30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Burgwedel und Domfront-en-Poiraie
Foto:Reinhard Kroll
Die seit 1996 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Burgwedel und dem französischen Domfront-en-Poiraie ist am heutigen Sonnabend, 16. Mai 2026, im Amtshof in Großburgwedel feierlich erneuert worden. Ortrud Wendt, Bürgermeisterin der Stadt Burgwedel, und Philippe Leroyer, stellvertretender Bürgermeister in Domfront-en-Poiraie, setzten am Mittag ihre Unterschriften unter die Partnerschaftsurkunde. An diesem Wochenende halten sich 60 Gäste aus Frankreich in Burgwedel auf und absolvieren ein umfangreiches Programm.
Das Jahr 1996 war geprägt von vielen Ereignissen: Die Deutsche Telekom ging an die Börse, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewann das EM-Finale in England durch das erste Golden Goal in einem EM-Finale mit 2:1 gegen Tschechien, Bill Clinton wurde als US-Präsident wiedergewählt, in Tschetschenien herrschte Krieg, und Mobiltelefone hatten noch Antennen. Für Burgwedel und Domfront-en-Poiraie war 1996 vor allem das Jahr, in dem die Städtepartnerschaft offiziell besiegelt wurde.
Der erste Gedanke an eine Partnerschaft war bereits 1993 durch den persönlichen Kontakt des Burgwedeler Stadtjugendpflegers Uli Appel entstanden. Drei Jahre später wurde die Verbindung offiziell. Seitdem ist aus der formalen Partnerschaft eine lebendige Freundschaft geworden, die von Begegnungen, Austausch und persönlichem Engagement getragen wird.
Zu Beginn der heutigen Feier begrüßte Ortrud Wendt die etwa 200 Gäste im Saal des Amtshofes. Besonders willkommen hieß sie den Bundestagsabgeordneten Dr. Henrik Hoppenstedt, die 1. Vorsitzende des Burgwedeler Partnerschaftsvereins, Christiana Vogeler, die Ratsvorsitzende Dr. Julia Rohwer, die stellvertretenden Bürgermeister Michael Kranz und Jost Lücke, den ehemaligen Gemeindedirektor Johannes Schönhoff, den ehemaligen Bürgermeister Axel Düker sowie die anwesenden Ratsmitglieder.
Dass die Partnerschaftsurkunde erneut unterzeichnet wurde, hat vor allem symbolische Bedeutung. Die Städtepartnerschaft selbst ist unbefristet und muss formal nicht verlängert oder fortgeschrieben werden. Mit der erneuten Unterzeichnung bringen beide Städte jedoch ihren gemeinsamen Willen zum Ausdruck, die Verbindung auch künftig aktiv zu pflegen und lebendig zu gestalten. Gerade in der heutigen Zeit unterstreicht dies die Bedeutung von Freundschaft, Verständigung und europäischem Zusammenhalt.
Einen wichtigen Bestandteil der Partnerschaft bildet der regelmäßige Austausch zwischen Schulen. Das Gymnasium Großburgwedel arbeitet mit dem Lycée Auguste Chevalier sowie dem Collège Jacques Prévert zusammen. Zudem besteht eine Verbindung zwischen dem katholischen Collège Marie Immaculée und einer Partnerschule in Burgdorf. Auch die Jugendpflege Burgwedel engagiert sich seit vielen Jahren im Austausch. Sie bietet jährlich in den Sommerferien eine Jugendfreizeit in Domfront an, bei der auch der dortige Partnerschaftsverein eingebunden ist.
Ortrud Wendt führte durch die Feierstunde und betonte, dass es in diesen 30 Jahren der Städtepartnerschaft zu unzähligen Begegnungen gekommen sei und viel gemeinsame Zeit miteinander verbracht wurde. „Unsere Städtepartnerschaft mit Domfront ist weit mehr als ein offizielles Abkommen – sie lebt von den Menschen, die sie mit Leben füllen. Gerade in einer Zeit, in der Europa vor großen Herausforderungen steht, ist dieser persönliche Austausch ein wertvoller Beitrag für Zusammenhalt, Verständigung und Frieden.“
Philippe Leroyer hob hervor, dass in diesen 30 Jahren viele Seiten der gemeinsamen Geschichte geschrieben worden seien. Vor allem der Schüleraustausch sowie der Austausch der jeweiligen Jugendfeuerwehren hätten die Partnerschaft mit Leben erfüllt und geprägt.
Nach der Unterzeichnung der Urkunde wurden Geschenke ausgetauscht. Aus Domfront-en-Poiraie erhielt Burgwedel vier gemalte Bilder mit Motiven aus der französischen Partnerstadt. Mit auf die Heimfahrt nehmen die Gäste aus Frankreich ein Kunstwerk, das Mitglieder des Künstlerhofes Burgwedel geschaffen hatten. Detlef Wothe vom Künstlerhof übergab das Bild an Ortrud Wendt zur Weitergabe an Philippe Leroyer und Marie Laure Pred’homme, stellvertretende Bürgermeisterin in Domfront-en-Poiraie.
Den musikalischen Rahmen der Feierstunde bildete die Big Band des Gymnasiums Burgwedel unter der Leitung von Johannes Grüne. Nach dem offiziellen Teil hatten die Gäste Gelegenheit zum Gedankenaustausch.























