Region Hannover sieht Fortschritte bei der Kinderbetreuung
Die Betreuungssituation für Kinder in den 16 Kommunen, für die die Region Hannover als Jugendhilfeträger zuständig ist, hat sich im Kindergartenjahr 2025/2026 weiter verbessert. Das geht aus dem aktuellen Themenfeldbericht „Frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung“ hervor, den die Region Hannover am Mittwoch, 10. Juni 2026, veröffentlicht hat. Vor allem im Kindergartenbereich steht rechnerisch inzwischen für jedes Kind ein Platz zur Verfügung. Zugleich bleibt der Mangel an qualifizierten Fachkräften die größte Herausforderung für die Städte und Gemeinden.
„Die Zahlen zeigen, dass sich die Versorgungssituation insgesamt entspannt. Dennoch bleibt der Fachkräftemangel das größte Risiko für eine verlässliche Betreuung. Denn auch wenn Plätze vorhanden sind, können Gruppen nur geöffnet und Betreuungszeiten nur dann ausgeweitet werden, wenn ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht“, sagt Anne Spiegel, Dezernentin für Soziales, Teilhabe, Jugend und Familie der Region Hannover.
Zum Stichtag 1. Oktober 2025 gab es in den 16 Kommunen insgesamt 355 Kindertageseinrichtungen mit zusammen 23.967 Betreuungsplätzen für Kinder im Krippen-, Kindergarten- und Hortalter. Die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren stieg von 46,9 auf 48,2 Prozent. Im Kindergartenbereich erhöhte sie sich von 99,1 auf 101,3 Prozent. Im Hortbereich sank sie leicht von 16,6 auf 16 Prozent. Grund dafür ist nach Angaben der Region die Umstellung auf Ganztagsschulangebote an Grundschulen im Zusammenhang mit dem Ganztagsförderungsgesetz.
Für Kinder unter drei Jahren standen insgesamt 5.123 Plätze zur Verfügung. Im Kindergartenbereich waren es 15.630 Plätze. Hinzu kamen 3.214 Hortplätze. Insgesamt wurden 729 Kinder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut.
Trotz der positiven Entwicklung reichen die vorhandenen Angebote nicht überall aus, um alle Nachfragen ohne Wartezeiten zu decken. Im Krippenbereich liegt der geschätzte Fehlbedarf bei 142 Plätzen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich dieser damit um mehr als die Hälfte verringert. Auch im Kindergartenbereich konnten nicht alle Betreuungsanfragen erfüllt werden. Der geschätzte Fehlbedarf liegt für das laufende Kindergartenjahr noch bei 396 Plätzen, im Vorjahr waren es 793. Gleichzeitig unterscheiden sich die Situationen in den einzelnen Kommunen erheblich. Während einige Kommunen bereits ausreichend Plätze vorhalten, besteht andernorts weiterhin Ausbaubedarf.
In den 16 Kommunen fehlen derzeit insgesamt 276 pädagogische und heilpädagogische Fachkräfte. Davon entfallen 84 Stellen auf Krippen, 129 auf Kindergärten, 24 auf Horte und 39 auf heilpädagogische Bereiche. Im Vorjahr lag der Gesamtfehlbedarf noch bei 321 Fachkräften. „Der Rückgang bei den gemeldeten Fehlstellen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass vielerorts Betreuungszeiten verkürzt oder Gruppen geschlossen wurden, um den Personalmangel auszugleichen“, betont Spiegel. „Unser Ziel ist es, mehr qualifizierte Fachkräfte für die frühkindliche Bildung zu gewinnen und dauerhaft im Beruf zu halten.“
Die Region Hannover setzt ihre Fachkräfteoffensive nach eigenen Angaben fort. Dazu gehören das internationale Fachkräfteprojekt „Hola Kita“ mit derzeit 15 pädagogischen Fachkräften aus Spanien, das neue Onboarding-Programm für Berufseinsteiger an der Alice-Salomon-Schule Hannover und Fortbildungsangebote für Kita-Leitungen. Zudem ist ein Modellprojekt zur praxisintegrierten Ausbildung von Erziehern in Planung.
Darüber hinaus unterstützt die Region die Kommunen finanziell beim Ausbau und Erhalt von Kindertageseinrichtungen. Für den Neubau zusätzlicher Plätze stehen in den Haushaltsjahren 2025 und 2026 jährlich rund sechs Millionen Euro zur Verfügung. Weitere vier Millionen Euro pro Jahr werden für Sanierungsmaßnahmen bereitgestellt.
Der vollständige Themenfeldbericht „Frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung 2025/2026“ steht unter www.hannover.de/kitaberichte-rh zum Download bereit. Dort finden sich auch detaillierte Auswertungen für die einzelnen Kommunen.