Haushaltsplanung 2026: Burgwedel bleibt handlungsfähig – trotz struktureller Herausforderungen
Die Stadt Burgwedel blickt mit Zuversicht auf das Haushaltsjahr 2026. Im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung von Finanzausschuss und Ortsräten hat Bürgermeisterin Ortrud Wendt am Dienstagabend den Entwurf des städtischen Haushalts für das kommende Jahr vorgestellt.
Keine Steuererhöhungen und keine Kürzungen bei freiwilligen Leistungen
Die gute Nachricht vorweg: Auch 2026 wird es in Burgwedel keine Steuererhöhungen geben. Zudem sind keine Einschnitte bei den freiwilligen Leistungen geplant – etwa in der Förderung von Büchereien, Vereinen oder anderen kulturellen und sozialen Einrichtungen. „Diese Angebote tragen wesentlich zur Lebensqualität in unserer Stadt bei“, betont Bürgermeisterin Wendt. „Uns ist wichtig, sie auch unter schwierigen Rahmenbedingungen zu erhalten.“ Ein weiterer positiver Aspekt: Das ursprünglich für 2025 prognostizierte Defizit von rund 9 Millionen Euro wird sich voraussichtlich nicht bestätigen. „Dank hoher Gewerbesteuereinnahmen kann Burgwedel das laufende Haushaltsjahr voraussichtlich sogar mit einem Überschuss von über einer Million Euro abschließen“, so die Burgwedeler Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.,
Planung mit Augenmaß – Rekordinvestitionen bei solider Finanzlage
Die Stadt Burgwedel blickt zuversichtlich in die Zukunft – auch im kommenden Haushaltsjahr 2026 wird kräftig investiert. „Der vorgestellte Haushaltsentwurf zeigt: Trotz zahlreicher Investitionen bleibt die Stadt finanziell stabil. Seit Anfang 2022 wurden rund 48,9 Millionen Euro in die Entwicklung Burgwedels investiert – und das ohne neue Schulden aufzunehmen“, betont die Stadt Burgwedel. Gleichzeitig sei die Liquidität der Stadt mehr als verdoppelt worden: Das Sparpolster wuchs von 15,2 auf 28,4 Millionen Euro. „Ein starkes Zeichen dafür, dass nachhaltiges Wirtschaften und gezielte Zukunftsinvestitionen kein Widerspruch sein müssen“, erklärt die Stadtverwaltung.
Investitionen mit Weitblick
Auch 2026 setzt die Stadt ihre Investitionsstrategie fort. Große Projekte stehen auf dem Plan: 5 Millionen Euro sind für ein neues Multifunktionsgebäude an IGS und Gymnasium vorgesehen. Weitere 4,3 Millionen Euro sollen für den Ankauf strategisch wichtiger Grundstücke eingesetzt werden und 2,5 Millionen Euro fließen in die Sanierung und den Umbau des Rathauses, inklusive eines neuen Trauzimmers und der barrierefreien Erschließung der einzelnen Etagen. Auch das benachbarte Fachwerkhaus wird instandgesetzt, um das Team Soziales dort unterzubringen. „Wir gehen mit unseren Mitteln verantwortungsvoll um und investieren dort, wo es den Menschen in Burgwedel direkt zugutekommt – sei es durch bessere Betreuungsangebote, moderne Infrastruktur oder nachhaltige Stadtentwicklung“, so Bürgermeisterin Ortrud Wendt.
Mehr Qualität – für Bildung, Betreuung und Infrastruktur
Weitere Investitionsvorhaben sind:
- 2 Millionen Euro für die Sanierung der Vier-Feld-Halle in Großburgwedel
- 1,79 Millionen Euro für den Neubau der Sporthalle in Fuhrberg
- 876.000 Euro für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik – inklusive einer Förderung in Höhe von 243.000 Euro
- Auch die Entwicklung neuer Wohnbauflächen wird vorangetrieben: In die Erschließung des Neubaugebiets „Oberer Haselkamp“ in Fuhrberg fließen 2 Millionen Euro.
