie machten zu Beginn deutlich, dass es bei der Veranstaltung um demokratische Haltung, den Schutz junger Menschen und die Verantwortung der Gesellschaft geht, wenn rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen im Alltag sichtbar werden.

Hier für den täglichen Newsletter anmelden

Nickel und Teske wurden 2023 bundesweit durch einen Brandbrief bekannt, in dem sie auf rechtsextreme Entwicklungen an ihrer Schule in Brandenburg, zunehmende Einschüchterungen und fehlende Unterstützung für Lehrkräfte aufmerksam machten. In Burgwedel berichteten sie, wie rassistische, menschenfeindliche und demokratiefeindliche Haltungen im Schulalltag sichtbar werden können und wie schwer es ist, ihnen entgegenzutreten, wenn Unterstützung fehlt.

Die Autoren schilderten ein Klima aus Verachtung, Überlegenheitsdenken und Einschüchterung. Rechtsextreme Symbole, herabwürdigende Äußerungen und Bedrohungen seien keine bloßen Provokationen gewesen, sondern hätten reale Auswirkungen auf Jugendliche gehabt, die sich dem nicht anschließen wollten. Besonders nachdenklich machte nach Angaben der Veranstalter der Hinweis, dass Schweigen, Wegsehen und Überlastung im Schulalltag dazu beitragen können, dass solche Entwicklungen weiter Raum gewinnen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle sozialer Netzwerke. Nickel und Teske machten deutlich, dass junge Menschen nicht nur technische Regeln oder Altersgrenzen brauchen, sondern echte Medienkompetenz. Dazu gehöre die Fähigkeit, Informationen einzuordnen, Manipulation zu erkennen, Falschinformationen zu hinterfragen und emotionale Zuspitzungen zu durchschauen.

In der anschließenden Diskussion wurde betont, dass rechtsextreme und diskriminierende Einstellungen kein Problem einzelner Regionen seien. Auch in Westdeutschland gebe es solche Haltungen, oft weniger offen sichtbar, aber dennoch wirksam. Umso wichtiger sei eine klare Haltung gegen diskriminierende Äußerungen und herabwürdigendes Verhalten, in Schulen, Vereinen, Betrieben und im persönlichen Umfeld.

Der Abend zeigte nach Einschätzung der Veranstalter, dass Demokratie nicht von allein entsteht, sondern gelernt, gelebt und verteidigt werden muss. Lehrkräfte, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit stellen, bräuchten Rückhalt und Schutz.

SPD Burgwedel und Bündnis 90/Die Grünen Burgwedel dankten Laura Nickel und Max Teske für die Lesung, Anke Bsteh und Bianca Fitzthum für Einführung und Moderation sowie den Gästen für den offenen Austausch.

Download als PDF

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"