Neue Führung an der Leibniz Universität: Welfenschloss und Wissenschaft

Carmen Nienhaus studiert an der Leibniz Universität Spanisch und Geschichte. Sie möchte mehr über die Geschichte der Welfen erfahren und wissen, wie sich aus der Polytechnischen Hochschule die Universität entwickelte und wie Frauen damals studierten. Daher ist sie bei einem öffentlichen zweistündigen Rundgang "Welfenschloss und Wissenschaft" dabei, bei dem Interessierte die Besonderheiten der Universität entdecken können. Der Rundgang, bei dem auch das Marstall-Gebäude und das Conti-Hochhaus (es war nach dem Krieg das höchste in Deutschland), besichtigt werden, ist eine Kooperation von Stattreisen e. V. mit der Leibniz Universität. Erstmals werden künftig einmal im Monat diese Führungen angeboten.

Von der Sommerresidenz zur Universität

Ursprünglich war das Welfenschloss als Sommerresidenz des Königs von Hannover geplant, doch 1866 eroberte Preußen Hannover und der Welfenkönig (Georg, der V.) ging ins Exil. Der Rohbau schlummerte vor sich hin, bis ihn die Wissenschaften zum Leben erweckten. 1879 zog die "Königlich Technische Hochschule Hannover" ein. Hörsäle, Mensa, Bibliothek, alles veränderte sich noch einmal nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Heute hat die Leibniz Universität rund 160 Gebäude sowie 26.000 Studierende. Spuren der Anfänge und auch der Übergänge sind aber nach wie vor gut sichtbar. Wie beispielsweise die beiden Bronzelöwen, die auf der Freitreppe zur Universität das ehemalige Schloss zu bewachen scheinen. "Ein Wappentier", weiß die Stadtführerin, reiste sogar zu einer Weltausstellung "und erhielt einen Preis". Es sind solche Geschichten und andere Anekdoten, die das Publikum faszinieren und zum Schmunzeln bringen. Auch der Blick aus dem heutigen Senatssaal in den ehemaligen Garten der Welfen sowie in den Lichthof der Universität sorgen für bewunderndes Staunen.

Marstall-Gebäude

Horst-Dieter Groher hatte in den 80er-Jahren ein duales Studium an der Universität absolviert. Der studierte Betriebswirt will seine Erinnerungen auffrischen und ist mit seiner Frau Uta von dem Marstall-Gebäude begeistert, das 1864 ursprünglich als Pferdestall gebaut wurde und in dem mehr als 100 Reit- und Kutschpferde Platz fanden. Das Marstall-Gebäude, das wie eine kleine Basilika wirkt, ist heute ein öffentlicher Lesesaal der Bibliothek. Deutlich zu erkennen sind noch die gusseisernen Pfähle, die früher die Begrenzung der Pferdeboxen markierten. Auch Carmen Nienhaus ist, wie viele andere auch, von der neuen Führung sehr angetan und ist überrascht, wie viel Geschichtliches es über die Leibniz Universität zu berichten gibt. Weitere Termine sind jeweils Sonnaband, 9. September, 14. Oktober, 11. November, 9. Dezember, jeweils von 11 bis 13 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.stattreisen-hannover.de.

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