Neujahrsgruß von Bürgermeisterin Ortrud Wendt zum Jahresbeginn 2026

Foto:Philipp Schütz
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
„Optimismus des Willens und der feste Entschluss, die Dinge gemeinsam zu gestalten.“
Dieses Leitmotiv beschreibt ziemlich präzise meinen gegenwärtigen Gemütszustand angesichts innerer und äußerer Nöte in nah und fern. Der nüchterne Blick auf die Welt liefert derzeit reichlich Stoff zum Stirnrunzeln. Umso wichtiger ist es, sich bewusst für den Optimismus des Willens zu entscheiden – nicht als Zweckoptimismus, sondern als Haltung. In Burgwedel heißt das: Wir sehen die Dinge, wie sie sind. Und wir packen sie an. Denn speziell in Burgwedel haben wir dank unserer guten Ausgangslage und der bisherigen Weichenstellungen noch immer erfreuliche Gestaltungsspielräume. Grund zur Zuversicht für uns alle!
Realitätssinn ohne Resignation
Auch 2025 war kein Jahr der bequemen Gewissheiten. Die Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll, die Aufgaben werden nicht kleiner. Gerade deshalb tut es gut, sich vor Augen zu führen, was uns in Burgwedel gemeinsam gelungen ist. Ein sichtbares Zeichen dafür ist der neue Stadtplatz am Rathaus, den wir im April mit einem großen Fest und dem 25-jährigen Jubiläum unserer Kinderfeuerwehr eingeweiht haben. Ein Platz, der zeigt: Wo Begegnung möglich ist, wächst Gemeinschaft – und oft auch gute Laune.
Optimismus ist kein Gefühl, sondern eine Haltung
Dass Optimismus auch schweißtreibend sein kann, bewies die IWU-Gewerbeschau im Juni. Trotz hochsommerlicher Temperaturen präsentierten sich Unternehmen, Handwerk und Handel in Großburgwedel mit beeindruckender Ausdauer. Wer bei 30 Grad Flagge zeigt, darf das mit Recht als Bekenntnis zum Standort verstanden wissen – und als Beweis dafür, dass Gestaltungswille auch kurze Wege und lokale Stärke meint. Ich danke allen Aktiven und Gästen, die mit dabei waren.
Gestalten heißt: Entscheiden und Verantwortung übernehmen
Gestaltungswille zeigt sich besonders dort, wo verlässliche Entscheidungen getroffen werden. Der Haushalt 2026 wurde fast einstimmig gleich nach der Sommerpause beschlossen und tritt pünktlich zum 1. Januar in Kraft. So können Rat und Verwaltung ohne Unterbrechung weiterarbeiten – klingt eher langweilig, ist aber äußerst wirkungsvoll und durchaus unüblich, wenn man in andere Kommunen blickt. Das Haushaltsjahr 2025 werden wir durch umsichtige kommunale Haushaltsführung und dank einer erfreulichen Gewerbesteuerentwicklung trotz des erwarteten Defizits mit einem erneut positiven Ergebnis abschließen können. Es ist besonders die wirtschaftliche Stärke der Unternehmen am Standort Burgwedel, die uns Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet, die anderenorts nicht mehr gegeben sind. Dafür bin ich dankbar.
„Angst ist eine Reaktion. Mut ist eine Entscheidung.“
Auch im Schulbereich haben wir uns getreu der Devise von Winston Churchill für mutige Weichenstellungen entschieden: Mit dem einstimmigen Ratsvotum für einen Interimsbau für die Naturwissenschaften schaffen wir während der Neubauphase des Gymnasiums verlässliche Bedingungen. Gleichzeitig befinden wir uns mitten im Vergabeverfahren für einen Generalunternehmer, der den Neubau realisieren wird. Gestalten heißt eben auch, mehrere neue Schritte gleichzeitig zu gehen und im Sinne unserer Stadt mutig umzusteuern.
Ein gutes Beispiel für Gestaltung in Etappen ist der durch die Region Hannover umgestaltete Bahnhofsvorplatz. Die Bike-and-Ride-Anlage ist inzwischen in Betrieb. Die neue Verkehrsführung rund um den Vorplatz soll allen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern mehr Sicherheit geben. Damit das Bringen und Abholen mit dem Auto künftig noch komfortabler möglich ist, baut die Stadt zusätzlich eine gesonderte Kiss- and Ride-Zone.
Gemeinsam geht mehr
Gestaltungswille ist kein Solo der Bürgermeisterin, sondern ein Gemeinschaftsprojekt von Rat, Verwaltung und Ihnen, unserer engagierten Bürgerschaft. So ist der seit zwei Jahren von Ehrenamtlichen mit Unterstützung der Stadt auf die Beine gestellte Bürgerbus ein Paradebeispiel für Gestaltungswillen und Gemeinsinn, der besonders den älteren Mitgliedern unserer Gemeinschaft neue Möglichkeiten der Teilhabe eröffnet. Gern mehr davon! Auch bei unseren öffentlichen Einrichtungen hat der gemeinsame Gestaltungswille erkennbare Erfolge gezeigt: Seit dem Sommer steht die Sportanlage „Auf der Ramhorst“ auch Sportlerinnen und Sportlern ohne Vereinsbindung offen. In Fuhrberg beginnt im Frühjahr 2026 der Bau einer neuen Turnhalle.
Vorbereitung kann man nicht nachholen
Mit der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses in Kleinburgwedel sowie der Übergabe des neuen Löschfahrzeugs wurde sichtbar: eine leistungsfähige und gut ausgerüstete Freiwillige Feuerwehr ist für Burgwedel kein Luxusthema, sondern eine tragende Säule unserer Vorsorge für außergewöhnliche Lagen. In einer zunehmend in Unordnung geratenen Welt eine ebenso sinnvolle wie notwendige Investition in den Schutz unserer Ehrenamtlichen, die für uns alle Kopf und Kragen riskieren.
Zuversicht wächst, wenn man sie pflegt
Zuversicht ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis kluger Investitionen. Das zeigt sich im Gesundheitsbereich ebenso wie beim Wohnen und der Gewerbegebietsentwicklung. Das KRH stärkt den Klinikstandort Großburgwedel mit millionenschweren Investitionen und neuen medizinischen Angeboten und wandelt sich vom Grund- zum Schwerpunktversorger. Parallel entstehen in Fuhrberg und Wettmar neue Baugebiete und in Kleinburgwedel erweitern wir das Gewerbegebiet – immer mit dem Blick darauf, dass das Wachstum zu Burgwedel passen muss. Gestalten heißt eben auch: Maß halten und dennoch vorangehen. So setzte unsere Verwaltung gerade mit der ersten volldigitalen Geburtsanzeige Deutschlands gemeinsam mit unserem Krankenhaus einen neuen Maßstab.
Am Übergang zum neuen Jahr danke ich allen von Herzen, die mit Augenmaß, Tatkraft und Verantwortungsbewusstsein dazu beitragen, dass Burgwedel wächst und sich dabei treu bleibt. Lassen Sie uns diesen Weg auch im kommenden Jahr gemeinsam weitergehen – mit klarem Blick, Optimismus des Willens und dem festen Entschluss, unsere Stadt umsichtig und zuversichtlich zu gestalten.
Ich wünsche uns allen ein friedvolles Jahr 2026 reich an Glück, Gesundheit und Gottes Segen.
Herzlichst, Ihre
Ortrud Wendt
Bürgermeisterin der Stadt Burgwedel