Burgwedel

Erster Bevölkerungsschutztag in Burgwedel – Selbstschutz soll Bevölkerungsschutz stärken

[BURGWEDEL]

Katastrophen – kleine, größere und sogar ganz große – können die Bevölkerung jeden Tag unverhofft und ohne Vorwarnung treffen. Dazu zählen Stromausfall, Trinkwassernot, Hochwasser, Feuer oder Epidemien. Und weil das so ist, richtet die Stadt Burgwedel Sonnabend, 8. August 2026, rund um das Rathaus ihren ersten Bevölkerungsschutztag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr aus. Den Sinn und Zweck dieser Veranstaltung sowie den Ablaufplan stellten am heutigen Montag, 20. Juli, im Rathaus Bürgermeisterin Ortrud Wendt, Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker und Michaela Greite, Teamleiterin Krisenmanagement der Stadt Burgwedel, vor.

An diesem Aktionstag werden Besucher von mehreren Einrichtungen informiert und beraten über persönliche Krisenvorsorge, Einsatzfahrzeuge und Technik zum Anfassen sind möglich. Es wird Vorführungen und Einsatzübungen sowie Einblicke in die Arbeit der Einsatzorganisationen geben, ebenso wie die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Experten. Darüber werden Mitmachaktionen für Groß und Klein angeboten und es wird für Speisen und Getränke gesorgt sein. „Der Bevölkerungsschutztag richtet sich ausdrücklich an alle. Ziel ist es, Bevölkerungsschutz nicht nur als Fachthema zu vermitteln, sondern ihn verständlich, spannend und praktisch erlebbar zu machen“, betont Ortrud Wendt.

Elf Partner mit einem gemeinsamen Ziel werden zur Verfügung stehen: die Freiwillige Feuerwehr Burgwedel, das Team Krisenmanagement der Stadt Burgwedel, der Bauhof Burgwedel, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das Technische Hilfswerk (THW), die Technische Einsatzleitung (TEL) der Region Hannover, die Avacon Netz GmbH, die Firma LANGE Brandschutz, die Bürgerstiftung Burgwedel sowie der Verein Digitales Hannover und der Verein KI-entspannt.de.

Die Feuerwehr präsentiert, wie sich auf unterschiedliche Schadenslagen vorbereitet werden kann – von Vegetationsbränden bis zu länger andauernden Stromausfällen. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz wird zudem das Zusammenspiel der Hilfsorganisationen im Einsatz demonstriert.

Das Deutsche Rote Kreuz informiert über seine Aufgaben im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz. Fahrzeuge, Ausstattung und Mitmachangebote vermitteln praxisnah, wie Hilfe im Ernstfall organisiert wird. Das THW stellt seine Aufgaben im Zivil- und Katastrophenschutz vor und informiert über Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements. Technikvorführungen und Mitmachaktionen geben Einblicke in die Arbeit der Einsatzkräfte. Die TEL erläutert, wie größere Schadenslagen geführt und koordiniert werden und wie Kommunikations- und Führungsstrukturen auch unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten werden können. Das Team Krisenmanagement der Stadt Burgwedel informiert über persönliche Krisenvorsorge und zeigt, wie sich Bürger auf außergewöhnliche Ereignisse vorbereiten können. Darüber hinaus erhalten Besucherinnen und Besucher Einblicke in die kommunale Krisenbewältigung. Der Bauhof der Stadt Burgwedel präsentiert Technik und Ausstattung, die im Krisenfall zur Unterstützung der Gefahrenabwehr und der Aufrechterhaltung wichtiger kommunaler Aufgaben eingesetzt werden. Avacon informiert über die Sicherstellung der Energieversorgung in Krisensituationen und gibt praktische Hinweise zum Verhalten bei Stromausfällen und Gasgeruch. LANGE Brandschutz vermittelt Grundlagen des vorbeugenden Brandschutzes und informiert über den sicheren Umgang mit Feuerlöschern sowie das richtige Verhalten im Brandfall. Die Bürgerstiftung zeigt, wie digitale Anwendungen die persönliche Krisenvorsorge unterstützen können, und informiert über Warn- und Informationsangebote. Der Verein Digitales Hannover e. V. stellt digitale Lösungen vor, die den Bevölkerungsschutz sowie die Informationsversorgung in Krisensituationen unterstützen können. Der Verein KI-entspannt.de informiert über den verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz und zeigt auf, wie moderne Technologien auch in der Krisenvorsorge sinnvoll eingesetzt werden können. Dafür gibt es eine App.

