Burgwedel

Burgwedel erhält deutschlandweit erste volldigitale Geburtsanzeige aus dem KRH

[GROSSBURGWEDEL]

Burgwedel hat nach eigenen Angaben einen bundesweiten Meilenstein bei der Digitalisierung erreicht. Das Standesamt der Stadt habe erstmals in Deutschland eine Geburtsanzeige vollständig digital erhalten, direkt aus dem KRH Klinikum Großburgwedel, das zugleich als erstes Krankenhaus bundesweit eine Geburt volldigital gemeldet habe. Ein Verwaltungsprozess, der seit dem Deutschen Kaiserreich im Jahr 1876 nahezu ausschließlich papiergebunden gewesen sei, sei damit erstmals Ende-zu-Ende digital umgesetzt worden.

Die Geburtsanzeige wurde demnach im Krankenhausinformationssystem erfasst, qualifiziert elektronisch signiert und automatisiert an das Standesamt Burgwedel übermittelt. Dort habe sie ohne Ausdrucke, ohne Scans und ohne manuelle Nachbearbeitung unmittelbar in das Fachverfahren übernommen werden können. Bürgermeisterin Ortrud Wendt würdigt die Bedeutung des Erfolges: „Dieser Schritt ist ein echter Meilenstein für Burgwedel – für Niedersachsen und für ganz Deutschland. Wir zeigen gemeinsam, wie Digitalisierung aussehen kann: serviceorientiert, digital und ohne Umwege.“

Grundlage des Ablaufs ist das „Kieler Modell“, eine Lösung zur rechtssicheren, strukturierten und medienbruchfreien Übermittlung von Geburtsanzeigen, die in Kiel gemeinsam mit GovConnect und weiteren Partnern initiiert und in den praktischen Einsatz geführt wurde. Die technische Umsetzung in der Klinik erfolgt über ein System der Firma Vertama. Cordula Drautz, Dezernentin für Finanzen und Digitalisierung der Region Hannover und Beiratsvorsitzende von GovConnect, ordnet die Signalwirkung ein: „Ich freue mich, dass in der Region Hannover das erste vollständig digital gemeldete Baby geboren wurde. Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Region Hannover von einer Antrags- zu einer digitalen Angebotsverwaltung. Leistungen sollen proaktiv, verständlich und automatisch dort ankommen, wo sie gebraucht werden.“

Auch im Klinikalltag werde der Schritt als Entlastung beschrieben. „Die digitale Geburtsanzeige bedeutet für unsere Mitarbeitenden am KRH Klinikum Großburgwedel eine spürbare Entlastung und für Eltern eine schnellere Ausstellung der Geburtsurkunden“, sagt PD Dr. Tim Kaufeld, Geschäftsführender Kaufmännischer und Ärztlicher Direktor des KRH Klinikum Großburgwedel. Dr. Christian Hermann, Geschäftsbereichsleitung Digitale Medizin im KRH, ergänzt: „Der Bürokratieabbau und die Vereinfachung von Prozessen durch IT liegt mir besonders am Herzen. Hier haben wir komplexe Tätigkeiten zum Wohl der Eltern und der Mitarbeitenden erheblich vereinfacht.“ Daniel Ewert-Schönstein, Senior-IT-Projektleiter des KRH Klinikum Region Hannover, betont die Tragweite des Ansatzes: „Der eigentliche Fortschritt liegt nicht in der digitalen Geburtsanzeige selbst, sondern in der konsequenten Ende-zu-Ende-Digitalisierung über Organisationsgrenzen hinweg.“

Die Beteiligten verweisen darauf, dass der digitale Ablauf die Anforderungen des Personenstandsrechts erfülle und die Bearbeitung im Standesamt durch strukturierte und vollständige Daten beschleunigt werde. Teamleiterin Serena Spitzner beschreibt die Veränderung im Arbeitsalltag so: „Für uns als Standesamt bedeutet der neue Ablauf eine enorme Vereinfachung. Weniger manuelle Erfassung, weniger Rückfragen, weniger Papier – und dadurch mehr Zeit für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger.“ Bürgermeisterin Wendt stellt zugleich weitere Schritte in Aussicht: „Dieses Ergebnis zeigt, was vor Ort möglich ist, und wir freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte mit dem KRH Klinikum Großburgwedel“.

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