Weitere geplante Maßnahmen sind:
- 720.000 Euro für neue Fahrzeuge im Bauhof
- 500.000 Euro für Planungen zur Erweiterung der Grundschule Thönse
- 450.000 Euro für den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen
- 180.000 Euro für einen neuen Kommandowagen der Feuerwehr
Strukturelles Defizit bleibt Herausforderung
Trotz der Steuerkraft bleibe die Haushaltsplanung eine Herausforderung, erklärt die Stadtverwaltung weiter. „Für 2026 ist erneut ein strukturelles Defizit zu verzeichnen: Geplante Ausgaben von rund 81,62 Millionen Euro stehen voraussichtlichen Einnahmen von etwa 73,84 Millionen Euro gegenüber“, gibt sie bekannt. „Über 90 Prozent unserer Ausgaben entfallen auf gesetzlich vorgeschriebene Pflichtaufgaben – hier besteht kaum Spielraum für Einsparungen“, erklärt Bürgermeisterin Wendt. Dazu zählen unter anderem Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, Maßnahmen des Zivil- und Katastrophenschutzes, Investitionen in die Infrastruktur sowie die notwendige Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Zugleich werde die finanzielle Belastung durch Aufgaben, die von Bund und Land an die Kommunen übertragen werden, zunehmend spürbar. Ob Kita-Personal, Digitalisierung der Schulen, kommunale Wärmeplanung oder die Unterbringung von Geflüchteten: „Viele dieser Aufgaben sind von den Auftraggebern nicht ausreichend gegenfinanziert“, betont die Stadtverwaltung.. „Wir stehen hier in der Pflicht, doch die Mittel dafür werden uns nur unzureichend zur Verfügung gestellt“, kritisiert Bürgermeisterin Wendt. „Das Konnexitätsprinzip – also dass derjenige, der Aufgaben vorgibt, auch deren Finanzierung sicherstellt – wird leider nach wie vor zu häufig missachtet.“
Fachkräftemangel stellt die Stadtverwaltung vor zusätzliche Herausforderungen
Auch die Stadtverwaltung selbst spürt den bundesweiten Fachkräftemangel. Für das Jahr 2026 sind Personalkosten in Höhe von rund 22,8 Millionen Euro eingeplant. Ob diese Mittel vollständig abgerufen werden können, sei jedoch fraglich – denn offene Stellen bleiben zunehmend unbesetzt. So sind aktuell unter anderem die Positionen in der Wirtschaftsförderung und der Pressestelle vakant. Um dem entgegenzuwirken, hat die Stadt Burgwedel ihre Maßnahmen zur Personalgewinnung professionalisiert und digitalisiert. Dennoch führt die personelle Unterbesetzung von Schlüsselfunktionen dazu, dass Vorhaben priorisiert und Projekte verschoben werden müssen.
Trotz hoher Umlagen: Burgwedel bleibt finanzstark
„Mit geplanten Steuereinnahmen in Höhe von rund 56,8 Millionen Euro gehört Burgwedel weiterhin zu den finanzstarken Kommunen Niedersachsens. Dies bringt jedoch auch hohe Zahlungsverpflichtungen mit sich: Für das Jahr 2026 rechnet die Stadt mit Umlagen in Höhe von etwa 32,5 Millionen Euro“, so die Stadtverwaltung weiter. „Wir tragen diese Verpflichtungen bewusst mit, denn sie sind Ausdruck unserer wirtschaftlichen Stärke“, so Bürgermeisterin Wendt. Eine deutlich kritischere Belastung stelle jedoch die zunehmende Bürokratie dar – insbesondere bei der sehr aufwendigen Beantragung und Administration von Fördermitteln und bei der Anwendung des überkomplexen Vergaberechts.
Weitere Beratungen nach der Sommerpause
Der Haushaltsentwurf 2026 wird nach der Sommerpause in den Ortsräten und den Fachausschüssen weiter beraten. Ziel ist es, den Haushalt noch im laufenden Jahr im Rat zu beschließen.