BurgwedelSport

Sechs Tore gegen den Favoriten: TSV Engensen krönt sich zum ersten Fußball-Stadtmeister

[ENGENSEN/BURGWEDEL]

Vom Underdog zum Stadtmeister: Der TSV Engensen hat am heutigen Sonnabend, 4. Juli 2026, die erste Burgwedeler Fußball-Stadtmeisterschaft gewonnen — als Vertreter der 2. Kreisklasse, der untersten Liga im Teilnehmerfeld. Mit einem 6:1-Kantersieg gegen den Kreisligisten FC Burgwedel im Halbfinale und einem 1:0 im Finale gegen den TSV Wettmar holten sich die Gastgeber auf ihrer eigenen Anlage den Titel. Und das Turnier soll weitergehen: Der SV Fuhrberg will nächstes Jahr als Gastgeber fungieren.

Das neue Format war zugleich Jubiläumsturnier: Die Fußballsparte des TSV Engensen feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen und hatte anlässlich dieses Geburtstages erstmals zur Burgwedeler Stadtmeisterschaft eingeladen. Gespielt wurde am Donnerstag, 2. Juli, und am heutigen Sonnabend, 4. Juli 2026, auf der Sportanlage am Karl-Jäger-Weg in Engensen. Neben dem Gastgeber traten der FC Burgwedel (Kreisliga), der SV Fuhrberg (1. Kreisklasse) und der TSV Wettmar — zuletzt aus der Kreisliga in die 1. Kreisklasse abgestiegen — gegeneinander an.

Sensation schon im Halbfinale

Das erste Spiel lieferte gleich die faustdicke Überraschung des Turniers. Der TSV Engensen, zwei Klassen unterhalb des FC Burgwedel eingestuft, empfing den Kreisligisten auf eigenem Rasen — und ließ ihm keine Chance. Zur Pause führten die Gastgeber bereits 4:0; am Ende stand ein 6:1. Für den FCB eine Blamage, für die Engensener der perfekte Auftakt in ein perfektes Wochenende. Im zweiten Halbfinale setzte sich der TSV Wettmar weniger deutlich mit 2:1 gegen den SV Fuhrberg durch.

Keine Trendwende für Burgwedel

Am heutigen Sonnabend war der FC Burgwedel im Spiel um Platz drei erneut gefordert — und erneut chancenlos. Der SV Fuhrberg aus der 1. Kreisklasse ließ sich vom Klassenunterschied nicht beeindrucken und gewann 3:1. Der FCB verabschiedete sich damit ohne einen einzigen Sieg – aber mit neun Gegentoren – aus dem Turnier.

Im Finale standen sich somit der TSV Engensen und der TSV Wettmar gegenüber. Die Engensener ließen sich von der Favoritenrolle nicht ablenken und gewannen auch das Endspiel — diesmal knapper, aber nicht minder verdient: Ein 1:0-Sieg reichte, um den ersten Burgwedeler Stadtmeistertitel zu holen.

„Den beiden gebührt Dank, dass es Fußball in Engensen gibt“

Vor der Siegerehrung blickte Joachim Lücke, Vorsitzender des TSV Engensen und selbst seit über 30 Jahren im Amt, auf die Gründungsgeschichte der Sparte zurück. Zwei Vereinsmitglieder seien damals auf ihn zugekommen und hätten gefragt, was zu tun sei, damit im Verein Fußball gespielt werden könne. Aus dieser Anfrage sei alles entstanden — auch die Burgwedeler Stadtmeisterschaft an diesem Wochenende. „Den beiden gebührt Dank, dass es Fußball in Engensen gibt“, sagte Lücke.

Burgwedels Bürgermeisterin Ortrud Wendt fand lobende Worte für das neue Format — und nutzte die Gelegenheit für ein Augenzwinkern in Richtung des laufenden Turniers, das die Fußballwelt gerade beschäftigt. „Wir haben guten Fußball gesehen“, sagte Wendt, und das sei in der heutigen Zeit besser, als TV zu schauen — eine Anspielung auf das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im Sechzehntelfinale. Dem Turnier selbst gab sie die besten Aussichten: „Da kann weiter was draus werden.“ Ihren Dank richtete Wendt an Lücke, Spartenchef Stefan Breitmoser und das gesamte Team dahinter. Sie freue sich, dass „wir nun eine neue Tradition begründen“ — und nannte die Veranstaltung „ein tolles Geburtstagsgeschenk, welches ihr allen Fußballbegeisterten der Stadt macht“.

Stefan Breitmoser zog ein rundum positives Fazit. „Wir sind ganz zufrieden mit dem 1. Mal. Jetzt versuchen wir es zu etablieren.“ Er dankte den Schiedsrichtern, die ihre Sache gut gemacht hätten, und freute sich besonders über die Zusage des SV Fuhrberg, im kommenden Jahr die Stadtmeisterschaft auszurichten.

Trainer Franke: „Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können“

Engensens Trainer Alexander „Ali“ Franke nahm das Wochenende als Beweis für das Potenzial seiner Mannschaft. „Ich bin persönlich mit der Leistung zufrieden: Wir haben gut gestanden und nur ein Tor in zwei Spielen kassiert, wir haben aus einer guten Defensive heraus uns vorne die Chancen erarbeitet“, sagte Franke. Das erklärte Ziel für die kommende Saison ist der Aufstieg in die 1. Kreisklasse — den Engensen in der abgelaufenen Spielzeit um lediglich einen Punkt verpasst hatte. „Wir konnten bei diesem Turnier zeigen, dass wir mit diesem Niveau mithalten können.“

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