Mitmachaktionen auch für Familien mit Kindern werden vorhanden sein, so das Kinder- und Familienprogramm der Freiwilligen Feuerwehr mit Hüpfburg, Spritzenhäuschen, „Vier gewinnt“ und weiteren Spiel- und Mitmachangeboten, das Erste-Hilfe-Quiz und Wiederbelebungsübungen am Stand des Deutschen Roten Kreuzes, das Hebekissen-Labyrinth, Memory-Spiel und Einsatztechnik des Technischen Hilfswerks zum Ausprobieren und Entdecken, Löschvorführungen und Demonstrationen von LANGE Brandschutz, unter anderem zum sicheren Umgang mit Feuerlöschern sowie zu Staub- und Fettexplosionen, sowie zahlreiche Möglichkeiten zum Ausprobieren, Beobachten, Fragenstellen und Kennenlernen der Arbeit der verschiedenen Organisationen.

„Bevölkerungsschutz ist eine gemeinsame Aufgabe. Kommunaler und staatlicher Bevölkerungsschutz sowie persönlicher Selbstschutz ergänzen sich gegenseitig. Ebenso wichtig sind Zusammenhalt, gelebte Nachbarschaft und starke Netzwerke. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wertvoll es ist, füreinander da zu sein. Mit unserem ersten Bevölkerungsschutztag möchten wir dieses Miteinander sichtbar machen und die Menschen ermutigen, sich zu informieren, sich zu vernetzen und gemeinsam Verantwortung für eine widerstandsfähige Stadtgesellschaft zu übernehmen“, sagte Ortrud Wendt. Andrea Stroker fügte hinzu, dass auch ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz in außergewöhnlichen Schadenslagen an Grenzen stoße. Einsatzkräfte könnten nicht überall gleichzeitig sein und nicht jede Hilfe könne sofort erfolgen. Umso wichtiger sei es, dass Bürgerinnen und Bürger gut vorbereitet seien – mit dem richtigen Wissen, einer durchdachten Vorsorge und der Fähigkeit, auch länger andauernde Krisensituationen eigenständig zu bewältigen. Der Bevölkerungsschutztag vermittle dieses Wissen praxisnah und zeige, wie jeder mit einfachen Maßnahmen zur eigenen Sicherheit und zur Entlastung der Einsatzkräfte beitragen könne. Für Michaela Greite ist Krisenvorsorge kein abstraktes Thema, sondern betreffe den Alltag. „Mit einfachen Maßnahmen – etwa einem Notvorrat, wichtigen Dokumenten oder einem Notfallrucksack – kann jede und jeder dazu beitragen, auch in länger andauernden Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben. Genau dieses Wissen möchten wir beim Bevölkerungsschutztag praxisnah vermitteln. Gut vorbereitet sein heißt: füreinander da sein.“

Ortrud Wendt betonte besonders, dass die Stadt Burgwedel in dieser Angelegenheit Vorreiter für die ganze Region ist: „Mir ist jedenfalls keine weitere Kommune bekannt, die einen Bevölkerungsschutztag anbietet. Es geht bei unserer Aktion um Leib und Leben, nicht um Hab und Gut.“ Ein leistungsfähiger kommunaler Bevölkerungsschutz lebe vom Zusammenspiel eines professionell aufgestellten Krisenmanagements, engagierter Einsatzkräfte und einer gut vorbereiteten Bevölkerung. Erst wenn staatliche Vorsorge und persönlicher Selbstschutz ineinandergriffen, könnten außergewöhnliche Ereignisse erfolgreich bewältigt werden. Gute Vorsorge stärke die eigene Handlungsfähigkeit, entlaste die Einsatzkräfte und fördere den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft. „Der Bevölkerungsschutztag macht diese Zusammenarbeit sichtbar, vermittelt Wissen, lädt zum Mitmachen ein und stärkt das Bewusstsein dafür, dass jede und jeder einen Beitrag zur Krisenvorsorge leisten kann. Alle sollten gut vorbereitet sein.“

Im Übrigen gibt’s eine Broschüre des Teams Krisenmanagement der Stadt Burgwedel, die über Selbsthilfefähigkeit und Selbstschutz in Krisenzeiten informiert.

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